Bundestagswahl 2025

Erste Umfrage nach Asyl-Chaos: Zwei minimale Gewinner – auch Fünf-Prozent-Hürde gerissen

  • Christian Stör
    VonChristian Stör
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Friedrich Merz sorgt mit seiner Asylpolitik für Aufsehen. Eine neue Umfrage zeigt: Trotz aller Empörung bleibt die Union stabil.

Berlin – Die letzte Januarwoche stand ganz im Zeichen von Friedrich Merz. Erst hatte ein Antrag der Union für Zurückweisungen von Migranten an den deutschen Grenzen eine Mehrheit gefunden, dann fiel der Gesetzentwurf der CDU/CSU-Fraktion zur Begrenzung der Migration im Bundestag durch. Die Offenheit von Merz, sich notfalls mit den Stimmen der AfD eine Mehrheit für seine angestrebte Asyl-Wende zu sichern, hat zugleich eine Welle der Empörung ausgelöst.

Wie wirkt sich das von Merz verursachte Chaos im Parlament aber auf die Umfragen zur Bundestagswahl aus? Eine erste Antwort könnte die neue Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Insa im Auftrag der Bild am Sonntag geben. Am Ergebnis ändert sich erst einmal nichts: Demnach liegt die Union gut drei Wochen vor der Bundestagswahl 2025 weiter unverändert bei 30 Prozent.

Friedrich Merz: Bierdeckel, Blackrock und schließlich Bundeskanzler

Friedrich Merz wurde am 11. November 1955 in Brilon geboren.
Luftbild des Gymnasiums Petrinum in Brilon, wo Friedrich Merz seine Schulzeit verbrachte und 1975 das Abitur ablegte.
Friedrich Merz studierte unter anderem an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Jura.
Friedrich Merz leistet seinen Wehrdienst von Juli 1975 bis September 1976 bei der Artillerietruppe der Bundeswehr in Kusel.
Friedrich Merz: Bierdeckel, Blackrock und schließlich Bundeskanzler

Umfrage nach Asyl-Chaos: Merz immer noch führender vor Bundestagswahl 2025 – noch

Zweitstärkste Kraft bleibt in der neuen Umfrage die AfD, die gegenüber der Vorwoche um einen Prozentpunkt zulegen kann. Dahinter folgen SPD und die Grünen. Das Bündnis Sahra Wagenknecht würde als fünfte Partei den Einzug in den Bundestag schaffen. FDP und Die Linke liegen aber weiter unter der wichtigen Fünf-Prozent-Marke.

Die aktuellen Daten der Umfrage im Überblick:

ParteiUmfrage-Ergebnis in %
CDU/CSU30 (=)
AfD22 (+1)
SPD17 (+1)
Grüne12 (=)
BSW6 (-1)
FDP4 (=)
Linke4 (=)
Sonstige5 (-1)

Institut: Insa. Erhebungszeitraum: 30. bis 31. Januar. Fallzahl: 1203 Befragte. Fehlertoleranz: +/- 2,9 Prozentpunkte.

Die AfD verhilft einem Unionsantrag zur Migrationspolitik zur Mehrheit. Die politische Konfrontation gipfelt in einer außergewöhnlichen Bundestagssitzung. Wirkt sich das vor der Bundestagswahl 2025 auch auf die Umfragen aus?

Durch die Ereignisse der vergangenen Woche sind andere Themen im Wahlkampf völlig nach hinten gerückt, obwohl sie weiterhin viele Menschen beschäftigen: hohe Preise oder die schwache Konjunktur zum Beispiel. Ein Thema, das wochenlang den Wahlkampf vor der Bundestagswahl 2025 bestimmte, ist ganz verschwunden: Statt über US-Milliardär Elon Musk und seine AfD-Lobeshymnen sprechen jetzt alle nur noch über Friedrich Merz.

Bundestagswahl 2025: Umfragen sind keine Prognosen

Umfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang. Zudem ist stets ein statistischer Fehler von bis zu drei Prozentpunkten zu beachten (Fehlertoleranz).

Die Umfragen in Deutschland sind zuletzt recht genau ausgefallen. So lag die mittlere durchschnittliche Abweichung aller Institute bei der Bundestagswahl 2021 laut dem Internetportal Dawum bei 1,03 Prozentpunkten. Berücksichtigt wurden dabei all diejenigen Institute, die 30 Tage vor der Wahl eine Sonntagsfrage veröffentlicht hatten. (cs)

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa