Militär-Hilfen ziehen an

Gegen Putin: Nächste Leopard-2-Panzer gehen an die Ukraine und rollen in den Krieg

  • Patrick Mayer
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Das dürfte Wladimir Putin nicht gefallen: Die Ukraine erhält binnen kurzer Zeit die nächste umfangreiche Lieferung an Leopard-2-Panzern aus der Nato.

Kiew – Sie haben im Ukraine-Krieg eine hohe Symbolik: Leopard-2-Panzer. Und sie werden dringend gebraucht: Deutschland hatte der Ukraine in einer Waffenlieferung zuletzt weitere 39 Panzer übergeben, darunter waren zehn Kampfpanzer Leopard 1A5 und zwanzig Schützenpanzer Marder.

Leopard-2-Panzer für die Ukraine: Niederlande und Dänemark liefern „Leos“

Zur Verteidigung gegen den völkerrechtswidrigen und heimtückischen Angriff durch Russland. Zeitgleich gab es für Kiew damals, Mitte Juli, zehn modernere Kampfpanzer Leopard 2A4 aus Spanien, die Madrid in diesem Zeitraum übergab. Jetzt gibt es erneut Nachschub für die ukrainische Armee. Und zwar aus Deutschland. Aber nicht von Deutschland.

Wie laut der Nachrichtenagentur Reuters das niederländische Verteidigungsministerium am Donnerstag (25. Juli) bestätigte, werden zudem die Niederlande und Nato-Partner Dänemark bis Ende des Sommers 14 Leopard 2A4 an die Ukraine liefern. Instand gesetzt wurden und werden die Panzer beim deutschen Rüstungskonzern Rheinmetall – bezahlt durch die zwei EU-Länder bezahlt.

Kampfpanzer Leopard 2A4 der kanadischen Armee. Just von diesem Modell erhält die Ukraine 14 Stück aus den Niederlanden und aus Dänemark.

Verluste im Ukraine-Krieg: Russen und Ukrainer verlieren viele Panzer

Die Kampfpanzer aus der Mitte der 1980er Jahre stammen aus den Beständen der jeweiligen Streitkräfte und wurden im Auftrag von Den Haag und von Kopenhagen durch Rheinmetall aufwändig saniert, überholt und auf ihre Einsatzbereitschaft auf dem Schlachtfeld hin getestet. Die Lieferungen fallen in eine Zeit, in der die ukrainische Armee gegen die russischen Truppen im Donbass neuerlich schwer in Bedrängnis geraten ist. Und das, obwohl Kreml-Autokrat Wladimir Putin seiner Armee nach hohen Verlusten oft nur noch Uralt-Panzer für die blutigen Gefechte schickt.

Wie die Open-Source-Intelligence-Website Oryx schreibt, haben Putins Invasionstruppen mittlerweile (Stand, 26. Juli) mindestens 3267 Kampfpanzer auf den Schlachtfeldern zwischen Charkiw, Donezk und Saporischschja verloren. Die Ukrainer büßten laut derselben Quelle 869 Kampfpanzer ein. Darunter waren demnach auch (Stand, 26. Juli) 21 Leopard 2A4 und elf vergleichsweise moderne Leopard 2A6. Deutschland (18) und Portugal (3) hatten zusammen insgesamt 21 „Leos“ 2A6 bereitgestellt. Mehr als die Hälfte davon ist also nicht mehr einsatzbereit.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
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Panzer gegen Wladimir Putin: Ukraine bittet Nato-Staaten um weitere Waffen

Oryx dokumentiert militärische Verluste anhand von Fotos und Videos und vergleicht diese mit Kartenmaterial. Das US-amerikanische Nachrichtenmagazin Forbes hatte bereits im Frühjahr berichtet, dass Madrid 20 „Leos“ 2A4 zur Verfügung stellen will. Die Zahl wurde mittlerweile auf 19 etwas nach unten korrigiert, während die Ukraine im Kampf gegen das imperialistische Moskau-Regime weiter händeringend um westliche Kampfpanzer bittet.

Laut Forbes sollte sich die Stückzahl mit den 20 spanischen „Leos“ auf dann 74 aus der Nato gelieferte Leopard 2A4 erhöhen. Wären somit aktuell 64 plus die 14 Leopard 2A4 aus den Niederlanden und Dänemark, also insgesamt 78, von denen 21 vom russischen Militär zerstört wurden. Zusammen mit den genannten 21 Leopard 2A6 sowie den vier Leo 2R-Minenräumern hätte die Ukraine somit insgesamt bisher 103 Leopard-2-Panzer aus einstmals deutscher Produktion bekommen, von denen – verglichen mit den Daten von Oryx – noch 70 übrig sein müssten. Eine offizielle Zahl an insgesamt gelieferten Leopard 2 hatte bisher weder Kiew noch die Verteidigungsallianz Nato genannt. (pm)

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