Lage im Ukraine-Krieg

Schwere Gefechte um Awdijiwka: Neue Verluste für Russland

  • Patrick Mayer
    VonPatrick Mayer
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  • Lukas Rogalla
    Lukas Rogalla
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In Awdijiwka gehen die schweren Gefechte weiter. Selenskyj klagt über Russlands Luftüberlegenheit. Der News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

  • Klage Selenskyjs über Unterlegenheit in der Luft: „Russland kontrolliert den Himmel“
  • Hohe Verluste Russlands: Ukraine nennt neue Zahlen zum Krieg
  • Gefechte um Awdijiwka: Russland soll hunderte Fahrzeuge und Soldaten verloren haben
  • Die hier verarbeiteten Informationen stammen von internationalen Medien und Nachrichtenagenturen, aber auch von den Kriegsparteien Russland, der Ukraine und ihren Verbündeten. Insbesondere die Angaben zu Verlusten der beteiligten Armeen im Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Hinweis der Redaktion: Dieser Ticker ist beendet. Über die aktuelle militärische Entwicklung im Ukraine-Krieg informieren wir in unserem neuen Newsticker.

Update vom 6. November, 22.58 Uhr: Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj hat sich klar gegen Initiativen für die Abhaltung einer Präsidentenwahl im März trotz des andauernden russischen Angriffskrieges ausgesprochen. „Ich meine, dass Wahlen jetzt nicht angebracht sind“, sagte Selenskyj am Montag in seiner abendlichen Videobotschaft. Das Land müsse angesichts der russischen Invasion andere Herausforderungen bewältigen, es sei nicht der richtige Zeitpunkt für politische Spalterei. Stattdessen sollten sich die Ressourcen der Ukrainer auf „unseren Sieg“ richten. „Und wir alle verstehen, dass es jetzt in Kriegszeiten, wo es viele Herausforderungen gibt, absolut unverantwortlich ist, das Thema Wahlen leichtfertig und spielerisch in die Gesellschaft zu werfen.“

Wegen des Kriegsrechts waren die nach der Verfassung für Ende Oktober vorgesehenen regulären Parlamentswahlen bereits ausgefallen. Das geltende Recht sieht dabei Wahlen erst nach Kriegsende vor. Eine Absage des Urnengangs Ende März 2024 war demnach bereits erwartet worden. Allerdings mehrten sich zuletzt auch Stimmen, die für politischen Wettbewerb und Wahlen eintreten.

Slowakei will keine Militärhilfe mehr an Ukraine leisten

Update vom 6. November, 19.40 Uhr: Die Slowakei wird der Ukraine zwar als Staat keine Militärhilfe mehr leisten, aber weiterhin Waffenverkäufe von lokalen Firmen an Kiew zulassen. Das stellten der seit 25. Oktober zum vierten Mal wieder regierende slowakische Ministerpräsident Robert Fico und der neue Verteidigungsminister Robert Kalinak am Montag vor Journalisten klar. Auch bekenne sich die Slowakei weiterhin zu allen Bündnisverpflichtungen als Nato-Mitglied, beteuerten die beiden linksnationalen Politiker.

Fico hatte im Wahlkampf wiederholt angekündigt, die von Russland angegriffene Ukraine zwar weiterhin unterstützen zu wollen, aber nur mehr mit zivilen Gütern, nicht mit Waffen. Eher vage hatte er dabei vereinzelt angedeutet, dass sich dieser Lieferstopp nicht automatisch auch auf Waffenverkäufe von heimischen Firmen beziehen müsse. Damit hatte er dennoch die Nato-Bündnispartner verunsichert. Politische Gegner brandmarkten ihn als „prorussisch“.

Im Rahmen eines ersten Kontrollbesuchs im Verteidigungsministerium seit dem Regierungswechsel konkretisierte Fico daher seine Wahlkampf-Äußerungen: „Wir tun alles dafür, der Ukraine humanitär und zivil zu helfen. Eine dieser Unterstützungsleistungen könnte die Entminung sein.“ Die slowakische Rüstungsindustrie wolle seine Regierung außerdem nicht zurückfahren, sondern im Gegenteil stärker unterstützen. Sie solle ein wichtiger Teil der slowakischen Volkswirtschaft sein.

Update vom 6. November, 17.28 Uhr: Bei einem russischen Artillerieangriff auf die Stadt Seredyna-Buda in der Oblast Sumy ist eine Frau ums Leben gekommen. Nach den Angaben der lokalen Staatsanwaltschaft erlitt die 63-Jährige eine Granatsplitterwunde und starb im Rettungswagen auf dem Weg ins Krankenhaus. Die russischen Invasoren hätten am 6. November gegen 8.00 Uhr die zivile Infrastruktur in Seredyna-Buda mit Artilleriefeuer angegriffen und dabei internationales Völkerrecht missachtet.

