Ukraine-Krieg

Nach Verlust des Spionagefliegers: Russland sucht Sündenbock

  • Jekaterina Jalunina
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Laut dem ukrainischen Militärgeheimdienst hat der Abschuss nicht allein militärische Auswirkungen. In der russischen Elite herrscht Unruhe.

Moskau – Der Abschuss eines Aufklärungsflugzeugs hat laut dem ukrainischen Militärgeheimdienst nicht nur direkte militärische Auswirkungen, sondern auch Unruhe in der russischen Elite ausgelöst. Die A-50, ein Langstrecken-Radarerkennungs- und Kontrollflugzeug aus sowjetischer Produktion, dient primär der Frontaufklärung. Die Aufgaben umfassen die Vorbereitung von Angriffen sowie die Verhinderung feindlicher Attacken.

Der Verlust des sowjetischen A-50-Aufklärungsflugzeugs hat nach Angaben des Militärgeheimdienstes bereits weitreichende Konsequenzen nach sich gezogen. Laut dem Sprecher Andriy Jusow laufen im Kreml interne Ermittlungen, mehrere hochrangige Offiziere sollen suspendiert worden sein. Das sagte er gegenüber dem ukrainischen Nachrichtenmedium Ukrainska Pravda. Für die Bestrafung werde in Russland nun ein „Sündenbock“ gesucht.

Russland hat im Ukraine-Krieg den Verlust einer Berijew A-50 zu beklagen.

Russland: Abschuss des A-50-Aufklärungsflugzeugs sorgt für massive Verluste

Militärexperten warnen jetzt vor ernsthaften Auswirkungen für Russland. Der Verlust eines A-50-Aufklärungsflugzeugs soll einen erheblichen Schlag für die russischen Aufklärungsfähigkeiten darstellen. Militärexperte Markus Reisner erklärte gegenüber ntv.de, dass von den „ungefähr zehn Stück“ dieser wichtigen Flugzeuge nur etwa die Hälfte einsatzbereit sei. Ein Abschuss bedeute einen massiven Verlust für Russland.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Jusow betonte, dass der Abschuss nicht nur militärische Konsequenzen habe, sondern auch einen „sehr schmerzhaften Verlust für den Kreml“ darstelle. Das betreffe nicht nur die politische und militärische Dimension, sondern habe ebenso Auswirkungen auf das Image Russlands. Bisher hat Russland den Abschuss der A-50-Maschine nicht eingeräumt. Die Schuldfrage bleibt vorerst ungeklärt. (jek)

Rubriklistenbild: © IMAGO / ITAR-TASS

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