Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen

Papst Franziskus fordert an Ostern in Rom zu Waffenstillstand in Gaza auf – „Warum so viel Tod?“

Ostersonntag im Vatikan - Segen "Urbi et Orbi" vom papst franziskus
+
Papst Franziskus (M) erteilt den Segen „Urbi et Orbi“ am Ostersonntag von der zentralen Loge des Petersdoms.
  • Steffen Maas
    VonSteffen Maas
    schließen

Ein gesundheitlich angeschlagener Papst Franziskus feiert heute die Ostermesse auf dem Petersplatz. Anschließend spendet er den traditionellen Segen „Urbi et Orbi“.

Update vom Sonntag, 31. März, 14:51 Uhr: Papst Franziskus hat seine traditionelle Osterbotschaft auf dem Petersplatz für einen eindringlichen Appell für den Frieden genutzt und einen sofortigen Waffenstillstand im Gazastreifen gefordert. Neben dem Nahostkonflikt erinnerte das Oberhaupt der katholischen Kirche zum Höhepunkt der Osterfeierlichkeiten auch an den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. „Der auferstandene Christus eröffne den leidtragenden Bevölkerungsgruppen in diesen Regionen einen Weg des Friedens“, sagte der 87-Jährige am Sonntag.

Franziskus forderte einen garantierten Zugang für humanitäre Hilfe nach Gaza sowie die sofortige Freilassung der 7. Oktober von Hamas-Terroristen und anderen Extremisten aus Israel in den abgeriegelten Küstenstreifen entführten Geiseln. Vor allem aber forderte ein Ende der anhaltenden Kampfhandlungen - insbesondere zum Wohl der Kinder. „Wie viel Leid sehen wir in ihren Augen. Ihre Blicke fragen uns: Warum? Warum so viel Tod? Warum so viel Zerstörung?“ Krieg sei immer eine Absurdität und eine Niederlage, sagte der Pontifex.

Papst Franziskus feiert die Ostermesse vor dem Petersdom aufgrund gesundheitlicher Probleme im Rollstuhl.

Die Welt sollte sich nach Franziskus‘ Worten gegen die stärker werdenden Winde des Krieges über Europa und den Mittelmeerraum wehren. Er warnte davor, der Logik der Waffen und Aufrüstung zu erliegen. Denn: „Frieden wird niemals mit Waffen geschaffen, sondern indem man die Hände ausstreckt und die Herzen öffnet.“ Mit Blick auf den Ukraine-Krieg sagte er: «Ich rufe zur Achtung der Grundsätze des Völkerrechts auf und hoffe auf einen umfassenden Austausch aller Gefangenen zwischen Russland und der Ukraine: alle für alle!»

Ich rufe zur Achtung der Grundsätze des Völkerrechts auf und hoffe auf einen umfassenden Austausch aller Gefangenen zwischen Russland und der Ukraine: alle für alle!

Papst Franziskus in seiner Botschaft am Ostersonntag vor dem Petersdom

Trotz gesundheitlicher Probleme: Papst Franziskus feiert Ostermesse und spendet Segen „Urbi et Orbi“

Update vom Sonntag, 31. März, 12:12 Uhr: Mit rund 30.000 Menschen auf dem Petersplatz hat Papst Franziskus in Rom die traditionelle Ostermesse gefeiert. Der 87-Jährige, der aufgrund gesundheitlicher Beschwerden schon am Karfreitag auf eine Veranstaltung verzichten musste, erreichte den Altar im Rollstuhl und blieb während des Gottesdienstes sitzen. Unter großem Jubel wurde Franziskus nach der Messe mit dem Papamobil an den Menschenmassen vorbeigefahren – viele Gläubige riefen laut „Viva il Papa!“ (Es lebe der Papst).

Papst Franziskus (M) winkt den Gläubigen zu, nachdem er die Ostermesse am Ostersonntag auf dem Petersplatz zelebriert hat.

Bei Temperaturen bis zu 20 Grad mit starkem Wind war der Platz gut gefüllt. Wie in jedem Jahr wurde der Petersplatz mit zahlreichen Blumen und Pflanzen geschmückt. Die Feierlichkeiten im Vatikan werden durch erhöhte Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Nach dem Terrorangriff in Moskau wurden die bereits strengen Personenkontrollen am Petersplatz nochmal verstärkt.

Nach der traditionellen Messe wird der Pontifex später (12.00 Uhr) von der mittleren Loggia des Petersdoms aus seine Osterbotschaft verkünden und den Segen «Urbi et Orbi», also der Stadt und dem Erdkreis, spenden.

Ostermesse vor dem Petersdom – dann segnet Papst Franziskus „Urbi et Orbi“

Rom/Vatikanstadt – Zum Höhepunkt der Osterfeiertage versammeln sich heute zehntausende Katholiken auf dem Petersplatz in Rom. Dort werden sie gemeinsam mit Papst Franziskus ab 10 Uhr die traditionelle Ostermesse feiern. Im Anschluss an die Heilige Messe richtet das Oberhaupt der Katholischen Kirche im Petersdom zunächst seine Osterbotschaft an die Gläubigen, ehe er „Urbi et Orbi“ (also „der Stadt und dem Erdkreis“) den Segen spendet.

