Unglück im „Nato-See“

Rätselhafte Explosion bei Kaliningrad: Russisches Schiff versinkt in der Ostsee

  • VonSimon Schröder
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Ein Schiff Russlands ist bei Kaliningrad in der Ostsee versunken, zuvor gab es eine Explosion. Die Umstände geben Rästel auf.

Kaliningrad – In der russischen Exklave Kaliningrad gab es eine Explosion auf einem russischen Fischerboot. Eine Person wurde getötet, zwei Personen sind vermisst. Das Schiff „Kapitan Lobanow“ sank nach Ausbruch des Feuers in der Ostsee.

Dmitry Lyskow, Regierungssprecher des regionalen Bezirks bei Kaliningrad, teilte der russischen Nachrichtenagentur TASS mit, dass am Dienstag (19. März) ein „Notfall“ auf dem Fischkutter ‚Kapitan Lovanow‘ ein Feuer ausgelöst habe. „Es gab Opfer. Die Verletzten bekommen alle nötige medizinische Versorgung“, so der Sprecher.

Ein russischer Schiffskutter im Hafen von Kaliningrad: Am Dienstag war auf einem Trawler in der Ostsee ein Feuer ausgebrochen.

Russisches Schiff sinkt im „Nato-See“ bei Kaliningrad - Zusammenhang mit Ukraine-Krieg unklar

Das Gebiet um Kaliningrad steht seit dem Ukraine-Krieg unter genauer Beobachtung des Westens und Russlands. Die russische Enklave ist umgeben von den Nato-Ländern Polen und Litauen und ist für Wladimir Putin von strategisch großer Bedeutung. In Kaliningrad befinden sich russische Marinestützpunkte, Luftstützpunkte und Raketenabwehrsysteme mitten im Nato-Gebiet. Durch die Enklave hat Russland einen weiteren Zugang zur Ostsee, die mit dem Beitritt Schwedens von vielen als „Nato-See“ deklariert wurde.

Ob es sich bei der Explosion um einen Anschlag im Rahmen des Ukraine-Kriegs handelt oder es sich um einen Unfall handelte, ist unklar. Pro-ukrainische Social-Media-Kanäle veröffentlichten aber laut einem Bericht des US-Magazins Newsweek Fotos von dem zerstörtem russischen Schiff. Seit den Tagen vor der Russland-Wahl drangen pro-ukrainische Partisanen wiederholt in russisches Gebiet vor und planen sogar einen Marsch auf Moskau. Putin kündigte bereits Vergeltung an.

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Russisches Schiff kentert nach Explosion vor Kaliningrad

Die siebenköpfige Crew des Trawlers stach von dem Ort Swetly nahe Kaliningrad in die Ostsee und hatte Pillau als Zielhafen anvisiert. Als die Explosion das Feuer entfachte, sendete die Besatzung gegen 11 Uhr Ortszeit ein Notsignal aus. Informationen von Newsweek zufolge wurden vier der sieben Besatzungsmitglieder gerettet. Ein Seemann starb und zwei weitere Personen sind weiterhin vermisst.

Bereits 2021 kam es zu einem Vorfall auf dem Schiff, damals ohne Verletzte: Der Kutter drehte sich auf seinen Rumpf und kenterte, nachdem er den Hafen von Swetly verlassen hatte.

Neue Aufnahmen zeigen unterdessen einen schweren Schlag gegen die Russland in der Ukraine. Das Filmmaterial dokumentiert einen Drohnenangriff, bei dem womöglich zwei komplette russische Einheiten ausgeschaltet wurden. (SiSchr)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Vitaly Nevar

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