News-Ticker: Die Lage in der Ukraine

Nach Explosion auf der Krim: Feuer auf Militärgelände

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Auf einem Truppenübungsplatz der russischen Armee auf der Krim bricht ein Feuer aus - nur einen Tag nach Explosion, die die Brücke auf die Halbinsel beschädigte.

Update vom 19. Juli, 14.41 Uhr: Die ukrainischen Behörden haben inzwischen klargestellt, dass die angeblichen Äußerungen von Budanow von einem nicht-offiziellen Telegram-Account verbreitet wurden und falsch sind.

Update vom 19. Juli, 09.58 Uhr: Nach einem Feuer auf einem Militärgelände auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim hat die Ukraine von einem „erfolgreichen Einsatz“ gesprochen. „Auf der besetzten Krim wurde ein erfolgreicher Einsatz ausgeführt. Der Feind verheimlicht das Ausmaß des Schadens und die Zahl der Verluste“, erklärte der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes, Kyrylo Budanow, am Mittwoch im Onlinedienst Telegram.

Rauch über der Krim. Auf einer russischen Militärbasis ist nach ukrainischen Angriffen ein Feuer ausgebrochen.

Nach Explosion auf Krim-Brücke wird Odessa Ziel eines Luftangriffs

Update vom 19. Juli, 08.50 Uhr: Mehr als 2.000 Menschen wurden am Mittwoch auf der Krim evakuiert, nachdem auf einem Truppenübungsplatz ein Feuer ausgebrochen war, wie der von Moskau unterstützte Gouverneur der Halbinsel mitteilte. Auf Telegram teilte der Gouverneur der Krim, Sergej Askenow, mit, dass die Bewohner von vier Dörfern im Bezirk Kirovske vorübergehend evakuiert würden. Der Brand habe auch zu Verkehrsbehinderungen geführt, sagte er. Die Ursache des Brandes ist unklar. Der Vorfall ereignete sich zwei Tage nach dem Angriff der Ukraine auf Krim-Brücke.

Nach Explosion an Krim-Brücke: Schäden in Millionenhöhe

Update vom 18. Juli, 20 Uhr: Die Reparatur der Krim-Brücke nach der Explosion am Montagmorgen soll mindestens eine Milliarde Rubel kosten, etwa 10 Millionen Euro. Das teilte Vize-Ministerpräsident Marat Chusnullin laut dem Nachrichtenportal Nexta mit. Würde sich eine Reparatur überhaupt lohnen? Im russischen Staats-TV herrscht bereits die Sorge vor einem weiteren Angriff auf die Brücke, die insgesamt etwa 3 Milliarden Euro gekostet hat und als Putins Prestigeobjekt gilt.

Die beschädigte Krim-Brücke nach der Explosion am Montag (17. Juli).

Teil der Krim-Brücke wohl nicht zu reparieren

Update vom 18. Juli, 13.20 Uhr: Ein russischer Offizieller hat eingeräumt, dass mindestens ein Teil der Kertsch-Brücke nach den gestrigen Explosionen nicht mehr zu reparieren ist. Während eines Treffens mit Wladimir Putin sagte der stellvertretende Ministerpräsident Marat Chusnullin Berichten zufolge, dass die Brücke nicht vor November wieder vollständig für den Verkehr freigegeben werden könne.

Explosion auf der Krim Brücke behindert russisches Militär

Update vom 18. Juli, 10.45 Uhr: Der Angriff auf die strategisch wichtige Brücke über die Straße von Kertsch zwischen Russland und der besetzten Krim könnte die russische Militärlogistik in der Südukraine erheblich behindern, so der jüngste Bericht des Institute for the Study of War (ISW).

Bei dem Angriff am 17. Juli wurden Teile der Brücke beschädigt, wobei eine Fahrbahn vollständig zusammenbrach, so die Einschätzung des ISW. In dem Bericht heißt es: „Aufnahmen zeigen, dass ein Teil der Straßenbrücke über die Straße von Kertsch eingestürzt ist und ein anderer Teil beschädigt wurde, aber noch eingeschränkt nutzbar ist.“

Medwedew droht „Terroristen“ mit unmenschlicher Strafe

Update vom 18. Juli, 8.35 Uhr: Der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew hat in einem Posting wenige Stunden nach dem Angriff auf die Krim-Brücke auf der Krim, für den Moskau Kiew verantwortlich macht, erklärt, dass „Terroristen“ mit einer „völlig unmenschlichen“ Strafe rechnen müssen.

Beteiligung Londons an Anschlag auf Krim-Brücke „unbegründete Spekulation“

Update vom 18. Juli, 7.00 Uhr: Großbritannien weist Anschuldigungen Russlands zurück, wonach britische Geheimdienste in einen Angriff auf die Krim-Brücke verwickelt gewesen sein könnten. „Dies ist eine unbegründete Spekulation Russlands, die wir nicht weiter kommentieren wollen“, teilt ein Sprecher des britischen Außenministeriums per E-Mail mit.

