Heimliche Treffen in der Schweiz

Nordstream 2: Trump erwägt offenbar das Comeback der Putin-Pipeline

US-Präsident Donald Trump
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Laut BILD-Recherchen könnte ein möglicher Pipeline-Deal Donald Trump ermöglichen, die Gasversorgung Deutschlands zu kontrollieren. (Archivbild)
  • Jekaterina Jalunina
    VonJekaterina Jalunina
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Seit Wochen laufen vermutlich geheime Gespräche in der Schweiz, um den Gasfluss von Russland nach Deutschland über Nord Stream 2 wiederherzustellen.

Washington D. C. – Nach Bild-Recherchen laufen seit mehreren Wochen geheime Gespräche in der Schweiz, um den Gasfluss von Russland nach Deutschland über die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 wiederzubeleben. Die Gespräche werden als potenzieller Ansatz zur Lösung des Ukraine-Konflikts betrachtet. Im Zentrum der Diskussion steht die 1.200 Kilometer lange Pipeline, die früher als zentrales Projekt für die Energieversorgung Deutschlands angesehen wurde.

Laut Bild-Informationen reiste der US-Sondergesandte Richard Grenell mehrfach inoffiziell in die Schweiz, um dort über einen möglichen Deal zu verhandeln. Der Treffpunkt war Steinhausen im Kanton Zug, wo sich die Zentrale der Betreibergesellschaften der Nord-Stream-2-Pipelines befindet. Hinter den Firmen steckt der russische Staatskonzern Gazprom, der bislang die Pipeline finanzierte. Unabhängig überprüfen ließ sich der Bericht nicht.

Geheimer Pipeline-Deal: USA könnten Kontrolle über deutsche Gasversorgung übernehmen

Die Grundidee des Deals: Die USA sollen als Zwischenhändler fungieren, um das russische Gas durch Nord Stream 2 nach Mecklenburg-Vorpommern zu leiten. Auf diese Weise könnten die USA die Gasversorgung Deutschlands kontrollieren und dabei finanziell profitieren. Für die zweite Pipeline von Nord Stream, die derzeit inaktiv ist, gibt es Überlegungen, sie nach einer Reparatur für die Weiterleitung von grünem Wasserstoff aus Finnland zu nutzen, darüber berichtete unter anderem auch das Handelsblatt.

Die US-Regierung würde nicht selbst beteiligt sein. Im Hintergrund stehen amerikanische Investoren, die sich für den Gas-Deal interessieren. Unter anderem hat US-Unternehmer Stephen Lynch Interesse bekundet. Lynch, mit guten Beziehungen nach Moskau und Washington, hatte kürzlich erklärt, dass es für die USA vorteilhaft wäre, die Kontrolle über Nord Stream 2 zu übernehmen.

Putins Zirkel der Macht im Kreml – die Vertrauten des russischen Präsidenten

Zu den Scharfmachern im Ukraine-Krieg gehört auch Ramsan Kadyrow.
Am 2. März 2007 wählte das tschetschenische Parlament ihn auf Putins Vorschlag zum Präsidenten des Landes
Der russische Außenminister Sergei Lawrow ist so etwas wie „Putins rechte Hand“.
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs wiederholt Lawrow seine Vorwürfe, der Westen führe in der Ukraine Krieg gegen Russland.
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Ex-Geschäftsführer von Nord Stream 2 soll in geheime Pipeline-Verhandlungen involviert sein

Nach Bild-Informationen soll auch Matthias Warnig, ehemaliger Geschäftsführer von Nord Stream 2 und enger Vertrauter von Wladimir Putin, in die Vorbereitungen des Deals eingebunden sein. Warnig, der als Ex-Stasi-Spion bekannt wurde, soll eine Schlüsselrolle spielen, wie die Financial Times berichtete. Laut US-Regierungsquellen sei Donald Trumps Umfeld über Warnigs Beteiligung informiert. Warning dementierte diese Behauptungen. Laut der Financial Times könnte der geplante Deal den USA „eine beispiellose Kontrolle über die Energieversorgung Europas verschaffen“.

Die Bundesregierung ist bislang nach Angaben nicht in die vertraulichen Verhandlungen involviert. Aus Regierungskreisen wird berichtet, dass man keinerlei Kenntnis von Grenells Treffen in der Schweiz habe. Grenell selbst bestreitet eine Beteiligung an den Gesprächen. Ein Erfolg des Deals würde den USA enorme Macht über die europäische Energieversorgung verschaffen. (jal)