Militärische Unterstützung

Könnten F-16 Kampfjets bereits in der Ukraine im Einsatz sein?

Ein F-16-Kampfjet wie ihn die Ukraine im Krieg gegen Russland erhält.
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Die Ukraine bekommt F-16-Kampfjets aus der Niederlande und Belgien. (Symbolbild)
  • Jekaterina Jalunina
    VonJekaterina Jalunina
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Seit Monaten hat die Ukraine sehnsüchtig auf die F-16-Kampfjets gewartet, um die russischen Luftangriffe zu bekämpfen. Die ukrainische Luftwaffe hält sich über die Details der F-16-Lieferungen bedeckt.

Kiew – Berichten zufolge hat die ukrainische Luftwaffe bereits erste Kampfeinsätze mit den F-16-Jets durchgeführt. Laut dem Telegraph wurden diese Einsätze bisher nur zur Luftverteidigung genutzt. Ein Vertreter der Luftwaffe hat diese Informationen weder dementiert noch bestätigt.

Fast ein Jahr nach der Bitte von Präsident Wolodymyr Selenskyj soll die Ukraine ihre ersten F-16-Kampfflugzeuge erhalten haben. Es handelt sich vermutlich nur um eine geringe Anzahl der aus den USA stammenden Kampfjets. Eine offizielle Bestätigung liegt jedoch weder von der ukrainischen Luftwaffe noch von der Regierung in Kiew vor.

Ukraine hofft durch F-16-Lieferungen auf strategische Vorteile gegen Russland

Die Lieferung der F-16-Kampfflugzeuge wird als potenzieller Wendepunkt im Konflikt mit Russland betrachtet. Federico Borsari, Analyst am Center for European Policy Analysis, betonte die Bedeutung dieser Jets: „Sie werden in der Lage sein, die Dynamik des Krieges teilweise zu beeinflussen.“ Die Ukraine plant, die Jets zur Abwehr russischer Raketen und Drohnen, zur Unterdrückung feindlicher Luftabwehrsysteme sowie zum Angriff auf russische Truppenstellungen und Munitionsdepots mit Luft-Boden-Raketen einzusetzen. In den letzten Monaten hat Russland seine Drohnen- und Raketenangriffe auf die Ukraine intensiviert, was die Notwendigkeit solcher Verteidigungssysteme erhöht.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Russland: NATO-Lieferung von F-16-Kampfjets an die Ukraine wird Frontverlauf nicht ändern

Die ukrainische Luftwaffe hält sich über die Details der F-16-Lieferungen bedeckt. Anfang Juli erklärte ein Sprecher, dass keine Einzelheiten zur Anzahl der Jets und dem Zeitpunkt ihrer Ankunft bekannt gegeben werden könnten, da diese Informationen geheim seien.

Die Lieferung von F16-Kampfjets durch Nato-Staaten an die Ukraine wird nach Einschätzung des Kreml das Geschehen an der Front nicht wesentlich beeinflussen. „Die Anzahl dieser Flugzeuge wird nach und nach schwinden, sie werden abgeschossen“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Donnerstag. „Selbstverständlich werden diese Lieferungen keinen wesentlichen Einfluss auf die Ereignisse an der Front haben.“ 

F-16 laut Russland kein „Allheilmittel“ – Ukraine setzt Hoffnungen in die Kampfjets

„Es gibt kein magisches Allheilmittel“, das die ukrainische Luftwaffe bekommen könnte, sagte Peskow weiter. Mehrere Nato-Staaten hatten die Lieferung der Kampfjets zugesagt, auf welche die Ukraine große Hoffnungen setzt. Die F-16-Flugzeuge aus US-Herstellung gelten als besonders präzise, schnell und weitreichend.

Um Russland bei der Luftverteidigung die Stirn bieten zu können, braucht die Ukraine rund 130 dieser Kampfjets, wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj im Mai in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP sagte. Die Nato-Verbündeten Kiews sagten bisher die Lieferung von weniger als hundert dieser Flugzeuge zu. Die Ausbildung ukrainischer Piloten an den Kampfjets läuft bereits seit Monaten. (jal mit dpa)