Lauterbach plant schnelle Umsetzung

Gesundheitsminister Lauterbach fordert rasche Hilfe für überlastete Kinderkliniken

  • Juliane Reyle
    VonJuliane Reyle
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Lauterbach fordert schnelle Maßnahmen und Hilfen für die überfüllten Kinderkrankenhäuser. Die Nachrichten seien „sehr besorgniserregend“ - das RS-Virus trägt seinen Teil dazu bei.

Wie echo24.de bereits berichtete, breitet sich das RS-Virus in Deutschland immer weiter aus. Besonders Kinder sind von der Krankheit, die sich auf die Atemwege auswirkt, betroffen. Deshalb sind viele Kinderkliniken am Limit und akut überfüllt. Bundesgesundheitsminister Lauterbach setzt sich nun für rasche Hilfe in überlasteten Kinderkliniken ein.

„Die Kinder brauchen jetzt unsere volle Aufmerksamkeit“, erklärte der SPD-Politiker am Donnerstag in Berlin. Pflegepersonal aus dem Erwachsenenbereich soll auf die Kinderstationen verlegt werden. Lauterbach habe die Krankenkassen dazu aufgefordert, die Vorgaben zur Personalbesetzung vorerst nicht zu prüfen und Sanktionen auszusetzen. Der Bundesgesundheitsminister appellierte zudem an alle Eltern und Kinderärzte, dass nicht dringend notwendige Vorsorgeuntersuchungen, um wenige Wochen verschoben werden.

RS-Virus verbreitet sich stark – wichtige Informationen auf einen Blick

Eine Hand eines am RS-Virus erkrankten Kleinkindes schaut im Intensivbett aus der Decke hervor, eine Pflegerin steht dahinter
Kind putzt seine Nase.
Ein am Respiratorischen Synzytial-Virus (RS-Virus oder RSV) erkrankter Patient liegt auf einer Kinderstation des Olgahospitals des Klinkums Stuttgart in einem Krankenbett.
Kinderklinik
RS-Virus verbreitet sich stark – wichtige Informationen auf einen Blick

Nachrichten „sehr besorgniserregend“ und „absehbarerweise noch nicht am Ende dieser Welle“

Der Gesundheitsminister erklärte, dass die Nachrichten von überfüllten Kinderpraxen und Kinderstationen „sehr besorgniserregend“ seien. „Wir werden mit einer Situation konfrontiert, wo in Deutschland weniger als 100 Intensivbetten für Kinder zur Verfügung stehen“ und zudem seien zahlreiche reguläre Stationen bereits voll belastet.

„Wir sind absehbarerweise noch nicht am Ende dieser Welle, die im Wesentlichen durch das RS-Virus verursacht wird“, erklärt Lauterbach. Doch der Politiker beruhigt auch und sagt, dass man die Lage „im Griff“ habe und die vorgesehenen Maßnahmen dazu beitragen würden.

Telefonische Krankschreibungen und telemedizinische Beratung gehören zu den Maßnahmen

Zu den Maßnahmen gehört unter anderem, dass bei Kinderärzten telefonische Krankschreibungen möglich bleiben. „Somit können Eltern zu Hause bleiben, müssen nicht in die Praxis kommen, um die Krankschreibung vornehmen zu lassen, so dass dann auch Krankengeld für Kinder gezahlt werden kann“, sagte Lauterbach. Die telemedizinische Beratung werde ausdrücklich angeboten und sei für Praxen nicht begrenzt.

Maske tragen, wenn man Erkaltungssymptome spürt - insbesondere bei Kontakt mit Kindern

Lauterbach appellierte zudem an Erwachsene: „Wenn man Erkältungssymptome spürt, dann bitte Maske tragen, insbesondere wenn man in Kontakt ist mit Kindern unter zwei Jahren.“ Das RS-Virus werde häufig von Erwachsenen auf Kinder übertragen. „Wir haben keine Hinweise darauf, dass die Erkrankung schwerer verläuft“, so Lauterbach. Allerdings seien es mehr Kinder, die an dem Virus erkrankten, und auch mehr, die es zum ersten Mal haben.

Rubriklistenbild: © Britta Pedersen/dpa

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