Ukraine-Krieg: Mindestens 19 ukrainische Soldaten bei Raketenangriff auf Zeremonie getötet

Update vom 6. November, 14.15 Uhr: Wenige Tage nach dem russischen Raketenschlag auf eine Zeremonie im ukrainischen Frontgebiet hat das ukrainische Militär die Zahl der getöteten Soldaten mit 19 angegeben. Derzeit finde eine Prüfung aller Umstände der Tragödie statt, schrieb die 128. Gebirgsjägerbrigade am Montag auf Telegram. Nach dem Angriff am vergangenen Freitag hatten ukrainische Medien zunächst von wohl mehr als 20 Toten geschrieben.

Laut ukrainischem Militär schlug eine russische Rakete vom Typ Iskander ein, als die Soldaten gerade an einer Ehrung zum Tag der Artillerie teilnahmen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sowie Verteidigungsminister Rustem Umjerow kündigten eine Untersuchung an. In sozialen Netzwerken gab es scharfe Kritik an der Militärführung – es wurde unter anderem kritisiert, dass eine solche Zeremonie im Frontgebiet überhaupt zugelassen war.

Selenskyj klagt im Ukraine-Krieg über Unterlegenheit in der Luft: „Russland kontrolliert den Himmel“

Update vom 6. November, 11.15 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj beklagte Defizite in der Flugabwehr seines Landes sowie die Lufthoheit der russischen Streitkräfte. „Russland kontrolliert den Himmel“, sagte er im Interview des US-Sender NBC. Die Ukraine brauche eine bessere Luftverteidigung, sagte er mit Blick auf die von ihm geforderten Kampfflugzeuge aus westlicher Produktion. „Gebt uns die Mittel, uns mit Russland am Himmel zu messen.“ Die ukrainische Armee benötige auch Drohnen und Waffen zur Abwehr solcher Flugkörper.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Sobald am Himmel eine Art Gleichgewicht hergestellt sei, könnten die ukrainischen Bodenstreitkräfte vorrücken. „Wir können nicht einfach angreifen wie die russischen Streitkräfte“, sagte Selenskyj, denn Russland werfe seine Soldaten ohne Rücksicht auf eigene Verluste in den Kampf. „Wir brauchen unsere Soldaten.“

Kiew meldet massive Verluste Russlands im Ukraine-Krieg

Update vom 6. November, 9.20 Uhr: Das ukrainische Verteidigungsministerium hat aktuelle Zahlen zu Russlands Verlusten im Ukraine-Krieg veröffentlicht. Demnach sollen binnen 24 Stunden 880 Soldaten getötet oder schwer verwundet worden sein. Damit erhöht sich die Gesamtzahl seit Beginn des Angriffs im Februar 2022 auf mehr als 305.000 Soldaten. Unabhängig prüfen lassen sich die Angaben zu Verlusten im Ukraine-Krieg nicht.

Die russische Seite Mediazona schätzt, dass zwischen 40.000 und 55.000 russische Militärangehörige im Angriffskrieg gegen die Ukraine getötet wurden.

  • Soldaten: 305.970 (+880 zum Vortag)
  • Flugzeuge: 322
  • Hubschrauber: 324
  • Panzer: 5288 (+4)
  • Gepanzerte Kampffahrzeuge: 9958 (+5)
  • Artilleriesysteme: 7389 (+14)
  • Luftabwehrsysteme: 570
  • Mehrfachraketenwerfer: 867
  • Fahrzeuge und Tanklastzüge: 9744 (+14)
  • Schiffe: 20
  • Drohnen: 5554 (+20)
  • Quelle: Ukrainischer Generalstab vom 6. November 2023. Die Angaben über Verluste Russlands stammen von der ukrainischen Armee. Sie lassen sich nicht unabhängig prüfen. Russland selbst macht keine Angaben über die eigenen Verluste im Ukraine-Krieg.
Russische Soldaten feuern im Krieg gegen die Ukraine auf ukrainische Stellungen.

Krieg in Saporischschja: Russland und Ukraine widersprechen sich gegenseitig

Update vom 6. November, 9.05 Uhr: Russland und die Ukraine machen widersprüchliche Angaben, was das Geschehen an der Kriegsfront in der Region Saporischschja angeht. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Russischen Angaben zufolge habe man die ukrainische Gegenoffensive aufgehalten. „Der Feind wurde gestoppt und seine Gegenoffensive, um die so viel Hype gemacht wurde, wurde vollständig gestoppt“, teilte Jewgeni Balizkij, der von Moskau eingesetzte Spitzenbeamte in Saporischschja in einer von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur veröffentlichten Stellungnahme mit. Demnach gebe es weiter kleinere Gefechte nahe Robotyne und Schtscherbaky.

