Zinsen und Sanktionen

Putins Zorn: Trumps Sanktions-Drohung belastet schwächelnde russische Wirtschaft

  • VonSimon Schröder
    schließen

Russlands Wirtschaft kämpft mit hohen Zinsen und westlichen Sanktionen im Zuge des Ukraine-Konflikts. Selbst Wladimir Putin scheint besorgt.

Moskau/Washington, D.C. – Fast drei Jahre Ukraine-Krieg machen sich auch in der russischen Wirtschaft bemerkbar. Insidern im Kreml zufolge soll sich mittlerweile auch Machthaber Wladimir Putin sorgen, wie ntv berichtet. Und seine Frustration sei beim Treffen mit den Wirtschaftschefs deutlich geworden. Das Hauptproblem für die Wirtschaft Russlands: Die hohe Inflation. Im Dezember 2024 lag die nämlich bei 9,5 Prozent. Und um dem entgegenzuwirken, hat die russische Zentralbank einen Leitzins von 21 Prozent angesetzt.

Aufgrund der hohen Zinsen und Kreditkosten gehen nämlich auch private Investitionen in Russland drastisch zurück. Deshalb habe Putin von der Zentralbank einen weniger restriktiven Zinsentscheid gefordert. Doch die russische Wirtschaft könnte sich weiter verschlechtern. Denn auch Donald Trump droht dem russischen Autokraten mit weiteren Sanktionen, sollte der Ukraine-Krieg nicht bald beendet sein.

Wladimir Putin: Der Aufstieg von Russlands Machthaber in Bildern

Wladimir Putin ist seit dem 24. Februar 2022 auch Kriegsherr – auch wenn in Russland nach offizieller Lesart nur von einer militärischen „Spezialoperation“ in der Ukraine gesprochen wird.
Wladmir Putin mit Flottenchef Kurojedow
So sah Wladimir Putin im Alter von 40 Jahren aus, als er an der Eröffnung der Honda Motor Show 1992 in St. Petersburg teilnahm.
Dieses Foto zeigt den russischen Präsidenten Wladimir Putin im Jahr 1994 in seinem Büro. Damals war er 42 Jahre alt und Vizebürgermeister von St. Petersburg.
Wladimir Putin: Der Aufstieg von Russlands Machthaber in Bildern

Trump fordert Ende des Ukraine-Kriegs und droht mit weiteren Sanktionen

Auf der von ihm mitbegründeten Onlineplattform Truth Social forderte Trump vom russischen Präsidenten Wladimir Putin: „Stoppen Sie diesen irrwitzigen Krieg. Es wird nur schlimmer.“ Sollte es nicht bald eine Lösung geben, bliebe ihm nichts anderes übrig, „als hohe Steuern, Zölle und Sanktionen auf alles anzuordnen, das Russland an die USA und andere teilnehmende Staaten verkauft.“ Was er genau mit anderen teilnehmenden Staaten meinte, ging aus dem Post nicht hervor. 

„Es geht mir nicht darum, Russland weh zu tun“, schrieb Trump. „Ich liebe das russische Volk und hatte immer ein gutes Verhältnis zu Präsident Putin …“ Es sei Zeit, „einen Deal zu machen“. „Wir können es auf die einfache oder auf die harte Tour machen“, so Trump weiter. Zuvor hatte sich der US-Präsident, der seit Montag im Amt ist, gesprächsbereit mit Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gezeigt, um ein Ende des Kriegs zu erreichen. 

Wie geht es weiter im Ukraine-Krieg? US-Präsident Donald Trump (li.) und der russische Machthaber Wladimir Putin.

Russland reagiert auf Trumps Drohungen – Kreml zeigt sich unbeeindruckt

Die USA, die EU und andere Staaten haben seit Beginn des russischen Angriffskriegs vor fast drei Jahren bereits Russland sowie russische Politiker, Geschäftsleute und Militärs mit zahlreichen Strafmaßnahmen belegt. Es blieb zunächst unklar, welche zusätzlichen Sanktionen Trump vorschwebten.

„Russland wird kein Jota seiner nationalen Interessen opfern und in diesen Fragen Zugeständnisse machen“, sagte der russische Außenpolitiker Leonid Sluzki in einer ersten Reaktion. Putin habe immer seine Bereitschaft zum Dialog betont. Zu einem konkreten Ausweg aus der Ukraine-Krise habe Trump nichts gesagt, „nur mit Drohungen um sich geworfen“, kritisierte der Chef im Außenausschuss des russischen Parlaments der Agentur Ria Nowosti zufolge. Kreml-Sprecher Dimitri Peskow zeigte sich angesichts der Drohungen Trumps unbeeindruckt und sagte: „Wir sehen hier keine besonders neuen Elemente“ (sischr/dpa)

Rubriklistenbild: © Montage IPPEN.MEDIA IMAGO / Starface / SNA