Landeschef zieht Reißleine
Rücktritt in Wagenknecht-Partei: Umgang mit AfD sorgt für Unruhe
VonJekaterina Jaluninaschließen
Randolf Jobst, saarländischer Co-Vorsitzender des BSW, tritt zurück. Aussagen zur möglichen Zusammenarbeit mit der AfD sind der Auslöser.
Saarbrücken – Aussagen zum Umgang mit der AfD führten zum Rücktritt des Co-Vorsitzenden des saarländischen Landesverbandes der Wagenknecht-Partei, gefolgt von einer Reaktion aus Berlin.
Weniger als drei Monate nach der Gründung des saarländischen Landesverbandes der neuen Partei Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) trat der Co-Vorsitzende Randolf Jobst mit sofortiger Wirkung zurück. Als Gründe nannte er am Freitag Äußerungen der Co-Landesvorsitzenden Astrid Schramm zum Umgang mit der AfD und die fehlende Reaktion des BSW auf Bundesebene darauf, die dann am Freitagabend folgte. Zuvor berichtete die Süddeutsche Zeitung darüber.
Jobst tritt zurück: Unklarheit über AfD-Umgang sorgt für Konflikte im Saarland
Vor einigen Tagen sagte die frühere saarländische Linken-Vorsitzende Schramm dem Saarländischen Rundfunk (SR), dass eine Zusammenarbeit mit der AfD in kommunalen Parlamenten bei inhaltlichen Überschneidungen denkbar sei. Die Mitglieder vor Ort müssten darüber entscheiden – Koalitionen seien ausgeschlossen.
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Randolf Jobst war seit der Gründung des Landesverbands im März im Amt. Er betonte gegenüber der Süddeutschen Zeitung, dass eine solche Aussage weder mit ihm abgesprochen war noch von ihm unterstützt wird. Im Gegenteil, er sei der Ansicht, dass allein aufgrund der historischen Hintergründe keine Zusammenarbeit mit der AfD infrage kommen könne und dürfe.
BSW: Sofortiger Rücktritt des BSW-Landesvorsitzenden
Die Aussagen Schramms seien für ihn und andere Mitglieder des Landesvorstands im Saarland erschreckend gewesen, sagte Jobst am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Er habe die Bundesspitze mehrfach um eine Klarstellung gebeten, dass es auch auf kommunaler Ebene keine Zusammenarbeit mit der AfD geben dürfe. Da diese Klarstellung ausblieb, sah Jobst keine Alternative zum sofortigen Rücktritt und wollte die Reißleine ziehen.
Der BSW-Generalsekretär Christian Leye betonte am Freitagabend: „Das BSW hat immer klargestellt: Koalitionen oder eine Zusammenarbeit mit der AfD wird es nicht geben.“ Das sehe auch der Landesverband im Saarland so. „Wir werden allerdings nicht mehr dabei mitmachen, aus Prinzip gegen jeden AfD-Antrag zu stimmen, selbst wenn er inhaltlich richtig ist.“
Europawahlen zeigen Scheitern der bisherigen AfD-Strategie
Die Europawahl hätte gezeigt, dass diese Strategie im Umgang mit der AfD gescheitert sei, sagte Leye. „Genau so haben die anderen Parteien die AfD immer stärker gemacht.“ Jobst habe schon vor Wochen seinen Rücktritt angekündigt. „Das nehmen wir mit Respekt zur Kenntnis und danken ihm für seine Arbeit.“
Auch der Landesgeschäftsführer des BSW im Saarland, Ralf Georgi, dankte Jobst und erklärte zum Rücktritt: „Wir bedauern diese Entscheidung und nehmen sie mit Respekt zur Kenntnis.“ Es solle klargestellt werden, „dass wir eine Koalition oder eine aktive Zusammenarbeit mit der AfD ablehnen“. (dpa/jek)
