Ukraine-Krieg
Nach Verlust des Spionagefliegers: Russland sucht Sündenbock
VonJekaterina Jaluninaschließen
Laut dem ukrainischen Militärgeheimdienst hat der Abschuss nicht allein militärische Auswirkungen. In der russischen Elite herrscht Unruhe.
Moskau – Der Abschuss eines Aufklärungsflugzeugs hat laut dem ukrainischen Militärgeheimdienst nicht nur direkte militärische Auswirkungen, sondern auch Unruhe in der russischen Elite ausgelöst. Die A-50, ein Langstrecken-Radarerkennungs- und Kontrollflugzeug aus sowjetischer Produktion, dient primär der Frontaufklärung. Die Aufgaben umfassen die Vorbereitung von Angriffen sowie die Verhinderung feindlicher Attacken.
Der Verlust des sowjetischen A-50-Aufklärungsflugzeugs hat nach Angaben des Militärgeheimdienstes bereits weitreichende Konsequenzen nach sich gezogen. Laut dem Sprecher Andriy Jusow laufen im Kreml interne Ermittlungen, mehrere hochrangige Offiziere sollen suspendiert worden sein. Das sagte er gegenüber dem ukrainischen Nachrichtenmedium Ukrainska Pravda. Für die Bestrafung werde in Russland nun ein „Sündenbock“ gesucht.
Russland: Abschuss des A-50-Aufklärungsflugzeugs sorgt für massive Verluste
Militärexperten warnen jetzt vor ernsthaften Auswirkungen für Russland. Der Verlust eines A-50-Aufklärungsflugzeugs soll einen erheblichen Schlag für die russischen Aufklärungsfähigkeiten darstellen. Militärexperte Markus Reisner erklärte gegenüber ntv.de, dass von den „ungefähr zehn Stück“ dieser wichtigen Flugzeuge nur etwa die Hälfte einsatzbereit sei. Ein Abschuss bedeute einen massiven Verlust für Russland.
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Jusow betonte, dass der Abschuss nicht nur militärische Konsequenzen habe, sondern auch einen „sehr schmerzhaften Verlust für den Kreml“ darstelle. Das betreffe nicht nur die politische und militärische Dimension, sondern habe ebenso Auswirkungen auf das Image Russlands. Bisher hat Russland den Abschuss der A-50-Maschine nicht eingeräumt. Die Schuldfrage bleibt vorerst ungeklärt. (jek)
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