Ukraine-Krieg

„Untergang der Menschheit“: Medwedew spricht düstere Atomwaffen-Warnung aus

  • VonConstantin Hoppe
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Dmitri Medwedew richtet eine Warnung an den Westen. Der ehemalige russische Präsident spricht von einem „Schachspiel des Todes“.

Moskau – Der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew hat angesichts der angespannten diplomatischen Beziehungen im Ukraine-Krieg eine deutliche Atomwaffenwarnung an den Westen gerichtet.

Kurz nach der Beerdigung von Michail Gorbatschow – dem letzten Präsidenten der Sowjetunion – in Moskau veröffentlichte Medwedew einen Telegram-Post, wie das US-Nachrichtenmagazin Newsweek berichtet. Darin beschuldigte er den Westen, den militärischen Ukraine-Konflikt ausnutzen zu wollen, um Russland „vom politischen Feld zu eliminieren“.

Eine mit nuklearen Sprengköpfen bestückbare Sarmat-Interkontinentalrakete wird im russischen Fernsehen vorgestellt.

Medwedew warnt den Westen im Ukraine-Krieg: Untergang der Menschheit könnte drohen

Es seien „Träume der angelsächsischen Perversen, die mit dem heimlichen Gedanken an die Zerschlagung unseres Staates schlafen gehen, wie sie uns in Stücke zerfetzen, in kleine Stücke schneiden können“, schrieb er – aus dem Russischen übersetzt – auf seinem Kanal. „Solche Versuche sind sehr gefährlich und dürfen nicht unterschätzt werden.“

Ein gewaltsames Zerschlagen einer Atommacht sei ein „Schachspiel des Todes“, schrieb Medwedew weiter. Man wisse dabei nicht, „wann Schach und Matt kommt: der Untergang der Menschheit.“ Zusätzlich erwähnte er, dass das russische Atomwaffen-Arsenal auf einem sehr hohen Niveau sei und somit die Sicherheit Russlands gewährleisten würde.

Der Ukraine-Krieg in Bildern – Zerstörung, Widerstand und Hoffnung

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat am 24. Februar 2022 begonnen. Im November konnten die ukrainischen Streitkräfte die Stadt Cherson befreien. Doch für die Menschen vor Ort ist die Lage noch immer katastrophal. Es gibt weder Strom noch fließendes Wasser. Hier kämpfen sie um die Verteilung von Hilfsgütern im Zentrum der Stadt.
Am 24. Februar beginnt Russland mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine. Die Stadt Tschuhujiw wird bereits am ersten Tag des Krieges bombardiert. Helena, eine 53 Jahre alte Lehrerin, steht dort vor einem Krankenhaus.
Das „Z“ findet sich, wie hier am Kontrollpunkt Perekop nahe der Halbinsel Krim, auf nahezu allen Militärfahrzeugen der russischen Armee. Es wird im weiteren Verlauf zum Symbol für den Überfall Russlands auf die Ukraine.
Zu Beginn des Ukraine-Kriegs kommt es wie hier in Moskau in zahlreichen Städten Russlands zu Demonstrationen. Die Staatsmacht im Kreml geht mit aller Härte gegen die Teilnehmenden vor. Tausende Personen werden verhaftet.
Der Ukraine-Krieg in Bildern – Zerstörung, Widerstand und Hoffnung

Medwedew greift den Westen an – nicht zum ersten Mal

Bereits im August sagte Medwedew, die Ukraine und der Westen „scheinen bereit zu sein, ein neues Tschernobyl zu arrangieren“. Zu diesem Zeitpunkt wuchs die international die Sorge, dass die russischen Aktivitäten im besetzten Kernkraftwerk Saporischschja zu einer nicht kontrollierbaren nuklearen Reaktion führen könnten.

Auch andere russische Politiker haben mit dem Einsatz von Atomwaffen durch Russland während des Ukraine-Krieges gedroht. Wladimir Putin selbst bedient sich stattdessen einer gemäßigteren Rhetorik und betonte mehrfach, Russland würde seine Atomwaffen nur zur Abschreckung einsetzen. Im März sagte Kreml-Pressesprecher Dmitri Peskow, Atomwaffen würden nur dann zum Einsatz kommen, wenn die Regierung das Gefühl habe, das Land stehe vor einer „existenziellen Bedrohung“. (con)

Rubriklistenbild: © RU-RTR Russian Television/AP/dpa

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