„Krieg kennt keine Ferien“

Kursk-Vorstoß der Ukraine: Selenskyj nennt konkretes Ziel der Offensive

  • Victoria Krumbeck
    VonVictoria Krumbeck
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Wolodymyr Selenskyj verfolgt mit dem Angriff auf Kursk ein konkretes Ziel. Doch dafür ist er auch auf die Hilfe des Westens angewiesen.

Kiew/Kursk – Mit der Offensive des ukrainischen Militärs in der westrussischen Region Kursk konnte die Ukraine laut eigenen Angaben Russland bereits schaden. Gleichzeitig ist die Lage im Osten der Ukraine weiterhin angespannt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bat in seiner täglichen Videoansprache um weitere Militärhilfen aus dem Westen. Zudem erklärte er die Absichten der Kursk-Offensive.

Selenskyj nennt Ziel der Kursk-Offensive: „Schaffung einer Pufferzone“

„Heute haben wir bei der Zerstörung russischer Ausrüstung in der Nähe von Torezk gute und dringend benötigte Ergebnisse erzielt. Unsere Hauptaufgabe bei den Verteidigungsoperationen insgesamt besteht nun darin, so viel russisches Kriegspotenzial wie möglich zu zerstören“, erklärte Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache am Sonntag (18. August), wie die Kyiv Independent berichtete.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nannte ein konkretes Ziel der Kursk-Offensive. (Archivbild)

Konkret gehe es bei der Kursk-Offensive um die „Schaffung einer Pufferzone auf dem Territorium des Aggressors“, so der ukrainische Präsident weiter. Zudem betonte er auch die Rolle der westlichen Partner im Ukraine-Krieg. Die kommenden Wochen werden „für unsere diplomatischen Bemühungen mit verschiedenen Partnern in Europa, Amerika und dem globalen Süden von entscheidender Bedeutung sein“.

Kursk-Offensive: Selenskyj bittet um weitere Hilfen im Ukraine-Krieg

Durch die schweren Kämpfe im Osten der Ukraine bleibt die Dringlichkeit von Waffenlieferungen weiterhin präsent. „Der Krieg kennt keine Ferien“, zitierte die Nachrichtenagentur dpa den ukrainischen Präsidenten. Seine Worte richtete er vor allem an die USA, Großbritannien und Frankreich. Er bat die westlichen Partner um schnellen Nachschub von Waffen und Munition. Die ukrainischen Soldaten leisteten zwar „hervorragende Arbeit“, so Selenskyj, „aber wir müssen die Versorgung durch unsere Partner beschleunigen, wir bitten darum.“

Die Ukraine brauche Lösungen, sie sei vor allem auf ein rechtzeitiges Eintreffen der zugesagten Hilfspakete angewiesen. Insbesondere in Torezk und Pokrowsk verschärft sich die Lage. Laut Kyiv Independent erklärten dort stationierte ukrainische Soldaten, dass es an Arbeitskräften, Munition und militärischer Ausrüstung mangelt.

Ukrainisches Militär zerstört weitere Brücke im russischen Kursk

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die ukrainische Luftwaffe berichtete laut Newsweek am Sonntag, dass eine weitere strategisch wichtige Brücke in der Grenzregion Kursk getroffen wurde. Die Brücke über den Fluss Sejm wurde in der Nähe des Dorfes Swannoye zerstört. Nur zwei Tage zuvor meldete die Ukraine die Zerstörung einer anderen Brücke über den Sejm im Bezirk Gluschkowski. In seiner Ansprache betonte Selenskyj, dass es von „entscheidender Bedeutung“ sei, „dass die Ukraine diesen Herbst noch stärker beginnt als zuvor.“ (vk)

Rubriklistenbild: © Susan Walsh/dpa