Ukraine-Krieg

Putin stellt klar: Niemand hat so eine Armee wie Russland – Kreml steigert Waffenproduktion

  • VonHelmi Krappitz
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Trotz Sanktionen wegen des Ukraine-Kriegs kurbelt Putin die Rüstungsindustrie an. Seiner Ansicht nach sind Russlands Streitkräfte dem Feind überlegen.

Moskau – Ob Panzer, Drohnen oder Munition, der Bedarf ist hoch und die Rüstungsindustrie boomt, auch in Russland. Der Kreml soll die Militärproduktion im Jahr 2023 drastisch angekurbelt haben – trotz internationale Sanktionen wegen des Angriffskriegs auf die Ukraine. Der russische Präsident Wladimir Putin beteuert die Überlegenheit seines Militärs.

Rüstungsindustrie boomt: Russland fährt Waffenproduktion hoch

Der Jahresbericht des russischen Verteidigungsministeriums zeige einen deutlichen Anstieg der militärischen Aufrüstung, berichtete die russische Nachrichtenagentur TASS. Demnach habe die russische Regierung über 2200 gepanzerte Kampffahrzeuge, 1400 Raketen- und Artilleriefahrzeuge und mehr als 12.000 Kraftfahrzeuge an die Streitkräfte geliefert. So sei Russlands Militär inzwischen zu über 84 Prozent ausreichend gerüstet, heißt es weiter.

Nach Angaben von Russlands führenden Staatskonzernen in der Waffenherstellung seien die Produktionsmengen um das Zehnfache gestiegen, berichtete Reuters. In einigen Fällen sei die Produktion sogar noch deutlicher gesteigert worden – wie die Herstellung der Hyperschallrakete Kinshal, die Russland häufig gegen die Ukraine einsetzt.

Wladimir Putin stellt klar: Niemand hat so eine Armee wie Russland - Kreml steigert Waffenproduktion

Putin lobt Russlands Militär: „Keine andere Armee verfügt über solche Waffen wie wir“

Nicht nur die Produktionsmengen sind in die Höhe geschossen, sondern laut russischer Regierung auch die Qualität. Kreml-Chef Wladimir Putin lobte die russischen Waffen, berichtete TASS. Keine andere Armee der Welt verfüge über solche Waffen wie die russischen Streitkräfte, sagte er demnach bei einem Besuch bei Spezialtruppen.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

„Unsere Streitkräfte werden so fähig und bereit sein, fortschrittliche Waffen einzusetzen wie keine andere Armee auf der Welt. Keine andere Armee auf der Welt verfügt über solche Waffen wie wir“, sagte der russische Präsident. Putin betonte, dass eine weitere Besonderheit der russischen Armee ihre Fähigkeit sei, völlig neue Waffen einzusetzen.

Russlands produziert trotz Sanktionen Waffen: Produktionsmengen im Ukraine-Krieg erhöht

Genaue Details zu den Waffen gab Putin nicht. Ebenso wenig sind die genauen Zahlen der Waffenproduktion bekannt. Mehr Investitionen in die russische Rüstungsindustrie kann dennoch als Reaktion auf die westliche Unterstützung der Ukraine gedeutet werden. Sanktionen sollen Russlands militärisch-industriellen Fähigkeiten zwar einschränken, der Kreml findet aber immer wieder Wege, diese zu umgehen, berichtete Newsweek. Demnach ermöglichen unter anderem Importumleitungen über Drittländer und die Manipulation von Zolldaten, die Militärproduktion aufrecht zu halten – und sogar zu erhöhen. (hk)

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