Unterschiedliche Prognosen
Meteorologe erklärt: Warum widersprechen sich Wettermodelle so oft?
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Warum sehen die Wettermodelle für dieselben Tage oft komplett unterschiedlich aus? Diplom-Meteorologe Dominik Jung erklärt, wie solche Unterschiede entstehen und was sie bedeuten.
Frankfurt – „Wettervorhersagen sind keine Zauberei, sondern hochkomplexe Berechnungen, die auf Millionen Daten basieren“, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net. Doch was passiert, wenn verschiedene Wettermodelle denselben Zeitraum komplett unterschiedlich prognostizieren?
„Jedes Modell hat seine Herangehensweise“: Meteorologe erklärt Prognose-Unterschiede
„Jedes Modell hat seine eigene Herangehensweise an physikalische Gesetze und Datensätze. Deshalb gibt es manchmal gravierende Unterschiede.“ Jung erläutert, dass einige Modelle auf globale Trends setzen, während andere regionalen Einflüssen mehr Gewicht geben. So entsteht ein faszinierender, aber für Laien oft verwirrender „Wetter-Krimi“, bei dem die endgültige Entwicklung oft unklar bleibt.
Warum Wettermodelle unterschiedlich sind – Die Technik hinter den Vorhersagen
Jedes Wettermodell ist ein riesiges Netzwerk aus Algorithmen, die physikalische Vorgänge in der Atmosphäre simulieren. Dabei werden Windströme, Temperaturverläufe, Luftfeuchtigkeit und vieles mehr berücksichtigt. Doch es gibt ein Problem: „Die Datenbasis ist nie perfekt“, betont Jung. Messstationen, Satellitendaten und Wetterbojen liefern zwar Unmengen an Informationen, aber selbst kleinste Ungenauigkeiten können das Endergebnis stark beeinflussen. Manchmal gibt es dann eben „Wetter-Chaos“.
Unterschiedliche Modelle wie das europäische ECMWF oder das US-amerikanische GFS setzen zudem auf unterschiedliche Methoden, um diese Daten zu verarbeiten. Das erklärt, warum ein Modell Sonnenschein verspricht, während ein anderes Schneefall vorherberechnet.
Unterschiedliche Wettermodelle: Was bedeutet das für den Alltag?
Für den Alltag heißt das: Wettervorhersagen sind keine festen Versprechen, sondern wahrscheinliche Szenarien. Besonders bei langfristigen Prognosen – ab etwa sieben Tagen – wird die Unsicherheit größer. „Abweichungen sind da völlig normal“, sagt Jung. Die Meteorologie arbeitet jedoch daran, diese Unsicherheiten zu minimieren, etwa durch neue Supercomputer und bessere Datenerfassung. Trotzdem bleibt das Wetter unberechenbar. Für uns heißt das: Eine Prise Skepsis gegenüber allzu genauen Vorhersagen schadet nie – und oft steckt der wahre Krimi eben im Chaos der Natur.
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