Wegen Ukraine-Krieg
Litauen plant Kauf von Leopard-2-Kampfpanzern
- VonKristina Geldtschließen
Die Aufrüstungsstrategie Litauens wird greifbarer. Das Land zieht neben Stationierung deutscher Soldaten auch den Erwerb deutscher Waffen in Betracht.
Vilnius – Litauen rüstet auf. Künftig soll in dem an Kaliningrad und Weißrussland angrenzenden Land eine gepanzerte Brigade der deutschen Bundeswehr fest stationiert werden. Zusätzlich möchte Litauen auch eine neue, mit einem Panzerbataillon ausgerüstete, Streitkräfte-Division aufbauen. Dafür gibt es Pläne für den Kauf von Kampfpanzern des Typs Leopard 2 aus Deutschland. Die Beschaffungspläne wurden im Januar angekündigt und nehmen nun Form an.
Wegen Ukraine-Krieg: Nato-Mitglied Litauen möchte Leopard-Kampfpanzer aus Deutschland kaufen
Das kündigte Verteidigungsminister Laurynas Kasciunas dem öffentlich-rechtliche Rundfunkveranstalter LRT zufolge im litauischen Fernsehen an. Zunächst müsse der litauische Verteidigungsrat eine endgültige Entscheidung treffen. Wenn diese positiv ausfalle, könne der Vertrag im November unterzeichnet werden. Genauere Angaben zur Menge, Variante der Panzer und den Kosten für einen solchen Kauf machte er nicht.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine




Den Ukraine-Krieg sieht Litauen als direkte Gefahr für die nationale Sicherheit. Daher erhöhte die Regierung die Militärausgaben und rüstet die Armee massiv auf. Laut LRT beschloss Litauen Anfang des Jahres, die Panzer für die neue Division anzuschaffen. Dafür befinde sich das litauische Verteidigungsministerium in Gesprächen mit dem deutschen Hersteller Krauss-Maffei Wegmann.
Reaktion auf Ukraine-Krieg: Bundeswehr-Brigade bis 2027 dauerhaft in Litauen stationiert
Mit einem Regierungsabkommen legten Deutschland und Litauen Details zur Stationierung der deutschen Brigade fest bis 2027 fest. Bei einem Treffen in Berlin vereinbarten Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und Kasciunas, ab 2025 erste Kräfte vorab nach Nemencine und Rokantiskes zu entsenden. Im April kam das Vorkommando mit etwa 20 Soldaten im baltischen Land an. Bis Ende 2024 sollen laut Bundeswehr etwa 120 weitere folgen. Geplant ist, bis zu 5.000 Soldaten dauerhaft in Rudninkai und Rukla im Nato-Land zu stationieren, heißt es.
Der Kampfpanzer Leopard 2 gehört nach Angaben des Bundesministeriums der Verteidigung in Deutschland zu den modernsten Kampfpanzern der Welt. Maßgeblich für seine Schlagkraft sind laut Bundeswehr seine Feuerkraft, Beweglichkeit und sein Panzerschutz. Das Kampffahrzeug erreicht demnach 70 Kilometer pro Stunde, wiegt 60 Tonnen und kann Ziele in einer Entfernung von mehreren tausend Metern treffen. (dpa/gel)
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