Was am Tag nach der Tat passiert

Nach Weihnachtsmarkt-Anschlag: Magdeburg in Trauer – Gedenkplatz aufgebaut, etliche Events abgesagt

  • Sandra Sporer
    VonSandra Sporer
    schließen

Der grausame Überfall auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg schockiert. Die Stadt reagiert mit diversen Maßnahmen.

Magdeburg – Am Freitagabend (20. Dezember) rast ein Auto in eine Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt in Magdeburg. Es gibt mehrere Tote und zahlreiche Verletzte. Im Nachgang des Anschlags von Magdeburg werden nun zahlreiche Veranstaltungen aus Pietäts- und Sicherheitsgründen abgesagt. Die Stadt Magdeburg will der Bevölkerung zudem einen Raum geben, ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen.

Nach Todesfahrt auf Weihnachtsmarkt in Magdeburg: Menschen trauern vor der Johanniskirche für die Opfer von dem Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt in Magdeburg.

Weihnachtsmarkt Magdeburg: So trauert die Stadt um die Anschlags-Opfer

Wie über den X-Account der Stadt Magdeburg bekannt gegeben wurde, soll „am Westportal der Johanniskirche (…) ein Gedenkplatz eingerichtet“ werden. Zudem findet um 19 Uhr eine Gedenkstunde im Magdeburger Dom statt.

Gleichzeitig rufen Stadt und Polizei Zeugen weiterhin dazu auf, sich mit Hinweisen bezüglich der Tat und des mutmaßlichen Täters Taleb A. zu melden. Diese können via hinweisportal.de oder st.hinweisportal.de übermittelt werden. Auch Videos und Bilder, die den Tathergang zeigen, können eingereicht werden.

Nach Anschlag auf Weihnachtsmarkt in Magdeburg: Sachsen-Anhalt ordnet Trauerbeflaggung an

Das Land Sachsen-Anhalt hat als „Zeichen der Anteilnahme mit den Opfern des mutmaßlichen Anschlags“ Trauerbeflaggung für alle Dienstgebäude angeordnet, wie das Innenministerium in Magdeburg Samstagmorgen mitteilte. Die Anordnung gilt bis einschließlich Montag.

Seit 11 Uhr besuchen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, den Ort des mutmaßlichen Anschlags auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg. Anschließend ist eine Pressekonferenz geplant.

Anschlag auf Weihnachtsmarkt in Magdeburg: Bilder vom Großeinsatz

Bundeskanzler Olaf Scholz (Mitte, SPD) und Reiner Haseloff (l, CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, besuchen den Ort des tödlichen Anschlags auf dem Weihnachtsmarkt in Magdeburg.
Eine Frau legt am Gedenkort an der Johanniskirche in Magdeburg ein Plüschtier nieder. Mehrere Menschen waren bei einem Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt am Freitagabend ums Leben gekommen.
Menschen trauern vor der Johanniskirche um die Opfer des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg.
Nach dem Anschlag von Magdeburg arbeitet die Spurensicherung an dem Auto, mit dem der Tatverdächtige in eine Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt gefahren sein soll.
Anschlag auf Weihnachtsmarkt in Magdeburg: Bilder vom Großeinsatz

Nach Anschlag auf Weihnachtsmarkt in Magdeburg: Zahlreiche Veranstaltungen abgesagt

Viele Veranstaltungen, die für die kommenden Tage geplant waren, wurden indes abgesagt oder stehen aktuell noch auf dem Prüfstand. Die Stadt hat zudem bekannt gegeben, dass alle öffentliche Kultureinrichtungen in den kommenden Tagen geschlossen bleiben. Dazu zählen unter anderem Theater und diverse Museen.

Weitere Veranstaltungen, die ausfallen, sind unter anderem:

  • Eisbahn Eiszeit Magdeburg / Festung Mark: Samstag (21. Dezember) und Sonntag (22. Dezember) geschlossen
  • Adventsmarkt in Luises Wintergarten: Samstag (21. Dezember) und Sonntag (22. Dezember) geschlossen
  • Konzert mit Westbam und K-Paul in der Festung Mark am Samstag (21. Dezember) um 22 Uhr
  • Konzert „Macht hoch die Tür“ im Schinkelsaal am Samstag (21. Dezember) um 17 Uhr

Auch außerhalb Magdeburgs fallen aufgrund des Anschlags einige Veranstaltung aus oder werden als Ausdruck der Anteilnahme in abgewandelter Form durchgeführt. So wird es am Ludwigshafener Weihnachtsmarkt bis einschließlich Montag kein Musikprogramm geben, wie das Portal Die Rheipfalz berichtet. Zwei Weihnachtsmärkte nahe Magdeburg finden gar nicht mehr statt. So erklärte Kay Gericke, Bürgermeister der Gemeinde Biederitz, bei Meetingpoint Magdeburg: „Schweren Herzens müssen wir die für den 21. Dezember geplanten Weihnachtsmärkte in Biederitz und Woltersdorf absagen.“

Rubriklistenbild: © Matthias Bein/dpa