„Trump denkt genauso“

„Dritter Weltkrieg läuft bereits“ – Putins Propagandist sieht Eskalation mit Westen

  • Nils Thomas Hinsberger
    VonNils Thomas Hinsberger
    schließen

Droht ein Krieg zwischen Russland und „dem Westen“? Russlands Top-Propagandist ist sich zumindest sicher – und untermauert seine Vorhersage mit Trump.

Moskau – Wladimir Putins Kriegspropaganda hat im russischen Staatsfernsehen wieder ein Schreckensszenario vorhergesagt. Im Sender Russia 1 hat der bekannte russische Propagandist Wladimir Solowjow diesmal das Bild eines möglichen Dritten Weltkriegs skizziert, berichtet das Nachrichtenmagazin Newsweek. „Wir bewegen uns auf den Dritten Weltkrieg zu. Meiner Meinung nach läuft er bereits“, sagte er. „Übrigens denkt Trump genauso.“

Um seine Behauptungen zu untermauern, greift Solowjow auf Aussagen von Ex-US-Präsident Donald Trump zurück. Trump habe im Zusammenhang mit den von Präsident Joe Biden angeordneten Angriffen auf die Huthi-Rebellen im Jemen behauptet, dass ein Dritter Weltkrieg bereits stattfinde – tatsächlich hatte Trump gesagt, dass Biden diesen Krieg provoziere. Der Feind Russlands sei laut Solowjow natürlich „der Westen“.

Russlands Feind ist der „kollektive Westen“

„Wir sollten verstehen, dass wir einem furchtbaren Feind gegenüberstehen“, sagte Solowjow in einem Ausschnitt, der von der Journalistin Julia Davis auf X (ehemals Twitter) geteilt wurde. Russland habe es mittlerweile mit einem „kollektiven Westen“ zu tun. Was der Propagandist meint ist, dass sich neben westlichen Ländern auch andere Nationen gegen Russland positionieren. „Der Westen ist nicht mehr nur ein geografischer Begriff“, so Solowjow. Als Feindbild scheint er sich aber durchaus noch zu eignen, weshalb auch nicht-westliche Länder einfach dazugezählt werden.

Der russische „Journalist“ Wladimir Solowjow wittert einen drohenden Dritten Weltkrieg in Russlands Propaganda-TV.

Das Narrativ des „bösen Westens“ ist keine Seltenheit im russischen Staatsfernsehen. Gerade Solowjow zeichnet in fast jeder Sendung dieses Bild. Dabei schreckt der Top-Propagandist auch nicht vor direkten Drohungen zurück. So habe er auch schon angemerkt, dass Russland über Mittel und Wege verfüge, die USA zu vernichten.

„Der Westen“ laut Putins Top-Propagandist bereits „in Kriegsvorbereitung“

„Sie werden ihre Wirtschaft in Gang bringen“, sagt Solowjow in seiner Sendung voraus und meint damit die westlichen Staaten. „Mehr als 50 Länder“ würden sich damit auf einen Krieg gegen Russland und seine Verbündeten vorbereiten. In der Sendung will er diese Aussage ausgerechnet mit Donald Trump belegen. Das gelingt ihm allerdings erst im zweiten Anlauf. Eine technische Störung scheint den Trump-Ausschnitt zu verhindern.

Als es dann doch noch klappt, wird ein Videoausschnitt aus einer Kundgebung in Des Moines, Iowa gezeigt. Trump sagt, dass ein drohender Dritter Weltkrieg „kein normaler Krieg werde“. Sollte eine weltweite kriegerische Auseinandersetzung stattfinden, würden „Massenvernichtungswaffen in einem Ausmaß eingesetzt, wie es die Welt noch nicht gesehen hat“.

Russland will mit Drohungen Unterstützung für die Ukraine verhindern

Dass Putin selbst mit dem Angriff auf die Ukraine den Dritten Weltkrieg lostreten wollte, halten einige Experten für weit hergeholt. „Das ist sehr unwahrscheinlich. Putin geht es um die Ukraine“, sagte Carlo Masala, Politikwissenschaftler an der Universität der Bundeswehr, vergangenen Frühling im ZDF. „Würde er zudem ein Nato-Mitglied angreifen, befände er sich im Krieg mit der Nato und daran hat Putin keinerlei Interesse.“ Auch den Einsatz von Atomwaffen hält Masala für sehr unwahrscheinlich. Dem würden sich die meisten seiner Kollegen anschließen, berichtet die Augsburger Allgemeine.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Solowjow will die Drohgebärde aber weiterhin aufrechterhalten. Russland droht westliche Regierungen immer wieder mit Angriffen. Damit wolle der Kreml vor allem die Unterstützung für die Ukraine verhindern. „Wladimir Putin möchte den Westen daran erinnern, dass Russland eine Atommacht ist. (...) Wenn die angeordnete Alarmbereitschaft dann noch den einen oder anderen Staat davon abhält, der Ukraine Waffen zu liefern, ist Russlands Präsident schon ganz zufrieden“, sagte Masala. (nhi)

Rubriklistenbild: © IMAGO / ITAR-TASS