Krieg gegen Ukraine

Wettkampf gegen F-16: Neue Zahlen zeigen, wie gut Russlands Kampfjet-Produktion läuft

Aufmunitioniert: ein russischer Kampfjet Su-34 vor einem wolkigen Himmel. (Symbolfoto)
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Ein russischer Kampfjet des Typs Su-34 (Archivbild).
  • Fabian Müller
    VonFabian Müller
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Seit Kriegsbeginn mit der Ukraine liefern die russischen Kampfjet-Fabriken konstant hohe Zahlen. Unterdessen wächst in Russland die Angst vor den F-16.

Moskau - Russische Flugzeugbauer liefern weiter in großem Umfang neue Kampfflugzeuge an die russischen Streitkräfte aus. Das berichtet die ukrainische Plattform Defense Express. Derzeit stellen die Rüstungskonzerne Kampfflugzeuge der Typen Su-57, Su-35, Su-34 und Jak-130 her, die Kampfflugzeuge der Typen MiG-29 und Su-30 werden derweil repariert und modernisiert.

Im ersten Jahr des russischen Kriegs gegen die gesamte Ukraine erhielten die russischen Luftstreitkräfte 29 neue beziehungsweise modernisierte Flugzeuge. Während des vergangenen Jahres waren es insgesamt 26 Kampfjets. Für das laufende Jahr rechnet das ukrainische Medium Obozrevatel mit einer Zahl zwischen 22 und 28 modernen Kampfjets für die russische Armee. Die Luftwaffe von Wladimir Putin könnte den Nachschub gerade mit Blick auf die bevorstehende Lieferung von F-16-Kampfjets dringen benötigen.

Russische Kampfjet-Produktion: Luftwaffe wird mit neuen Flugzeugen ausgestattet

In der ersten Hälfte dieses Jahres wurden bereits vier Jagdbomber des Typs Su-34 ausgeliefert. Russische Medien sprechen davon, dass das Novosibirsker Flugzeugwerk in den vergangenen Jahren insgesamt 163 Su-34 überführt habe. Wie viele davon noch einsatzfähig sind, ist unklar. Alleine im Jahr 2022 soll die russische Luftwaffe 30 Su-34 verloren haben, unbestätigte Berichte gehen sogar von bis zu 60 abgeschossenen oder zerstörten Flugzeugen dieses Typs aus.

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2024 wurden außerdem vier Mehrzweckkampfflugzeuge des Typs Su-35 ausgeliefert, allesamt hergestellt im Flugzeugwerk in Komsomolsk am Amur. Das Irkutsker Werk lieferte zudem zwei Jak-130-Jets. Insgesamt sollen die russischen Luftstreitkräfte über rund 120 Jak-130 verfügen.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Der ukrainische Militärexperte Oleksandr Kovalenko geht davon aus, dass im zweiten Halbjahr deutlich mehr als die bislang zehn ausgelieferten Jets in Betrieb genommen werden könnten. Je vier bis sechs Su-34 und Su-35 stehen vor der Fertigstellung, zudem mindestens zwei Jak-130. Außerdem sollen in diesem Zeitraum weitere Su-30- und Su-57-Kampfflugzeuge modernisiert werden. Die Seite Defense Express bezeichnet die russischen Kapazitäten allerdings als „begrenzt“. Das Produktionsniveau reiche nicht aus, um die im Krieg mit der Ukraine verlorenen Kampfflugzeuge vollständig zu ersetzen.

Video: Putin verstärkt Luftabwehr auf der Krim

Russland durch F-16-Lieferungen an die Ukraine weiter unter Druck

Die russische Luftwaffe geriet zuletzt vor allem durch die F-16-Lieferungen an die Ukraine unter Druck. Ein Bündnis aus Nato-Mitgliedern hatte mit Billigung durch die USA Dutzende solcher Jets der Ukraine zugesagt, die ersten sind bereits im Land eingetroffen. Militärexperten sprechen davon, dass die Lieferungen der Flugzeuge ein wichtiger Schritt im Ukraine-Krieg sein könnte.

Der Respekt in Russland vor den Jets aus US-amerikanischer Produktion scheint groß zu sein. Das Verteidigungsministerium ersetzte unlängst den Chef der Luftwaffe, auf der Krim-Halbinseln ist die Verteidigung gegen Angriffe aus der Luft deutlich verbessert worden. Die Ukraine hofft derweil auf die Rückeroberung der Lufthoheit im eigenen Land. Bislang konnten russische Raketen und Kampfjets überwiegend nur mit Luftverteidigungssystemen abgewehrt werden. (fmü)