Kolumne von Meteorologe Dominik Jung

Unwetter-Hammer nach Sommerstart: Heftige Gewitter, Starkregen, Sturm und gefährliche Hitze drohen

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Kaum ist der Sommer offiziell da, ziehen Unwetter übers Land. Hitzerekorde, Blitzgefahr und Sturm stehen bevor. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Hamm – Nur einen Tag nach dem kalendarischen Sommeranfang am Samstag (21. Juni) steht Deutschland eine markante Wetterlage bevor: Am Sonntag (22. Juni) entwickelt sich über großen Teilen des Landes eine brisante Mischung aus schwülwarmer Luft, sehr hohen Temperaturen und zunehmender Instabilität in der Atmosphäre. Das Ergebnis: Bereits am Nachmittag drohen erste kräftige Wärmegewitter, die sich rasch zu Unwettern mit Starkregen, Hagel und stürmischen Böen auswachsen können.

Am Sonntag und in der Nacht auf Montag (23. Juni) ziehen aus Westen Gewitter heran.

Besonders betroffen ist ein Streifen von Baden-Württemberg über Bayern bis hinauf nach Sachsen – dort warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor unwetterartigen Entwicklungen. Auch in der Nacht zum Montag (23. Juni) bleibt es gefährlich: Energiegeladene Luftmassen sorgen weiterhin für Gewitter mit lokaler Überflutungsgefahr. Eine Bauernregel gibt auch eine erste Wetterprognose zum Siebenschläfertag.

Wetter in Deutschland am Montag: Gewitterlinie und Tropennacht

Der Montag beginnt in vielen Regionen bereits mit tropischen Temperaturen jenseits der 25 Grad, die durch die feuchte Luft besonders belastend wirken. Doch das eigentliche Problem rollt am Nachmittag und Abend heran: Eine sogenannte Gewitterlinie könnte sich von Westen her über die Mitte Deutschlands schieben.

Meteorologen warnen vor einer „markanten Unwetterlage“ mit Orkanböen, großem Hagel und Platzregen – lokal könnten innerhalb kurzer Zeit über 60 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. Die Infrastruktur – vor allem Straßen und Bahnlinien – wäre dann durch Überflutung oder umgestürzte Bäume gefährdet. Zudem bleibt es auch in der Nacht auf Dienstag (24. Juni) ungewöhnlich warm, vielerorts mit Tiefstwerten über 20 Grad – eine klassische Tropennacht, die den Körper stresst.

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Was jetzt wichtig ist: Wetter-Warnungen ernst nehmen und vorbereitet sein

Wer ab Sonntag (22. Juni) unterwegs ist oder Veranstaltungen im Freien plant, sollte die Warnlage ernst nehmen. Die Unwettergefahr ist nicht nur punktuell, sondern großflächig – mit hoher Dynamik und regional extremen Ausprägungen. Wetterdienste empfehlen, regelmäßig Warn-Apps zu prüfen, mobile Geräte aufzuladen und lose Gegenstände im Freien zu sichern.

Besonders Senioren, Kinder und Menschen mit Vorerkrankungen sollten sich bei großer Hitze möglichst in kühlen Räumen aufhalten und ausreichend trinken. Auch Autofahrer müssen auf Aquaplaning, schlechte Sicht und plötzliche Sturmböen gefasst sein.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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