Trotz chemischer Mittel
Neue Plage befällt Ort in Kroatien: „Sie kommen durch alle Löcher“ – Invasion verängstigt Bewohner
- VonDiana Serbeschließen
Eine Stadt in Kroatien wird von Kakerlaken heimgesucht. Trotz chemischer Bekämpfung scheint die Plage unaufhaltsam. Die Bewohner sind verzweifelt.
Osijek – In der kroatischen Stadt Osijek kämpfen die Bewohner gegen ungebetene Gäste. Eine möglicherweise eingeschleppte Kakerlakenart stellt eine erhebliche Belastung dar. Anwohner und Ladenbesitzer sind teils sogar verängstigt, denn die Spezies ist nicht nur wuselig am Krabbeln, sie kann auch fliegen.
Kakerlaken-Plage in Kroatien: Wohl eingeschleppte Schaben-Art
In Südeuropa handelt es sich häufig um die eingeschleppte Amerikanische Schabe (Periplaneta americana), wie das Landesgesundheitsamt Stuttgart (LGA) bestätigt. Diese unterscheidet sich von der Deutschen Schabe durch ihren längeren Körper und die langen Antennen. Neben ihrer Schnelligkeit am Boden und beim Klettern kann diese Schabenart auch fliegen. Trotz der Bemühungen, das Problem in Kroatien selbst in den Griff zu bekommen, sind die Bürger der Plage hilflos ausgeliefert.
Laut dem Portal dnevnik.hr hat das Institut für öffentliche Gesundheit in Osijek bereits ein Unternehmen beauftragt, die Schädlinge zu bekämpfen. In einem Video ist zu sehen, wie Angestellte Mittel auf Gehwegen versprühen, um die großen Kakerlakenbestände zu vernichten. Ladenbesitzer versuchen derweil, die Insekten mit Besen von ihren Eingängen zu entfernen. Die toten Tiere liegen in großer Zahl auf den Straßen und sind für Einwohner und Touristen sichtbar. Eine amerikanische Studie legt allerdings nahe, dass Kakerlaken Resistenzen gegen gewisse Insektizide entwickelt haben.
Anwohner in Kroatien wegen Kakerlagen besorgt: „Ich habe solche Angst“
Eine Ladenbesitzerin sagt dnevnik.hr: „Sie kommen durch alle Löcher, sie klettern die Wände hoch, in meine Kleidung, in meine Hosen. Ich habe solche Angst.“ Ivan Kurtek vom Lehrinstitut für öffentliche Gesundheit der Gespanschaft Osijek-Baranja erklärte dem lokalen Fernsehsender Nova TV: „Wir haben an kritischen Hotspots eine Kakerlakenbekämpfung durchgeführt. Das sind Punkte mit vielen alten Gebäuden. Diese Kakerlaken dringen durch Risse ein und kommen wieder heraus.“ Kakerlaken sind nicht nur unangenehm anzuschauen, sie können auch für den Menschen gefährlich sein.
Neben gesundheitlichen und hygienischen Schäden verursachen sie auch Materialschäden, da sie technische Geräte befallen. Sie übertragen Krankheiten und ihr Kot kann Allergien auslösen. Das Institut für Schädlingskunde informiert, dass Kakerlaken bei Temperaturen von 30°C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 80 bis 90 Prozent ideale Bedingungen vorfinden, die ihre Vermehrung fördern. Die Amerikanische Schabe ist im Vergleich zur Gemeinen Küchenschabe kälteempfindlich. Schaben halten sich hauptsächlich in Gebäuden auf und finden durch die zunehmende Bebauung mehr Lebensräume in besiedelten Gebieten.
In Deutschland machen es sich ab einer bestimmten Zeit wieder Stinkwanzen in Häusern gemütlich. (diase)
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