„Sie sind beide Narzissten“

Musk bei Trump: Der „Gast, der nicht gehen will“ erzeugt Verwirrung

  • Paula Völkner
    VonPaula Völkner
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Bereits Musks Teilnahme an Trumps Telefonat mit Selenskyj hat für Verwunderung gesorgt. Musk scheint ein ständiger Besucher zu sein – Trumps Team scheint nicht begeistert.

Palm Beach – Nach dem US-Wahlsieg des Republikaners Donald Trump scheinen der designierte US-Präsident und der Tech-Milliardär Elon Musk unzertrennlich. Nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses posierte Musk Arm in Arm mit Trumps Sohn auf einem Familienfoto. Selbst beim Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj war Musk dabei. Der Tesla-Chef hat offenbar einen Platz in Trumps innerem Kreis gefunden. Eine gefährliche Bromance – könnte man sagen.

Musk wird zu Dauergast bei Trump – zum Leidwesen des Trump-Teams

In Trumps Anwesen Mar-a-Lago soll Musk zum Dauergast geworden sein – einem „Gast der nicht gehen will“. So sollen Mitglieder des Trump-Teams Musk laut CNN genannt haben. Demnach habe der Besitzer der Plattform X in der Woche nach dem Wahlsieg Trump beinahe jeden Tag einen Besuch abgestattet. In einer Sendung sagte die Tech-Journalistin Kara Swisher über Musks Ein- und Ausgehen in Trumps Anwesen: „Ich habe von Trump-Leuten gehört, die mich anriefen und sagten: ‚Oh, wow, das ist seltsam.‘“ Swisher fügte hinzu: „Und das ist es.“

Nach der US-Wahl: Elon Musk soll bei Donald Trumps Team für Kopfschütteln sorgen (Archivbild)

Beziehung zwischen Trump und Musk: „Es kann nur einen Narzissten an der Spitze des Landes geben“

Die Beobachterin gehe nicht davon aus, dass die scheinbar enge Beziehung zwischen Trump und Musk von langer Dauer sein wird. „Sie sind beide Narzissten, und es kann nur einen Narzissten an der Spitze des Landes geben, und das ist Donald Trump“, sagte Swisher. Mit Musk – so die Prognose der Journalistin – werde Trump früher oder später aneinandergeraten. Dennoch: Selbst wenn die Journalistin mit ihrer Annahme recht behalten sollte, könnte Musk bis zum Zerwürfnis bereits erheblichen Einfluss auf die US-Politik genommen haben.

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Auch ohne einen Platz in Trumps Regierung scheint die Macht des Tech-Milliardärs zu wachsen. „Eine Quelle sagte mir, Elon Musk habe genauso großen Einfluss von außen“, sagte CNN-Moderatorin Kaitlan Collins in einer Sendung am Sonntag. Derzeit ist das Trump-Team laut Bericht der New York Times in Beratungen darüber, wer Teil von Trumps Kabinett werden soll. Trump soll für seine Entscheidung auch Freunde und Mitarbeiter zurate ziehen.

Musks Einfluss auf die Besetzung der Trump-Regierung bringt dem Tech-Milliardär Vorteile

Bei der Besetzung der Posten könnte laut Times auch Musk eine der „Schlüsselpersonen“ sein. Der X-Besitzer soll in der vergangenen Woche in der Nähe von Mar-a-Lago gewesen sein, als der designierte Präsident seine ersten formellen Übergangstreffen begann, heißt es in dem Bericht. Auch habe Trump angekündigt, Musk solle eine Position bekommen, bei der er sich mit Kürzung der Staatsausgaben beschäftigen wird. Damit würde Trump mit Musk jemandem die Kontrolle über Regierungsausgaben überlassen, der sich ständig lautstark über Regulierungshürden beklagt. 

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Bei der Frage, was für Musk ansonsten dabei herausspringt, verweist die Times auch auf die finanziellen Vorteile. So könnte Musk von der Beziehung unter anderem als Regierungsauftragnehmer mit seinem Unternehmen SpaceX profitieren. Auch als Besitzer der Plattform X könnte Musk profitieren. Bereits jetzt ist der Aktienkurs des amerikanischen Elektroauto-Herstellers Tesla infolge des Trump-Sieges deutlich gestiegen. Neben den finanziellen Vorzügen, scheint ein weiterer Anreiz für den Tech-Milliardär auf der Hand zu liegen: Sein Streben nach mehr Macht. (pav)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Jen Golbeck / SOPA Images