Ostersonntag auf dem Petersplatz: Papst Franziskus feiert Ostermesse – trotz angeschlagener Gesundheit

Wie in den vergangenen Jahren werden Zehntausende Menschen zu der Feier erwartet. Die Osterfeierlichkeiten des Vatikans wurden allerdings überschattet von der Sorge um den seit Monaten gesundheitlich angeschlagenen 87-jährigen Pontifex. Papst Franziskus hatte die Teilnahme am Kreuzweg an Karfreitag überraschend abgesagt.

Bei der Feier der Osternacht am Karsamstag war der 87-Jährige dann aber wieder zugegen. Dort rief er trotz persönlicher und weltpolitischer Krisen zu Freude und Hoffnung auf. Diese Krisen seien „Felsbrocken des Todes“, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche im Petersdom in Rom. Konkret nannte er die Unbarmherzigkeit des Hasses und die Grausamkeit des Kriegs, die die Sehnsucht nach Weltfrieden brächen, aber auch Egoismus und Gleichgültigkeit. Das Osterfest würde jene Felsbrocken wegwälzen, sagte der 87-Jährige. Bei der Feier zum Gedenken an die Auferstehung Jesu Christi waren etwa 6000 Menschen im Petersdom.

Die Päpste: Franziskus und seine Vorgänger des 20. Jahrhunderts

Leo XIII. (1810 bis 1903) war von 1878 bis zu seinem Tod 1903 der 256. Papst der römisch-katholischen Kirche. Leo XIII. (bürgerlich Vincenzo Pecci) orientierte sich zum einen an der hochmittelalterlichen Ordnung von Kirche und Staat, andererseits wertete er mit der ersten Sozialenzyklika die katholische Soziallehre auf. Wegen seiner Anteilnahme an sozialen Fragen wurde er als „Arbeiterpapst“ und „der Soziale“ bekannt. Sein Ziel war, die Kirche aus ihrer Isolation gegenüber den gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen herauszuführen, jedoch war er von der Notwendigkeit einer „zeitlichen Macht“ (Kirchenstaat) des Papstes überzeugt.
Die Nachfolge trat Pius X. (1835 bis 1914) an. Geboren wurde er als Giuseppe Sarto in Riese, das zu dieser Zeit zum Königreich Lombardo-Venetien gehörte. Pius X. wird oft als „konservativer Reformpapst“ bezeichnet, weil er sich um innerkirchliche Reform und Erneuerung bemühte, um die katholische Kirche im Kampf gegen Einflüsse der Moderne zu stärken. Er wurde 1951 selig- und im Jahre 1954 heiliggesprochen. Seitdem befinden sich seine Reliquien in einem gläsernen Reliquiar im Petersdom, das Haupt ist mit einer metallischen Umhüllung bedeckt.
Benedikt XV. (1854 bis 1922) war Papst vom 3. September 1914 bis zu seinem Tod 1922. Giacomo della Chiesa wurde in Genua als Sohn einer markgräflichen Adelsfamilie geboren. Sein Pontifikat war durch den Ersten Weltkrieg geprägt. In seiner Friedensnote „Dès le début“ zum dritten Jahrestag des Kriegsbeginns schlug er als neutraler Vermittler allen kriegführenden Mächten Friedensverhandlungen vor. Er forderte Abrüstung, eine effektive internationale Schiedsgerichtsbarkeit zur Vermeidung künftiger Kriege und den Verzicht auf Gebietsabtretungen. Wegen seines engagierten Auftretens wurde er als „Friedenspapst“ bekannt.
Das Pontifikat von Pius XI. (1857 bis 1939) war von schwierigen Zeiten geprägt. Pius XI. (bürgerlich Achille Ratti) verurteilte den „sozialen Modernismus“ und entwickelte positive Leitlinien für eine friedfertige Gesellschaftsordnung auf dem Fundament der katholischen Religion. Als bedeutendste Konkordate gelten die Lateranverträge und das Reichskonkordat mit dem Deutschen Reich (10. September 1933). Die 1937 erschienene Enzyklika „Mit brennender Sorge“ verurteilte zwar die nationalsozialistische Ideologie, sprach die Verfolgung der Juden und anderer Minderheiten aber nicht an.
Die Päpste: Franziskus und seine Vorgänger des 20. Jahrhunderts

„Urbi et Orbi“: Oberhaupt der Katholischen Kirche spendet traditionellen Segen

Am Ostersonntag feiern Christen die Auferstehung Jesu Christi und damit den Sieg des Lebens über den Tod. Nach der traditionellen Messe begibt sich das Oberhaupt der katholischen Kirche in den Petersdom und wird von der mittleren Loggia aus die Osterbotschaft verkünden sowie den Segen „Urbi et Orbi“ spenden (12 Uhr). Wie in jedem Jahr wird der Petersplatz dafür mit zahlreichen Blumen aus den Niederlanden geschmückt.

Gläubige aus Deutschland können die Ostermesse und die Worte des Papstes auch online verfolgen. Das Dikasterium für Kommunikation des Heiligen Stuhl stellt dafür einen Livestream auf YouTube parat. (Mit Material der dpa)

Mehr zum Thema