Nach Drohnenangriffen
Russland sichert Krim im Ukraine-Krieg ab – Neue Hürde für Kiew
VonFranziska Schwarzschließen
Im Ukraine-Krieg installiert Russland an der Halbinsel Krim neue Barrieren – laut Fachleuten sind diese „recht effektiv“.
Moskau – Die Drohnenangriffe in Moskwa City haben in Russland die Alarmglocken schrillen lassen. Nicht nur im Kreml. Die zerstörten Fassaden im Geschäftsviertel von Moskau sind auch für die Bevölkerung ein deutliches Zeichen des Ukraine-Kriegs. Und die Krim-Explosionen dürften zumindest einigen russischen Feriengästen auf der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel zu denken gegeben haben. Der Zirkel um Wladimir Putin will deshalb dort nun die Abwehr verstärken.
Der russischen Nachrichtenagentur Mash zufolge hat Moskau nun schwimmende, mit Stacheln versehene Raketenabwehranlagen aufgestellt. Diese Ausleger sind lange Barrieren sollen verhindern, dass sich unbemannte Drohnen ihren Zielen auf der Krim nähern.
Putins Zirkel der Macht im Kreml – die Vertrauten des russischen Präsidenten




Drohnen im Ukraine-Krieg für russisches Militär schwer zu lokalisieren
Für die Gegenoffensive der Ukraine im Krieg ist das womöglich eine neue Hürde. „Das zeigt uns, dass Russland bei der Anpassung ziemlich schnell ist“, sagte Marina Miron zu Newsweek. Die Postdoktorandin in „War Studies“ am King‘s College in London fügte hinzu: „Wir haben gesehen, dass die Russen in der Verteidigung viel besser sind als in offensiven Operationen.“
Russland verfügt über eine Reihe von Militärstützpunkten auf der Krim. Laut Militäranalysten können ukrainische Drohnen aber sehr nahe am Wasser fliegen. Wegen ihrer geringen Größe sind sie für russische Streitkräfte selbst mithilfe von Radar- oder Sonarverfahren nur sehr schwer zu erkennen. Die russischen Systeme seien nicht dafür ausgelegt, derart kleine, unbemannte Fahrzeuge zu erkennen.
Russland nutzt im Ukraine-Krieg Barrieren wie im Zweiten Weltkrieg
Der britische Drohnenexperte Steve Wright ordnete die neuen russischen Ausleger an der Krim gegenüber Newsweek ein: Es handele sich um physische Barrieren, ähnlich wie bei U-Boot- oder Torpedoabwehrnetzen. Derartige Barrieren seien schon seit Jahrzehnten in Gebrauch und wurden häufig während des Zweiten Weltkriegs genutzt.
Sie könnten sogar zum Schutz bestimmter Vermögenswerte – etwa von russischen Oligarchen – eingesetzt werden. Ein weiterer Experte sieht für die Russen damit Erfolgschancen auf der Krim. „Russlands Verteidigungsanlagen rund um Sewastapol, einschließlich schwimmender Sperren, scheinen beim Schutz von Schiffen im Hafen recht effektiv zu sein“, sagte Sidharth Kaushal vom britischen Thinktanks Royal United Services Institute zu Newsweek. (frs)
