Vor US-Wahl 2024

Obama-Auftritt vor US-Wahl 2024 lässt Trump-TV-Sender dahinschmelzen

  • Paul Luka Schneider
    VonPaul Luka Schneider
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Die Ansprache von Michelle Obama war ein Glanzpunkt beim Demokraten-Parteitag vor der US-Wahl 2024. Selbst Fox News war mehr als angetan.

Chicago – Die Rede von Michelle Obama am Dienstagabend (20. August) beim viertägigen Demokraten-Parteitag in Chicago vor der US-Wahl 2024 hat viele Demokratinnen und Demokraten nachhaltig beeindruckt und teilweise zu Tränen gerührt.

Die 60-jährige Ehefrau des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama brannte an ihrem Geburtsort ein rhetorisches Feuerwerk ab, sprach von neuer Hoffnung für die USA durch eine potenzielle demokratische Präsidentin Kamala Harris und ließ den republikanischen Präsidentschaftskandidaten mit geschickt ausgewählten Pointen und Angriffen gezielt links liegen.

Politiksendung von Trump-nahem TV-Sender wird vor US-Wahl 2024 zu Lobeshymne für Michelle Obama

Michelle Obama bekommt für ihre Rede auf dem Demokraten-Parteitag vor der US-Wahl 2024 ordentlich Beifall – auch in einer Gesprächsrunde bei einem Donald Trump nahestehenden Fernsehsender.

Klar, dass da vor der US-Wahl 2024 jedes Herz von US-Demokratinnen und US-Demokraten höher schlug, doch auch im Trump-Lager kam man nach der Rede von Michelle Obama offenkundig fast gar nicht mehr aus dem Schwärmen heraus. Der rechtskonservative, der republikanischen Partei nahestehende US-amerikanische TV-Sender Fox News begleitete die groß aufgezogene Nominierungs-Gala für Harris im United Center naturgemäß auch.

Ein Sender, bei dem, wenn es nach Trumps Nase gehen würde, das einzige TV-Duell mit Harris stattfinden sollte. Ein Sender, dem es in der jüngeren Vergangenheit bereits teuer zu stehen kam, Verschwörungstheorien von Trump nach dessen verlorener Präsidentschaftswahl 2020 verbreitet zu haben. Ein Sender, der Trump eine Bühne gab, über einen „Putsch“ der Demokratinnen und Demokraten zu fabulieren.

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Doch von Häme und Spott für den Auftritt von Michelle Obama fehlte in der Gesprächsrunde jede Spur, eher wurde die Demokratin mit Lob übergossen.

Brit Hume, Chef-Politikanalyst bei Fox News sagte: „Ich glaube, die Rede des Abends war die von Michelle Obama. Sie ist eine außerordentlich beeindruckende Frau. Man kann verstehen, warum die Mitglieder der demokratischen Partei immer irgendwie gehofft hatten, dass sie in den vergangenen Wahlperioden vielleicht einspringen und nach ihrem Ehemann als Präsidentschaftskandidatin kandidieren würde.“ Nur der pathetisch-schwungvolle Begriff „Hoffnung“ missfiel Hume. Er fand ihn zu dick aufgetragen. „Abgesehen davon fand ich sie einfach großartig.“

Rede von Ehemann von Kamala Harris auf Demokraten-Parteitag ergreift Herz von Reporterin

Doug Emhoff hält auf dem Demokraten-Parteitag vor der US-Wahl 2024 eine teils sehr persönliche Rede über seine Ehefrau Kamala Harris. Das lässt eine Fox-News-Reporterin dahinschmelzen.

Doch nicht nur Michelle Obama durfte sich über einen Hagel von Komplimenten durch Fox News freuen, auch der Ehemann von Harris, Doug Emhoff, der nach der US-Wahl 2024 der erste First Gentleman der USA werden könnte. Er hielt unmittelbar vor Michelle Obama eine mit persönlichen Kennenlern-Anekdoten gespickte Rede über Harris und bezeichnete Trump indirekt als Feigling.

„Er war wirklich, wirklich sympathisch, wirklich engagiert. Er zeigte Kamala Harris in einem persönlichen Licht, das lustig war“, sagte Moderator Bret Baier. Hume pflichtete seinem Kollegen bei: „Emhoff war meiner Meinung nach ausgezeichnet, charmant und ergreifend.“

Reporterin Dana Perino spielte zudem die Romantik-Karte: „Ich fand die Rede von Emhoff etwas ganz Besonderes, denn jede Frau kann sich vorstellen, dass es sehr bewegend wäre, wenn ihr Mann eine solche Rede über sie halten würde.“ Harold Ford Junior, Co-Moderator einer Fox News-Sendung, sprach davon, dass Emhoff „seiner Frau heute Abend ein menschliches Gesicht gegeben hat“.

Auch Barack Obama ließ sich die Gelegenheit, auf dem Demokraten-Parteitag öffentlichkeitswirksam vor der US-Wahl 2024 zu sprechen, nicht nehmen. Trump war dabei erneut in der Schusslinie. Obama stellte ihn gewissermaßen als milliardenschweren Jammerlappen auf einer goldenen Rolltreppe dar. (pls)

Rubriklistenbild: © Charly Triballeau/AFP