Neue Forderung nach Kursk-Offensive

Mehr Leopard-2-Panzer für die Ukraine: „Versager im Kreml ist gescheitert“

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Kursk-Offensive: Marcus Faber (FDP), der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, fordert, Leopard-2-Panzer an die Ukraine zu liefern (Montage)
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    VonPaula Völkner
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Die Ukraine rückt in Kursk weiter vor. Der Leiter des Verteidigungsausschusses interpretiert dies als „Scheitern“ Putins und plädiert für Waffenlieferungen an die Ukraine.

Kursk/Berlin – Seit nun mehr als einer Woche läuft die ukrainische Offensive in der russischen Grenzregion Kursk. Der Vorstoß wird von vielen Seiten auch als eine Bedrohung für den russischen Präsidenten beschrieben. Die BBC titelt in einem Bericht aus Moskau: „Der Vormarsch der Ukraine untergräbt Putins Image als ‚Mr. Sicherheit‘.“ Die Antwort des Kreml-Chefs auf den ukrainischen Einmarsch sei bislang nicht besonders überzeugend, heißt es in einer Analyse des Guardian.

Auch der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Marcus Faber (FDP), sieht Wladimir Putin durch die Offensive geschwächt. Bei X schreibt er am Freitag (16. August), „Putin scheitert bei der Verteidigung Russlands“. Den Vormarsch der ukrainischen Truppen in Kursk beschreibt Faber als „beeindruckend“. Die Offensive zeige, „dass der Versager im Kreml gescheitert ist“, so Faber. „Militärisch ist er überfordert.“

Ukrainische Offensive in Kursk: Selenskyj spricht von mehr als 80 eingenommenen Siedlungen

Die Ukraine soll nach eigenen Angaben bereits mehr als 80 russische Siedlungen in der Region Kursk eingenommen haben. Das erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videoansprache. Auch die Stadt Sudscha soll demzufolge vollständig unter ukrainischer Kontrolle sein. Sudscha soll laut Selenskyj nun Sitz der ersten ukrainischen Militärkommandantur auf russischem Gebiet unter Generalmajor Eduard Moskaljow werden.

Leopard-2-Panzer für die Ukraine: Ampel-Politiker fordert weitere Waffenlieferungen im Kampf gegen Putin

Aus dem ukrainischen Vormarsch leitet Faber Handlungsbedarf für Deutschland ab. Nicht zum ersten Mal fordert Faber in seinem Post: „Der Erfolg der Ukraine muss für uns Anlass sein, über die Abgabe von weiteren Leopard2 und Fuchs zu sprechen.“

Seit 2023 hat die Ukraine westliche Kampfpanzer für die Verteidigung gegen Russland erhalten – darunter auch Leopard 2 aus Deutschland. Im Rahmen der Kursk-Offensive gab es bereits Debatten über den Einsatz deutscher Waffen in Russland. Auf Drohnenaufnahmen zu Beginn des ukrainischen Einmarsches waren auch deutsche Marder-Schützenpanzer zu sehen, die auf russischem Boden an der Offensive beteiligt sind.

Deutsche Leopard-2-Panzer im Ukraine-Krieg: Einsatz auf „militärische Ziele sind legitim. In ganz Russland“

Faber sagte darüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Mit der Übergabe an die Ukraine sind es ukrainische Waffen.“ Auch im Juni sagte Faber über den Einsatz westlicher Waffen in Russland gegenüber ntv: „Militärische Ziele sind legitim. In ganz Russland“ – solange die Ukraine beim Einsatz das Völkerrecht wahre, betonte Faber.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

18 Leopard-2-Panzer hat die deutsche Bundesregierung bislang an die Ukraine geliefert. Für Faber ist das zu wenig: „Da geht mehr – insbesondere da wir 123 Leo2 nachbestellt haben und für den Fuchs vor einer Auswahlentscheidung stehen“, schreibt er auf X. Am 3. Juli hat der Bundestag das Go für die Bestellung von 105 Kampfpanzer Leopard 2 der neuesten Generation gegeben. Bereits 2023 wurden 18 der Panzer bestellt, um die an die Ukraine gelieferten Leopard 2 zu ersetzen. (pav)