Verteidigung
„Habe keine Ahnung“: Pistorius findet harsche Worte für Verbündete bei Baltikum-Besuch
VonAlexandra Heidsiekschließen
Pistorius ist im Baltikum auf Geldsuche: Die Ukraine braucht Flugabwehrsysteme, Deutschland Unterstützung für die Brigade Litauen.
Lielvarde – Boris Pistorius zu Gast bei Freunden: Der Verteidigungsminister reist ins Baltikum– auch, um Flugabwehrsysteme für die Ukraine einzuwerben. Ein heikles Thema: „Ich habe keine Ahnung, warum die anderen Nationen noch zögern“, sagte Pistorius, als er die lettische Luftwaffenbasis in Lielvarde besuchte.
Verteidigungsminister sucht Patriot-Systeme für die Ukraine
Seit Wochen versuchen der Verteidigungsminister und Außenministerin Annalena Baerbock, an mindestens zwei Patriot-Systeme zu gelangen. Bisher ist ihnen das nicht geglückt. Deutschland selbst habe Pistorius zufolge bereits ein Viertel seiner Flugabwehrsysteme zur Verfügung gestellt, doch „Es gibt viele Staaten, weltweit, aber auch in Europa, die mehr tun können als bislang“, sagte der Minister.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine




Deutschland beteiligt sich aktuell am sogenannten „Nato Air Policing Baltikum“. Da die Kleinstaaten Litauen, Estland und Lettland keine eigenen Kampfjets haben, helfen die Nato-Verbündeten seit 2004 im Wechsel, den dortigen Luftraum zu beschützen. In diesen dringen regelmäßig irregulär fliegende russische Militärflugzeuge ein.
Pistorius: „Die Sicherheit der baltischen Staaten ist unsere Sicherheit“
Zudem steht ein Truppenbesuch im benachbarten Litauen auf dem Programm des Verteidigungsministers. Im Rahmen der „Brigade Litauen“ sind bereits 21 Soldatinnen und Soldaten im Baltikum stationiert, nur wenige Kilometer von der belarussischen Grenze entfernt. Bis 2027 soll die Bundeswehr dauerhaft dort verteidigen, etwa 4800 Männer und Frauen will Pistorius an die Ostflanke der Nato entsenden. Das wird teuer: 6,7 Milliarden Euro hat er von Finanzminister Christian Lindner gefordert. Dieser ist wenig begeistert über die kalkulierten Ausgaben.
Doch: Kein Geld ist keine Option. Das hat der litauische Verteidigungsminister Laurynas Kasciunas bekräftigt, als er letzte Woche in Berlin zu Gast war. Auch Pistorius ist überzeugt: „Die Sicherheit der baltischen Staaten ist unsere Sicherheit“. Pistorius Besuch ist deshalb auch Werbung für sein Projekt, um die dringend benötigte Unterstützung aus der Öffentlichkeit zu generieren. (ah mit dpa)
