Seeunterstützung Ukraine

Nato-Unterstützung: „Viking“-Amphibienfahrzeuge stärken ukrainische Marine

  • Nils Thomas Hinsberger
    VonNils Thomas Hinsberger
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Während die Ukraine russische Invasionstruppen an Land bekämpft, bekommt sie Nato-Unterstützung für ihre Seestreitkräfte. Damit könnten weitere Handelsrouten für Lebensmittel wieder geöffnet werden.

Kiew – Die knapp besetzte ukrainische Marine wird mit neuen Lieferungen aus der Nato unterstützt. Zwei Minenräumschiffe, 23 Angriffsboote und 20 Viking-Amphibienfahrzeuge aus Großbritannien und Norwegen sollen beim Kampf gegen Russland im Schwarzen Meer die notwendige Hilfe bringen.

Die Lieferungen sind Teil einer neuen maritimen Koalition zwischen der Nato und der Ukraine. Damit wolle man die Fähigkeit der Ukraine stärken, auf See zu operieren, hieß es vom britischen Verteidigungsministerium. Da nach dem Ukraine-Krieg eine Integration in die Nato immer wahrscheinlicher wird, könnte die Ukraine ihre Marine umgestalten und „sie mit westlichen Verbündeten kompatibler“ machen. Das berge Vorteile, um die „Sicherheit im Schwarzen Meer zu stärken“.

Seewege rund um die Ukraine sind stark vermint

Seit Wladimir Putins Angriffskrieg auf die Ukraine sind die Gewässer wegen russischer Minen für alle Arten von Wasserfahrzeugen zur Gefahr geworden. Häfen, die zur Lieferung von Getreide genutzt wurden, hatte Russland blockiert. Wie der britische Verteidigungsminister mitteilte, würden die beiden Minenräumschiffe „der Ukraine lebenswichtige Fähigkeiten liefern, die dazu beitragen werden, Leben auf See zu retten und wichtige Exportrouten zu eröffnen“.

Das Minenjagdschiff „HMS Pembroke“ der britischen Marine verlässt den Hafen von Gdynia in Gdynia, Polen, am 23. Februar 2015. Der Ukraine werden insgesamt zwei britische Anti-Minen-Schiffe geliefert.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bereits den Sieg über Russland im Schwarzen Meer verkündet. „Wir haben unseren Seehandel, insbesondere den Lebensmittelexport, wieder aufgenommen und so Dutzende Nationen in Afrika und Asien vor Hunger und Chaos geschützt“, teilte Selenskyj am Montag (11. Dezember) mit. 2024 werde man weitere Seerouten mit Unterstützung der Nato-Koalition freimachen.

Könnte die Auslieferung der Nato-Schiffe an der Türkei scheitern?

Das Nato-Land Türkei fahre einen vorsichtigen Kurs mit der Kreml-Regierung und habe die Handelsbeziehungen zu Russland nicht gänzlich aufgegeben, berichtete Newsweek. Gleichzeitig kontrolliere es den Zugang zum Schwarzen Meer über den Bosporus und somit zur Ukraine. Die Durchfahrt ist für Kriegsschiffe, die in einen Konflikt involviert sind, nach der von Ankara ausgeübten Montreux-Konvention stark eingeschränkt.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Russland hatte die Ukraine am 22. Februar 2022 unter dem Vorwand der Entnazifizierung angegriffen. Eigentlich sollte der von Putin als „Spezialoperation“ bezeichnete Krieg nur wenige Tage dauern. Seither befinden sich die beiden Länder jedoch in andauernden Kampfhandlungen. Unterstützung erhält die Ukraine vor allem von westlichen Staaten. (nhi)

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