Waffenlieferungen im Ukraine-Krieg

F-16-Kampfjet-Offensive: USA rufen entscheidende Maßnahme für die Ukraine aus – Selenskyj glaubt an Wende

  • VonSarah El Sheimy
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Die Ukraine braucht F-16-Kampfflugzeuge, um sich im Krieg durchsetzen zu können. US-Abgeordnete wollen jetzt noch mehr Piloten ausbilden.

Washington – Bald sollen die ersten F-16-Kampfjets über der Ukraine in die Luft steigen. Kiew hatte monatelang um die Lieferung der Flugzeuge gekämpft – doch Probleme sind geblieben. Die Leiterin der Waffen- und Munitionskommission der Ukraine, Oleksandra Ustinova, hat zuletzt den USA vorgeworfen, die Ausbildung von Pilotinnen und Piloten für F-16-Kampfjets absichtlich zu verzögern, um Russland nicht zu verärgern. Dass der Prozess nur langsam vorangeht, begründete das Weiße Haus mit der Priorität anderer Länder bei den Ausbildungsplätzen und fehlenden Englischkenntnissen ukrainischen Personals. Die US-Regierung gerät jetzt aber unter neuen Druck.

Eine Gruppe von fünfzehn US-Abgeordneten der Demokratischen Partei im US-Repräsentantenhaus hat das Verteidigungsministerium nun aufgefordert, der Anfrage der Ukraine nachzukommen, dieses Jahr zehn zusätzliche F-16-Piloten auszubilden. „Bis Ende des Jahres wird die Ukraine mehr F-16-Flugzeuge haben, als sie qualifizierte Piloten hat, um sie zu fliegen“, schreiben die Abgeordneten, die ihr Anliegen an Verteidigungsminister Lloyd Austin adressieren.

Setzt große Hoffnung in die F16-Kampfjets: Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj.

Eine Gruppe von US-Abgeordneten fordert: Zehn zusätzliche Piloten für F-16-Kampfjets

Ihre Anfrage komme zu einem kritischen Zeitpunkt: Der Einsatz von F-16-Kampfjets habe das Potenzial, den Ausgang des Ukraine-Kriegs erheblich zu beeinflussen. „Diese Mehrzweckflugzeuge können Luftüberlegenheit, direkte Luftunterstützung und Aufklärung bieten, was wesentlich für die Abwehr russischer Streitkräfte ist.“

Die Gruppe bittet das Verteidigungsministerium, „alle Anstrengungen zu unternehmen, um die Zulassung von zusätzlichen 10 ukrainischen Piloten in die F-16-Pilotenausbildungsprogramme in diesem Jahr zu unterstützen“, entweder in den USA oder in anderen verbündeten Staaten. Viele Nato-Verbündete hätten die Kapazitäten für Ausbildungsprogramme und Einrichtungen für F-16-Flugzeuge und könnten die Ukraine unterstützen, so wie derzeit Frankreich, das Vereinigte Königreich, Dänemark und Rumänien.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Selenskyj: F-16 sind kritisch für den Verlauf des Ukraine-Kriegs

„Während die Zusammenarbeit mit unseren Verbündeten zur Erfüllung dieser Anfrage willkommen wäre, bitten wir jedoch das Verteidigungsministerium, alle Optionen zu prüfen, um die Anzahl der in den USA ausgebildeten ukrainischen Piloten zu erhöhen“, heißt es im Schreiben weiter. Diese Option könne den schnellsten Weg bieten.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erwartet im Juli eine Stärkung der Flugabwehr in seinem Land gegen die russischen Luftschläge. Die versprochenen Kampfjets vom Typ F-16 in ausreichender Menge und Qualität, Flugabwehrsysteme vom Typ Patriot und Raketen mit größerer Reichweite hätten auf den Verlauf des Krieges einen entscheidenden Einfluss, sagte Selenskyj in seiner am Montag in Kiew verbreiteten abendlichen Videobotschaft. Die Ukraine könne in diesem Monat noch mehr Schutz ihres Luftraums vor dem Aggressor Russland erhalten.

Ukraine setzt auf USA als Verbündete bei Ausbildung von F-16-Piloten

Selenskyj fordert seit Monaten mehr Unterstützung durch die westlichen Verbündeten beim Schutz des Luftraums vor russischen Bomben, Raketen und Drohnen. Das Land sei auf dem Weg, echte Sicherheit zu erhalten, meine der Staatschef weiter. Mehrere Staaten haben der Ukraine F-16-Kampfjets versprochen und auch ukrainische Piloten an den Maschinen ausgebildet. Russland sieht darin eine neue Eskalationsstufe in dem Krieg.

„Dieser Monat kann der Ukraine mehr Stärke bringen, vor allem beim Schutz unseres Luftraums und bei der echten Sicherheit für unser Land“, sagte er. Dabei setze das Land vor allem auf die USA als Verbündete. (ses/dpa)

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