Angespannte Lage im Roten Meer

USA fangen Marschflugkörper der Huthi-Rebellen ab

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Das US-Militär berichtet von einer weiteren erfolgreichen Abwehr einer Rakete der Huthi-Rebellen im Roten Meer.

Washington/Sanaa – Die US-Streitkräfte haben nach eigenen Angaben eine von den Huthi-Rebellen im Jemen auf ein US-Kriegsschiff abgefeuerte Rakete abgefangen. Das zuständige Regionalkommando U.S. Central Command erklärte am Sonntag, gegen 16.45 Uhr Ortszeit sei von Huthi-Gebiet im Jemen aus ein Anti-Schiffs-Marschflugkörper auf den im südlichen Roten Meer fahrenden Zerstörer „USS Laboon“ abgefeuert worden.

Die Rakete sei nahe der Küste der Hafenstadt Hodeida von einem US-Kampfjet abgeschossen worden, erklärten die US-Streitkräfte weiter. Es habe weder Schäden noch Verletzte gegeben.

Der Lenkwaffenzerstörer USS Laboon. (Archivbild)

USA und London bombardieren Huthi-Stellungen

Die USA und Großbritannien hatten in der Nacht zum Freitag als Reaktion auf die wochenlangen Attacken der Huthi auf Handelsschiffe im Roten Meer Stellungen der Miliz im Jemen bombardiert. Sie nahmen dabei knapp 30 Ziele ins Visier. In der folgenden Nacht griffen die USA dann nach eigenen Angaben eine Radaranlage der Huthi an. Die Huthi-Miliz sprach am Wochenende von weiteren Angriffen; die USA erklärten aber, keine solchen Angriffe verübt zu haben.

Die vom Iran unterstützten Huthis hatten ihre Serie von Raketen- und Drohnenangriffen im Roten Meer nach Beginn des Krieges zwischen Israel und der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas am 7. Oktober gestartet. Die schiitischen Rebellen sehen sich als Teil der gegen Israel gerichteten selbsternannten „Achse des Widerstands“, zu der auch die Hamas gehört. Nach eigenen Angaben zielen die Huthi-Angriffe auf Schiffe mit Verbindung zu Israel.

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Huthi-Miliz meldet weitere Angriffe

Nach den Angriffen der USA und Großbritanniens auf Stellungen der Huthi-Miliz im Jemen haben die Rebellen am Wochenende weitere Angriffe gemeldet. Wie ein Militärvertreter aus dem Umfeld der Miliz sagte, wurde am Samstag eine Stellung am Stadtrand von Hodeida beschossen, von der aus die Huthis kurz zuvor eine Rakete abgefeuert hatten. Am Sonntag meldeten die Huthis einen weiteren Angriff auf Hodeida. Die USA erklärten, für diese Angriffe nicht verantwortlich zu sein.

Ein AFP-Korrespondent in Hodeida hörte am Samstag das Geräusch einer Rakete und dann eine starke Explosion. Polizeikreise bestätigten den Angriff. Am Sonntag meldete dann die von den Huthis betriebene Nachrichten-Website Ansar Allah, die Hafenstadt Hodeida sei erneut von Luftangriffen der USA und Großbritanniens getroffen worden.

In beiden Fällen wies das US-Militär die Angaben der Huthi-Miliz zurück. Am Samstag sagte ein Beamter des US-Verteidigungsministeriums, es habe sich nicht um einen US-Angriff gehandelt. Am Sonntag sagte ein US-Militärvertreter, es habe an dem Tag keine Angriffe der USA oder der Koalition zum Schutz von Schiffen im Roten Meer gegeben. (skr/afp/dpa)

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