Die Ukraine spricht hingegen von erfolglosen Angriffen der russischen Armee in diesem Gebiet. Kiews Truppen hätten „offensive Operationen“ in Richtung Melitopol durchgeführt und „dort den Feind entlang der gesamten Frontlinie erschöpft“. Moskau meldete dagegen, russische Luftabwehrkräfte hätten dort Luftangriffe der Ukraine abgewehrt.

Gefechte um Awdijiwka im Ukraine-Krieg: Schwere Verluste für Russland

Update vom 6. November, 6.35 Uhr: Russische Truppen unternahmen derweil nach Angaben ukrainischer Militärs am Sonntag erneut mehrere Vorstöße in Richtung der ostukrainischen Stadt Awdijiwka. Dabei seien über 400 russische Soldaten getötet und zwölf gepanzerte Fahrzeuge zerstört worden, teilte der für diesen Frontabschnitt zuständige Kommandeur Olexandr Tarnawskyj auf Telegram mit. Die russischen Angriffe, unterstützt von Kampfflugzeugen und Artillerie, seien abgewehrt worden. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Am Sonntagabend wurde auch die Hafenstadt Odessa im Süden des Landes angegriffen. Nach Angaben des ukrainischen Fernsehens wurde die Flugabwehr aktiv, um russische Luftangriffe abzuwehren. Zu etwaigen Schäden oder Opfern der Angriffe lagen zunächst keine Angaben vor.

Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Explosionen in Odessa zu hören – angeblich iranische Drohnen

Update vom 5. November, 22.45 Uhr: In Odessa waren am Sonntagabend ukrainischen Medienberichten zufolge zahlreiche Explosionen zu hören. So sollen die russischen Invasionstruppen etliche Raketen und Drohnen auf die südukrainische Großstadt (rund 990.000 Einwohner) am Schwarzen Meer abgefeuert haben. Bei den unbemannten Flugkörpern soll es sich um Shaded-Drohnen aus iranischer Produktion gehandelt haben. Über Tote oder Verletzte des Angriffs war am Abend nichts öffentlich bekannt geworden.

Russische Armee bei Cherson unter Druck: Ukrainische Soldaten sichern Stellungen am Dnipro

Update vom 5. November, 22.25 Uhr: Im Süden der Ukraine geraten die russischen Invasionstruppen bei Cherson offenbar in Bedrängnis. Den Ukrainern ist es nach Monaten und mehreren gescheiterten Versuchen wohl gelungen, sich am östlichen Dnipro-Ufer festzusetzen. Das berichten russische Militärblogger sowie die US-amerikanische Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW).

Demnach konnten ukrainische Marinesoldaten im Dnipro-Delta bei Krynki Stellungen einrichten und Nachschub anlanden. Bei früheren Anläufen wurden die Ukrainer unter empfindlichen Verlusten rund 30 Kilometer südwestlich bei der Brücke von Dachi zwischen den Kleinstädten Antoniwka und Oleschky zurückgeschlagen.

Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland

Menschen in Kiews feiern die Unabhängigkeit der Ukraine von der Sowjetunion
Budapester Memorandum
Ukrainedemo, München
Orangene Revolution in der Ukraine
Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland

Schwere Verluste für Russland: Ukrainer schlagen nächsten Angriff auf Awdijiwka zurück

Update vom 5. November, 22.10 Uhr: Russland soll bei der Kleinstadt Awdijiwka im Osten ukrainischen Angaben zufolge weiter schwere Verluste erleiden. Bei erneut zurückgeschlagenen Vorstößen seien über 400 russische Soldaten getötet und zwölf gepanzerte Fahrzeuge zerstört worden, teilte der für diesen Frontabschnitt zuständige Kommandeur Olexandr Tarnawskyj auf Telegram mit.

Moskau soll einzig hier seit Mitte Oktober tausende Soldaten und hunderte gepanzerte Fahrzeuge verloren haben. Bei Awdijiwka verlaufen eine Fernstraße sowie eine Eisenbahnlinie, die die russischen Invasionstruppen bislang vergeblich in ihre Gewalt bringen wollen. Die ukrainische Armee verteidigt die völlig zerstörte Stadt mit vormals 32.000 Einwohnern vor allem unter dem Einsatz von Artillerie.

Bei russischem Angriff auf Zeremonie im Ukraine-Krieg: Mehr als 20 ukrainische Soldaten getötet

Update vom 5. November, 21.55 Uhr: Bei einem russischen Angriff auf eine Gedenkzeremonie in der Region Saporischschja sollen mehr als 20 ukrainische Soldaten getötet worden sein. Das berichtet die Ukrainska Prawda. Die Soldaten nahmen demnach an einer Ehrung zum Tag der Artillerie teil.

