„Innerhalb von 24 Stunden“

Trotz internationalem Haftbefehl: Putin geht auf Blitztrip

  • Franziska Schwarz
    VonFranziska Schwarz
    schließen

Präsident Putin ist in Saudi-Arabien. Dabei kann er wegen eines Haftbefehls Russland schwer verlassen. Seine Reiseziele sind sorgfältig ausgesucht.

Update vom 6. Dezember, 15.59 Uhr: Neue Details zu Putins Empfang in Abu-Dhabi: Der Kremlchef wurde mit allen Ehren empfangen – ihn erwarteten am Palast dutzende Soldaten, während Flugzeuge am Himmel Rauch in den Farben der russischen Flagge versprühten und in der Nähe Kanonenschüsse abgefeuert wurden. Das zeigten laut der Nachrichtenagentur AFP vom Kreml veröffentlichte Aufnahmen.

Putin trifft zu Kurzbesuch am Golf ein – trotz Haftbefehl

Update vom 6. Dezember, 13.04 Uhr: Putin ist inzwischen zu seinem Kurzbesuch am Golf eingetroffen. In Abu Dhabi wurde er vom Präsidenten der Emirate, Mohammed bin Sajid, in Empfang genommen, wie die staatliche Nachrichtenagentur WAM mitteilte. Russischen Angaben zufolge lobte Putin das bilaterale Verhältnis der Länder als „geschichtlich beispiellos gut“ und lud Sajid zum Besuch des Brics-Gipfels 2024 in Kasan ein, berichtet die dpa.

Kremlchef Putin unternimmt eine Reise – in Länder, in denen der Haftbefehl gegen ihn nicht gilt.

Trotz internationalem Haftbefehl: Putin geht auf Blitztrip

Erstmeldung: Moskau/Riad – Wladimir Putin reist an diesem Mittwoch (6. Dezember) in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und nach Saudi-Arabien – in beiden Ländern muss der russische Präsident trotz des gegen ihn vorliegenden internationalen Haftbefehls nicht mit einer Festnahme rechnen. Sie sind keine Vertragsparteien des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) in Den Haag.

„Das alles findet praktisch innerhalb von 24 Stunden statt“, kündigte Kremlsprecher Dmitri Peskow die Kurzreise an. Wegen des Ukraine-Kriegs sind die Auslandskontakte Putins beschränkt – der Besuch wäre der erste seit Kriegsbeginn, der nicht direkten Verbündeten gilt. Seit Beginn der militärischen Gefechte in der Ukraine im Februar 2022 bereiste Putin nach offiziellen Angaben:

  • China
  • Iran
  • Kasachstan
  • Kirgistan
  • Weißrussland

Bei den Gesprächen in Riad geht es nach Angaben des Kreml um Handel, Investitionen und internationale Politik. Laut Peskow will Putin insbesondere über den Israel-Krieg sowie die vom Ölkartell Opec+ beschlossene Drosselung der Ölfördermengen sprechen.

Seit Kriegsbeginn versucht der Westen, Putin international zu isolieren. Im März hatte der IStGH wegen der Verschleppung ukrainischer Kinder einen Haftbefehl gegen ihn erlassen. Die Details in diesem Video:

Putin trotz Haftbefehl zurück auf die internationale Bühne?

Seit Kriegsbeginn unternahm der Kremlchef folglich nur noch wenige Auslandsreisen. So reiste er im August nicht zum Treffen der Brics-Staaten nach Südafrika und im September nicht zum Gipfel der G20-Staaten nach Indien. Im Oktober flog Putin dann aber nach China, wo er am Rande eines Treffens zum Infrastrukturprojekt Neue Seidenstraße von Staatschef Xi Jinping empfangen wurde.

Putins Zirkel der Macht im Kreml – die Vertrauten des russischen Präsidenten

Zu den Scharfmachern im Ukraine-Krieg gehört auch Ramsan Kadyrow.
Am 2. März 2007 wählte das tschetschenische Parlament ihn auf Putins Vorschlag zum Präsidenten des Landes
Der russische Außenminister Sergei Lawrow ist so etwas wie „Putins rechte Hand“.
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs wiederholt Lawrow seine Vorwürfe, der Westen führe in der Ukraine Krieg gegen Russland.
Putins Zirkel der Macht im Kreml – die Vertrauten des russischen Präsidenten

Und nach seinem Nahost-Trip setzt Putin seine Rückkehr auf die internationale diplomatische Bühne anscheinend fort: Am Donnerstag (7. Dezember) will Putin dann den iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi zu Gesprächen in Moskau empfangen.

Russland und der Iran bauen derzeit ihre wirtschaftliche und militärische Zusammenarbeit vor dem Hintergrund westlicher Sanktionen aus. Westliche Staaten werfen dem Iran vor, Russland im Ukraine-Krieg durch die Lieferung großer Mengen an Drohnen und anderer Waffen zu unterstützen. (AFP/dpa/frs)

Rubriklistenbild: © dpa