Sanktionen gegen Russland

Mehr als zwölf Stunden Anreise: Lawrows Flieger muss Umweg nehmen

  • Franziska Schwarz
    VonFranziska Schwarz
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Staatsmedien berichten, wie die Reise von Russlands Außenminister Lawrow nach New York lief – wo die „russische Sichtweise“ zur Geltung kommen solle.

Update vom 23. Januar, 6.13 Uhr: Vor dem UN-Sicherheitsrat hat der eigens angereiste russische Außenminister Sergej Lawrow (siehe Erstmeldung) westliche Waffenlieferungen an die Ukraine erneut scharf kritisiert. Die Ukraine und Dutzende andere Länder – darunter auch Deutschland – wiederum warfen Russland Scheinheiligkeit und Ablenkungsmanöver vor. Russland wolle mit der Einberufung immer weiterer Sitzungen von seinem Überfall auf die Ukraine ablenken, sagten Vertreter dieser Staaten gestern in New York.

Mehr als zwölf Stunden Anreise: Lawrows Flieger muss Umweg nehmen

Erstmeldung: New York – Zwölf Stunden und 45 Minuten hat Sergej Lawrows letzter Flug gedauert. Der russischen Staatsagentur Tass ist das eine Meldung wert: Der Flieger mit Russlands Außenminister an Bord habe die „nördliche Route“ genommen, um den Überflug über „nicht wohlgesonnene Staaten“ („unfriendly states“) zu meiden. So umschreibt Tass, dass zahlreiche Staaten seit dem Ukraine-Krieg ihren Luftraum für russische Flugzeuge gesperrt haben.

Lawrow befindet sich jetzt jedenfalls in New York City – wegen der Zusammenkunft des UN-Sicherheitsrats ab Montag (22. Januar). Er will nach Angaben aus Moskau bei den Gesprächen auch die Lage im Ukraine-Krieg thematisieren, speziell den jüngsten Angriff in der russisch besetzten Region Donezk.

Lawrows Ministerium hatte die Attacke als einen „barbarischen Terrorakt“ verurteilt. In den vergangenen Monaten hatten die Regierungen in Kiew und Moskau einander häufig die Schuld für Angriffe auf Zivilisten gegeben.

Nach einer langen Reise: Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja (l.) empfängt Russlands Außenminister Sergej Lawrow in New York.

Lawrow-Sprecherin Sacharowa kündigt „russische Sichtweise“ auf Ukraine-Krieg an

Seine Ministeriumssprecherin Maria Sacharowa hatte angekündigt, Lawrow wolle nicht nur an den Debatten zur Ukraine, sondern auch an denen zum Nahost-Konflikt teilnehmen. Dabei solle es um „Auswege aus der umfassenden Krise“ durch den Krieg in Israel und Gaza gehen.

Zur Ukraine wolle Lawrow der Weltöffentlichkeit die russische Sichtweise nahebringen – auch was Wege zu einer politischen Lösung „unter Berücksichtigung rechtmäßiger russischer Sicherheitsinteressen“ betreffe. Unter „legitimes Sicherheitsinteresse“ versteht Russland seine Forderung nach einer Abrüstung der Ukraine und nach einem neutralen Status für das Land.

Putins Zirkel der Macht im Kreml – die Vertrauten des russischen Präsidenten

Zu den Scharfmachern im Ukraine-Krieg gehört auch Ramsan Kadyrow.
Am 2. März 2007 wählte das tschetschenische Parlament ihn auf Putins Vorschlag zum Präsidenten des Landes
Der russische Außenminister Sergei Lawrow ist so etwas wie „Putins rechte Hand“.
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs wiederholt Lawrow seine Vorwürfe, der Westen führe in der Ukraine Krieg gegen Russland.
Putins Zirkel der Macht im Kreml – die Vertrauten des russischen Präsidenten

Russlands Außenminister Lawrow bis 24. Januar in den USA

Russland führt seit fast zwei Jahren Krieg gegen die Ukraine und hat eroberte Gebiete zu seinem Staatsgebiet erklärt. Eine Rückgabe kommt aus Moskauer Sicht nicht infrage. Die Ukraine versucht, ihr Territorium zurückzuerobern. Die internationale Gemeinschaft erkennt bis auf wenige Ausnahmen die russischen Annexionen von 2022 wie auch die Einverleibung der Halbinsel Krim 2014 nicht an. Der UN-Sicherheitsrat tagt bis zum 24. Januar. (frs)

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