Autoverkehr auf Krim-Brücke teilweise wiederaufgenommen

Update vom 18. Juli, 4.20 Uhr: Auf der durch Explosionen beschädigten Krim-Brücke ist der Autoverkehr nach russischen Regierungsangaben in der Nacht zu Dienstag (18. Juli) mit Einschränkungen wiederaufgenommen worden. Genutzt werde nur eine der zwei Fahrbahnen, teilte Vizeregierungschef Marat Chusnullin nach Angaben russischer Agenturen mit.

Ukrainisches Parlament feiert Attacke auf die Krim-Brücke

Update vom 17. Juli, 15.30 Uhr: Auch im ukrainischen Parlament feiert man die Attacke auf die Krim-Brücke. Oleksij Hontscharenko nannte die Spezialoperation „einen großen Erfolg“ im Ukraine-Krieg. Via Telegram forderte der Parlamentsabgeordnete: „Jeder, der daran beteiligt war, sollte die höchsten Orden unseres Landes erhalten.“ Offiziell hat die Ukraine aber noch immer keine Verantwortung für die Explosion auf der Krim-Brücke übernommen.

Explosion auf der Krim-Brücke: Videos zeigen zerstörte Straßen

Update vom 17. Juli, 13.10 Uhr: Nach der Explosion auf der Krim-Brücke war auf einem im Online-Dienst Telegram veröffentlichten Video des staatlichen Fernsehsenders Krim24 zu sehen, dass der Straßenbereich in einem Abschnitt der Brücke teilweise zerstört ist. Das russische Ermittlungskomitee veröffentlichte Bilder von Ermittlern bei der Spurensicherung auf einem in Richtung Meer hängenden Teilstück der Straße.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Ukraine feiert Explosion auf Krim-Brücke nach „Spezialoperation“

Update vom 17. Juli, 12:30 Uhr: Viele Ukrainer begrüßen die Nachricht vom Angriff auf die Krim-Brücke mit Freude. In den sozialen Medien schreiben sie, dass sie hoffen, dass die russische Logistik dadurch unterbrochen wird – die Brücke war eine wichtige Versorgungsroute für russische Panzer und Nachschub.

Moskau gibt auch dem Westen Schuld am Angriff auf Krim-Brücke

Update vom 17. Juli, 10:35 Uhr: Moskau beschuldigt die Ukraine, die USA und Großbritannien hinter dem Angriff auf die Krim-Brücke zu stecken. Beweise legte die Sprecherin des russischen Außenministeriums nicht vor. „Der Angriff auf die Krim-Brücke heute wurde von dem Regime in Kiew verübt. Bei diesem Regime handelt es sich um ein terroristisches und es weist alle Merkmale einer international organisierten Verbrecherbande auf“, sagte Maria Sacharowa. „Die Entscheidungen fällen ukrainische Politiker und das Militär mit unmittelbarer Hilfe von amerikanischen und britischen Geheimdiensten und Politikern.“

Anschlag auf Krim-Brücke „Spezialoperation“ Kiews

Update vom 17. Juli, 9.51 Uhr: Die ukrainische Marine und ukrainische Spezialkräfte stecken nach Angaben aus Kiew hinter dem Angriff auf die Brücke zwischen Russland und der annektierten Halbinsel Krim. Der Angriff sei eine „Spezialoperation“ des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU und der Marine gewesen, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Montag (17. Juli) aus SBU-Kreisen. Bei dem Angriff auf die Brücke zwischen der russischen Region Krasnodar und der Halbinsel seien Marinedrohnen zum Einsatz gekommen.

Kiew äußert sich zu Angriff auf Krim-Brücke

Update vom 17. Juli, 9.25 Uhr: Der ukrainische Geheimdienst SBU hat sich wie schon beim Anschlag im Oktober zur neuen Explosion auf der Brücke zu der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim geäußert. „Erneut hat sich die Brücke schlafen gelegt. Und eins … zwei!“, teilte der Geheimdienst am Montag (17. Juli) nach einer mutmaßlichen Explosion mit.

Explosion auf der Krim-Brücke: Video aufgetaucht

Update vom 17. Juli, 9.00 Uhr: Die unabhängige russische Online-Zeitung The Insider hat ein Video veröffentlicht, das die Schäden an der Brücke von heute Morgen zeigt. Ein Teil der Fahrbahn scheint nach der Explosion ins Wasser gefallen zu sein. Die Aufnahmen wurden von der benachbarten Eisenbahnbrücke aus gemacht, die unbeschädigt ist.

Kiew äußert sich zum Vorfall auf der Krim-Brücke

Update vom 17. Juli, 7.30 Uhr: Jetzt äußert sich erstmals auch Kiew zu den Explosionen auf der Krim-Brücke. Der Vorfall könnte ein Akt der Provokation durch Moskau sein, sagte Natalia Humeniuk, die Sprecherin des ukrainischen Militärkommandos im Süden, nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters.

