Symbolische Nominierung

„Get low“ für Harris: US-Rapper stiehlt auf Demokraten-Parteitag die Show

  • VonLisa Mahnke
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Bei dem Demokraten-Parteitag wird das Duo Kamala Harris und Tim Walz symbolisch gewählt. Georgia steht wegen einem besonderen Gast im Rampenlicht.

Chicago – Bei dem symbolischen Wahlverfahren für das Demokraten-Duo Kamala Harris und Tim Walz brachten viele Staaten ein bisschen Schwung in den Zählappell. Der US-Bundesstaat Georgia konnte jedoch auf dem Demokraten-Parteitag allen die Show stehlen. Kurzerhand gab der US-Rapper Lil Jon die Stimme für die beiden Kandidaten zur US-Wahl 2024 ab.

„Georgia, wie gebt ihr eure Stimme ab?“, fragte ein Demokrat auf der Bühne. Daraufhin startete der Song „Turn Down For What“ und die Delegierten jubelten. „Meine Damen und Herren, wir sind heute Abend hier, um Kamala Harris offiziell als Präsidentin zu nominieren“, rief Lil Jon in sein Mikro und rappte daraufhin einige Zeilen des Hits. Sogar seine Kleidung war an das Demokraten-Blau angepasst. Danach sang er „V.P. Harris … Governor Walz“ zu der Melodie des Songs „Get Low“.

Der US-Rapper Lil Jon überraschte auf dem Demokraten-Parteitag.

Harris und Walz bringen Hoffnung: Demokraten-Parteitag feiert mit musikalischer Wahl

In diesem Jahr fand die Nominierung von Kamala Harris per Online-Abstimmung statt, denn durch den kurzfristigen Ausschied des US-Präsidenten Joe Biden konnte der US-Wahlkampf mit seinen üblichen Vorwahlen so für Harris nicht stattfinden. Bei dem fünftägigen elektronischen Votum erreichte Harris bereits nach einem Tag die Mehrheit der Stimmen und erhielt insgesamt 99 Prozent aller abgegeben Stimmen.

Da die offizielle Abstimmung schon getan war, handelte es sich bei dem Aufruf auf dem Demokraten-Parteitag eher um eine Zelebrierung der Nominierung. So spielte Alabama beispielsweise auch den Song „Sweet Home Alabama“ im Hintergrund und viele weitere US-Bundesstaaten ließen sich ebenfalls etwas mit Heimatbezug einfallen.

Demokraten-Parteitag hält Tradition aufrecht – mit neuem Schwung

„Wir gehen nicht zurück“, rappte Lil Jon und die Delegierten stimmten mit ein. Der Slogan war im Wahlkampf gegen den republikanischen Kandidaten Donald Trump zu einem der Hauptwahlkampfsprüche geworden. Musikalische Intermezzos sind bei den US-Parteitagen nichts Neues, so trat auch der Rock-Musiker Kid Rock bei dem Republikaner-Parteitag für die US-Wahl 2024 auf. Dass die Abstimmung, wenn auch nur symbolisch, so musikalisch untermalt wird, ist jedoch ungewöhnlich.

Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an

Mit dem Verzicht von Joe Biden auf die Kandidatur der Demokraten rückt seine Stellvertreterin Kamala Harris vor der US-Wahl 2024 in den Fokus.
Nachdem die Demokraten die Vizepräsidentin aufgestellt haben, hat Harris die Chance, als erste Frau in der Geschichte der USA das Präsidentenamt zu übernehmen. Damit wäre sie die mächtigste Frau der Welt.
Harris wurde am 20. Oktober 1964 in Oakland im Bundesstaat Kalifornien geboren. Ihr Vater war aus Jamaika in die USA eingewandert, um Wirtschaft zu studieren. Ihre Mutter, eine 2009 verstorbene Brustkrebsforscherin, kam aus Indien in die USA. Sie kam aus Indien und lernte Harris‘ Vater in den 60er Jahren in den USA kennen. 
Harris und ihre jüngere Schwester Maya wuchsen bei ihrer Mutter auf, zeitweise lebten sie im kanadischen Montreal. „Sie erzog uns zu stolzen, starken Schwarzen Frauen. Und sie hat uns beigebracht, unser indisches Erbe zu kennen und darauf stolz zu sein“, sagte Harris 2020 in einer Rede. Darin betonte sie auch, dass die USA einen Präsidenten brauchten, „der uns alle zusammenbringt – Schwarze, Weiße, Latinos, Asiaten, Indigene – um die Zukunft zu erreichen, die wir gemeinsam wollen“.
Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an

„Der Zählappell ist eine geliebte und altehrwürdige Tradition, und wir sind stolz darauf, ihn in einem neuen und unterhaltsamen Format wieder aufleben zu lassen“, sagte Jaime Harrison, der Vorsitzende des Democratic National Commitee, zu der schwungvollen Abstimmung.

Der Demokraten-Parteitag findet vom 19. bis zum 22. August im United Center in Chicago (Illinois) statt. Bei dem von allen großen US-Fernsehsendern gestreamten Parteitag redeten unter anderem auch Michel und Barack Obama, Hillary Clinton, sowie Joe und Jill Biden. Joe Biden zeigte sich auf dem Parteitag sichtlich harmonisch und bewegt. So zeigt auch der Parteitag, was sich in den verschiedenen Wahlkampagnen bereits widerspiegelt: Während Trump eine pessimistische Sicht zeichnet, schafft Harris Hoffnung. (lismah)

Rubriklistenbild: © IMAGO/USA TODAY Network/Mark Hoffman