Verteidigungsminister Rustem Umjerow bestätigte die „Tragödie“, nannte aber keine Zahlen. Umjerow sprach den Angehörigen der „gefallenen Soldaten der 128. Gebirgsjägerbrigade Transkarpatien“ auf Facebook sein Beileid aus. Die Zeremonie soll in Nähe der Front stattgefunden haben.

„Pattsituation“ im Krieg mit Russland? Wolodymyr Selenskyj bestreitet Meldung

Update vom 5. November, 15.40 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine „Pattsituation“ im Krieg mit Russland bestritten. „Die Menschen sind müde (...). Aber dies ist keine Pattsituation“, sagte der ukrainische Staatschef und widersprach damit Äußerungen des ukrainischen Oberbefehlshabers Walery Saluschny.

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Samstag in Kiew trat Selenskyj Äußerungen von Armeechef Saluschny entgegen. Dieser hatte zuvor von einer „Pattsituation“ im seit 20 Monaten andauernden Krieg gegen Russland gesprochen. Selenskyj wies bei der Pressekonferenz zudem die Annahme zurück, westliche Staaten würden Druck auf die Ukraine ausüben, damit diese Verhandlungen mit Russland aufnehme. „Keiner von unseren Partnern drängt uns, uns mit Russland zusammenzusetzen, mit ihm zu reden, ihm etwas zu geben“, sagte er zu Berichten über Diskussionen von US- und EU-Vertretern darüber, was derartige Friedensgespräche bedeuten würden.

Der ukrainische Präsident sagte zudem, der Krieg zwischen Israel und der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas lenke die internationale Aufmerksamkeit von der Ukraine ab. Dies sei „Russlands Ziel“, sagte er. Es sei „klar“, dass der Krieg im Nahen Osten „den Fokus wegnimmt“. Sein Land sei jedoch schon „in sehr schwierigen Situationen gewesen, als der Fokus kaum auf der Ukraine gelegen“ habe. Er sei „absolut sicher, dass wir diese Herausforderung bewältigen werden“.

Ukraine meldet Zerstörung eines russischen Kriegsschiffs

Update vom 5. November, 11.34 Uhr: Die ukrainischen Luftstreitkräfte haben nach eigenen Angaben ein neues russisches Kriegsschiff in einer Werft auf der von Moskau annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim zerstört. Der Kommandeur der Luftwaffe, Generalleutnant Mykola Oleschtschuk, teilte auf seinem Telegram-Kanal am Sonntag mit, dass der Treffer bestätigt sei.

Zuvor hatte er ein Video veröffentlicht, das den Angriff auf die Werft im Küstenort Kertsch zeigen soll. Demnach war da noch nicht klar, ob das Schiff der russischen Kriegsmarine tatsächlich getroffen worden war. Auch russische Medien berichteten unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau von dem Schlag.

Angriff auf russische Werft im Ukraine-Krieg

Erstmeldung: Kiew – Kiews Streitkräfte haben am Samstag (4. November) im Ukraine-Krieg eine Werft in der Hafenstadt Kertsch im Osten der von Russland annektierten Halbinsel Krim angegriffen. Die „erfolgreichen“ Angriffe hätten der Saliw-Werft „in der vorübergehend besetzten Stadt“ Kertsch gegolten, teilte die ukrainische Armee am Abend mit.

Der von Russland eingesetzte Gouverneur Sergej Aksjonow erklärte, die Ukraine habe Raketen auf eine Werft in Kertsch abgefeuert, die jedoch abgeschossen worden seien. „Einige der Trümmer der abgeschossenen Raketen fielen auf das Gelände eines der Trockendocks.“ Verletzte habe es keine gegeben, schrieb er in Onlinediensten.

Von Russland annektierte Krim im Ukraine-Krieg immer häufiger unter Beschuss

Die nahegelegene Krim-Brücke zum russischen Festland, die schon früher von ukrainischen Streitkräften beschossen wurde, war am Samstag aus nicht genannten Gründen vorübergehend nicht befahrbar.

Ukrainische Angriffe auf russische Gebiete haben seit Beginn der ukrainischen Gegenoffensive im Juni zugenommen. Die 2014 von Russland annektierte Halbinsel Krim wird regelmäßig ins Visier genommen, da sie Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte und eine wichtige Nachschubroute für die russischen Streitkräfte in der Süd- und Ostukraine ist.

Gefechte um Awdijiwka – wohl mit schweren Verlusten für Russland

Im Osten der Ukraine gehen die Gefechte um die Industriestadt Awdijiwka weiter. Die russischen Truppen erwarten, die stark zerstörte Stadt bald besetzen zu können. Die russisch kontrollierte Gebietshauptstadt Donezk liegt nur wenige Kilometer südlich von Awdijiwka entfernt. Russland hat nach Einschätzung britischer Militärexperten allein in den vergangenen drei Wochen etwa 200 gepanzerte Fahrzeuge im Kampf um Awdijiwka verloren. (lrg/dpa/afp)

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