Ukraine-Krieg

Drohnen im Schwarzen Meer: Russland beklagt US-Provokation nahe der Krim

Drohne MQ-9 Reaper
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Eine US-amerikanische Drohne vom Typ MQ-9.
  • Jekaterina Jalunina
    VonJekaterina Jalunina
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Die USA haben im Schwarzen Meer Aufklärungsdrohnen im Einsatz. Russland sieht es als Einmischung in den Ukraine-Krieg und droht mit Konsequenzen.

Moskau – Russland beklagt den intensiveren Einsatz von US-Drohnen im Schwarzen Meer und kündigt eine Reaktion auf „Provokationen“ an. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass die USA der Ukraine durch ihre Aufklärungsdrohnen Daten zu Zielen auf russischem Gebiet liefern, um Angriffe mit westlichen Waffen zu ermöglichen. Verteidigungsminister Andrej Beloussow habe dem Generalstab der Streitkräfte Anweisung erteilt, Vorschläge für eine operative Antwort auf Drohnenprovokationen vorzubereiten.

Zwischenfälle mit US-Drohnen und russischen Kampfjets

Moskau hatte mehrfach Kampfjets aufsteigen lassen, um US-Drohnen vom Typ MQ-9A „Reaper“ abzufangen, die sich angeblich der russischen Staatsgrenze näherten. Im März 2023 kollidierte eine US-Militärdrohne über internationalem Gewässer mit einem russischen Kampfjet, woraufhin die Drohne abstürzte.

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Russland sieht erhöhtes Konfliktrisiko im Schwarzen Meer durch US- und Nato-Einmischung

Nach der völkerrechtlich nicht anerkannten Annexion der Krim durch Russland im Jahr 2014 beansprucht Russland größere Teile des Schwarzen Meeres als sein Gebiet. Dies führt immer wieder zu Zwischenfällen zwischen den USA und Russland. Das russische Verteidigungsministerium wirft den USA und der Nato vor, sich immer tiefer in den Ukraine-Krieg zu verwickeln. Die Drohnenflüge erhöhen laut Moskau das Risiko einer direkten Konfrontation zwischen der Allianz und Russland. Die Verantwortung dafür werde die Nato tragen, so das Ministerium.

USA und Russland besprechen Eskalationsrisiko durch US-Waffenlieferungen an die Ukraine

Am Dienstag führten US-Verteidigungsminister Lloyd Austin und sein russischer Amtskollege Andrej Beloussow in einem seltenen Austausch Gespräche über die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und Russland im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg. Beloussow warnte dabei vor einer möglichen Eskalation der Lage durch die fortlaufenden US-Waffenlieferungen an die Ukraine, wie es aus Moskau hieß.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
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Russland kündigt Maßnahmen gegen verstärkte US-Drohnenflüge über dem Schwarzen Meer an

Beloussow habe den Generalstab angewiesen, Vorschläge für Maßnahmen zur sofortigen Reaktion auf Überflüge von US-Aufklärungsdrohnen zu erarbeiten. In der Erklärung des Ministeriums heißt es weiter, dass die Intensität der Flüge strategischer US-Drohnen über dem Schwarzen Meer zunehme. Diese Drohnen würden Daten sammeln und Präzisionswaffen der westlichen Länder unterstützen, die den ukrainischen Streitkräften geliefert wurden, um russische Ziele anzugreifen.

Russland droht USA nach Raketenangriff auf Sewastopol

Bereits am Montag hatte Russland Washington nach einem ukrainischen Raketenangriff auf die Stadt Sewastopol auf der seit 2014 von Russland annektierten Krim mit Konsequenzen gedroht. Bei dem Angriff kamen an einem Stadtstrand Menschen ums Leben, viele weitere wurden verletzt. Das russische Außenministerium bestellte daraufhin die US-Botschafterin in Moskau, Lynne Tracy, ein und überreichte ihr eine Protestnote. Die Ukraine hat derweil die Befreiung der Krim von der russischen Besatzung angekündigt. (dpa/jek)