„Leos“ werden zum Hindernis

Leopard-2-Angriff der Ukraine führt zu schweren Verlusten für Russland

  • Patrick Mayer
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Die ukrainische Armee setzt offenbar erfolgreich Leopard-2-Panzer gegen russische Angriffe im Donbass ein. Ein aktuelles Video dazu wird auf X geteilt.

Donezk – Die Verluste bleiben für das Moskau-Regime aus Russland im Ukraine-Krieg sehr hoch. Das gilt für Menschenleben unter den Soldaten. Die Zahl getöteter und verwundeter russischer Soldaten soll schließlich dramatisch hoch sein. Und das gilt auch für die in der Ukraine zerstörten Panzer, die völkerrechtswidrig die Grenze des Nachbarlandes überquert haben.

Ukraine-Krieg: Leopard-2-Panzer wird zum unüberwindbaren Hindernis

Aktuell fügt die 33. mechanisierte Brigade der ukrainischen Armee den russischen Invasionstruppen im Donbass offenkundig mit Leopard-2-Panzern schwere Verluste zu. Und zwar wohl mit einzelnen „Leos“ gegen eine zahlenmäßige Übermacht. Erst kürzlich stellte sich ein einzelner Leopard 2 vor Pokrowsk einer ganzen russischen Kolonne entgegen, dessen Besatzung diese regelrecht wagemutig aufhielt.

Das ukrainische Verteidigungsministerium teilte in den sozialen Netzwerken am 27. Oktober ein Video (siehe Tweet unten), das dokumentieren soll, wie erneut ein Leopard 2 gegen mutmaßliche russische Stellungen vorgeht. Erneut stammt das Video demnach von der 33. mechanisierten Brigade, während der genaue Ort und Zeitpunkt des Feuergefechtes nicht genannt werden.

Verluste im Ukraine-Krieg: Ukrainische Armee hat einige Leopard-2-Panzer verloren

Unklar ist, ob es sich bei dem „Leo“ im Video um denselben Panzer handelt wie im ersten Beispiel. Da es sich aber erneut um 33. Brigade handelt, ist davon auszugehen, dass auch diese Drohnen-Aufnahmen im Donbass in der Region Donezk entstanden sind. Zwar scheint die Taktik der Ukrainer, waghalsig einzelne Panzer ganzen russischen Truppenkontingenten entgegenzustellen. Sie ist aber auch riskant. Schließlich haben die ukrainischen Streitkräfte schon einige der Leopard-2-Panzer verloren, die die Verteidigungsallianz Nato geschickt hatte.

Schätzungen zufolge gingen damit letztlich zwischen 100 und 120 „Leos“ 2 an die ukrainischen Streitkräfte. Bitter: Offenbar nur noch zwei Drittel davon sind übrig. Wie die Open-Source-Intelligence Website Oryx in ihrer täglich aktualisierten Auflistung zu den Panzer-Verlusten im Ukraine-Krieg am 18. Oktober schrieb, gingen mittlerweile mindestens 34 Leopard 2 verloren. Diese wurden demnach komplett zerstört, schwer beschädigt im Niemandsland zwischen den Frontlinien zurückgelassen und/oder durch die Russen erbeutet.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Leopard-2-Panzer an vorderster Front gegen Wladimir Putins russische Truppen

Oryx sammelt Beweise für Panzer-Verluste mittels Fotos und Videos in den sozialen Netzwerken sowie veröffentlichten Satellitenaufnahmen und vergleicht diese mit Kartenmaterial. Unlängst gingen zehn weitere Leopard 2 aus Spanien an die Ukrainer. Deutschland schickt Kiew dagegen vor allem ältere Leopard 1 und Marder-Schützenpanzer, die in den 1980er Jahren in deutschen Rüstungsunternehmen gebaut wurden. Die „Leos“ 1 gehen vorrangig an die neu aufgestellte 5. Panzerbrigade und werden derzeit zurückgehalten. Und so kämpfen vor allem die Besatzungen der Leopard-2-Panzer im Donbass derzeit an vorderster Front. (pm)

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