Regime-Sturz in Syrien

Nach Sturz in Syrien: Assad findet Schutz in Russland

  • Jekaterina Jalunina
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Der stellvertretende russische Außenminister, Sergej Rjabkow, hat am Dienstag die Anwesenheit des abgesetzten syrischen Herrschers Baschar al-Assad in Russland offiziell bestätigt.

Moskau – Am Sonntag hatten die russischen Nachrichtenagenturen gemeldet, dass der gestürzte Machthaben Syriens Baschar al-Assad mit seiner Familie nach Moskau geflohen sei. Nach einer Ende November begonnenen Offensive waren zuvor islamistische Milizen in Damaskus einmarschiert und hatten den Sturz des seit Jahrzehnten herrschenden Assad herbeigeführt.

Russland hat dem ehemaligen syrischen Präsidenten Zuflucht gewährt. Wie der stellvertretende russische Außenminister Sergei Rjabkow in einem Interview mit NBC News am Dienstag bestätigte, wurde Assad nach dem raschen Zusammenbruch seines Regimes „auf die sicherste Art und Weise, die möglich war“ nach Russland gebracht. Rjabkow erklärte: „Er ist in Sicherheit, und das zeigt, dass Russland in einer solch außergewöhnlichen Situation so handelt, wie es erforderlich ist.“

Syrien-Machthaber Assad kam bei Wladimir Putin in Russland unter.

Nach Regime-Zusammenbruch in Syrien: Moskau bestätigt offiziell die Anwesenheit Assads in Russland

Mit dieser Aussage bestätigte Rjabkow erstmals offiziell die Anwesenheit Assads in Russland. Auf die Frage, ob der Kreml den ehemaligen syrischen Präsidenten an den Internationalen Strafgerichtshof ausliefern würde, stellte der stellvertretende Außenminister klar: „Russland ist kein Vertragsstaat des Übereinkommens zur Errichtung des Internationalen Strafgerichtshofs.“

Rjabkow ging nicht weiter ins Detail über Assads aktuelle Situation und erklärte: „Ich habe keine Ahnung, was im Moment mit ihm los ist.“ Er fügte hinzu, dass es „sehr falsch von mir wäre, näher darauf einzugehen, was passiert ist und wie es gelöst wurde“.

Kreml behauptet, Assad habe persönlich und selbständig über seinen Rücktritt entschieden

Der Zusammenbruch des syrischen Regimes stellt einen erheblichen Rückschlag für den russischen Präsidenten Wladimir Putin dar, der Assad in der Vergangenheit uneingeschränkt unterstützt hatte. Putin hatte entscheidend dazu beigetragen, dass Assad trotz des langjährigen Bürgerkriegs an der Macht bleiben und die 1971 begründete Dynastie seiner Familie fortführen konnte.

Assad hat nach Darstellung des Kremls persönlich und selbständig über seinen Rücktritt entschieden. „Der Rückzug vom Prozess der Ausübung der Pflichten des Staatsoberhaupts war die individuelle Entscheidung Assads“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen Agenturen zufolge. Zur Rolle Moskaus dabei wollte er sich nicht weiter äußern.

Syrien-Rebellen stürzen Assad: Die Bilder des Machtwechsels

Machthaber Baschar al-Assad ist gestürzt. In ganz Syrien versammeln sich Menschen, um den Sturz der syrischen Regierung zu feiern.
Ein zerbrochenes Porträt des syrischen Ex-Präsidenten Hafez Assad liegt auf dem Boden. Menschen durchwühlten die Privatwohnung des geflohenen Machthabers Baschar al-Assad.
Menschen gehen durch die Hallen des Präsidentenpalastes des syrischen Präsidenten, nach dem Sturz des bisherigen syrischen Machthabers al-Assad.
Eine Gruppe von Menschen macht ein Familienfoto, während sie auf einer Couch in einem Saal des Präsidentenpalastes, nach dem Sturz des bisherigen syrischen Machthabers al-Assad.
Syrien-Rebellen stürzen Assad: Die Bilder des Machtwechsels

Assad hat nach seinem Sturz in Syrien mit seiner Familie Asyl in Russland erhalten. Putin, der sich immer wieder mit Assad traf, habe die Entscheidung getroffen, die Familie in Russland aufzunehmen, hatte Peskow bereits am Montag gesagt. Ein Treffen ist demnach allerdings nicht geplant. Den genauen Aufenthaltsort Assads haben die russischen Behörden nicht bekannt gegeben. (dpa/jal)

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