Explosion auf Krim-Brücke fordert zwei Menschenleben

Update vom 17. Juli, 7.00 Uhr: Zwei Menschen seien bei dem Vorfall auf der Krim-Brücke getötet worden, teilte das Gesundheitsministerium der russischen Region Krasnodar mit. Ein Mädchen sei verletzt worden. Der Gouverneur der Region Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, erklärte, bei den Toten handele es sich um die Eltern des Kindes. Nach Angaben vom Gouverneur der russisch besetzten Krim, Sergej Aksjonow, hat sich der Notfall am 145. Pfeiler der Brücke ereignet. Weitere Einzelheiten blieben zunächst offen. Die ukrainische Krim wurde 2014 von Russland annektiert. 

Expolosion auf Krim-Brücke: Brücke kann nicht befahren werden

Update vom 17. Juli, 4.45 Uhr: Auf der Krim-Brücke ist der Verkehr russischen Angaben zufolge aufgrund einer „Notfall-Situation“ zum Erliegen gekommen. Dies schreibt der von Russland eingesetzte Gouverneur Sergei Aksjonow in der Messaging-App Telegram. Aksjonow spricht von einem Vorfall am 145. Pfeiler der Brücke. Er fordert die Bevölkerung auf, die Brücke nicht zu befahren. Weitere Einzelheiten nannte er nicht. Die Nachrichtenagentur RBC-Ukraine berichtet, dass auf der Brücke, die die Halbinsel Krim mit der russischen Region Krasnodar verbindet, zuvor Explosionen zu hören waren.

Getreideabkommen läuft aus

Das von den Vereinten Nationen (UN) vermittelte Getreideabkommen zwischen der Ukraine und Russland ist weiterhin in der Schwebe. Die Vereinbarung, die den sicheren Export ukrainischen Getreides über das Schwarze Meer ermöglicht, ist am Sonntag nicht verlängert worden.

„Wir warten auf Moskaus Position, alles ist möglich“, berichtet die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen aus UN-Kreisen. Das Abkommen läuft am Montag (17. Juli) aus.

Russische Verluste: Kiew meldet aktuelle Zahlen

Der ukrainische Generalstab hat neue Zahlen zu russischen Verlusten veröffentlicht. Demnach seien innerhalb eines Tages 500 russische Soldaten getötet worden. Die Gesamtzahlen Kiews weichen stark von denen unabhängiger Beobachter ab. Zudem hätten die ukrainischen Streitkräfte weitere fünf Panzer, sieben Kampffahrzeuge und 18 Artilleriesysteme Russlands außer Gefecht gesetzt. Die Zahlen im Überblick:

  • Soldaten: 237.680 (+500)
  • Flugzeuge: 315
  • Hubschrauber: 310
  • Panzer: 4107 (+5)
  • Gepanzerte Gefechtsfahrzeuge: 8026 (+7)
  • Artilleriesysteme: 4481 (+18)
  • Quelle: Auszug der Angaben des Generalstabs der Ukraine vom 16. Juli 2023
  • Anm.: Nach Berechnungen unabhängiger russischer Medien sind bisher im Ukraine-Krieg mindestens 47.000 russische Soldaten getötet worden. Das habe eine Datenanalyse ergeben, die sich auf die Zahl der eröffneten Erbfälle und die Statistik der Übersterblichkeit im vergangenen Jahr stützt, berichtete das an der Auswertung beteiligte Internetportal Meduza am Montag (10. Juli). Diese Zahlen weichen stark von denen ab, die von ukrainischer Seite veröffentlicht werden.

Russische Angriffe in Region Charkiw: Situation für Ukraine „verschlechtert“

Kiew – Die Situation für die ukrainischen Streitkräfte soll sich „etwas verschlechtert“ haben. Das teilte Vize-Verteidigungsministerin Hanna Maljar via Telegram mit. „Der Feind rückt seit zwei Tagen aktiv in Richtung Kupjansk in der Region Charkiw vor. Wir sind in der Defensive. Es finden heftige Kämpfe statt, die Positionen der Parteien ändern sich mehrmals am Tag dynamisch“, teilte sie mit.

Kupjansk befindet sich im Nordosten der Ukraine. Kurz nach Kriegsbeginn wurde die Kleinstadt von russischen Soldaten besetzt und im September 2022 von der Ukraine wieder zurückerobert. Seit Wochen sieht sich die Ukraine hier Angriffen der russischen Armee ausgesetzt, die versucht, Richtung Kupjansk vorzustoßen. Bislang verschob sich die Frontlinie kaum. Maljars Botschaft deutet jedoch an, dass sich nun etwas geändert haben könnte. Weiter im Süden sehe es für die Ukraine besser aus: „Wir rücken allmählich in Richtung Bachmut vor. An der südlichen Flanke um Bachmut gibt es einen täglichen Vorstoß“, schrieb Maljar. Die ukrainische Gegenoffensive konzentriere sich vor allem auf die Region Saporischjschja und um Bachmut. (mit Agenturmaterial)

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