Kreml könnte Kontrolle übernehmen

„Volle Mobilisierung“: Rätsel um Wagner-Chef Prigoschin – Vergeltung der Söldner nach Flugzeugabsturz?

  • Bedrettin Bölükbasi
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Jewgeni Prigoschin, der Chef der Wagner-Söldnertruppe, könnte bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen sein. Seine Söldner streben bereits nach Vergeltung.

Minsk – Jewgeni Prigoschin, Anführer der Wagner-Söldnergruppe, ist mutmaßlich verstorben. Eine offizielle Bestätigung steht noch aus, doch sein Name tauchte auf der Passagierliste des Privatflugzeugs auf, das am Mittwochabend (23. August) in Twer, Russland, abgestürzt ist. Die Zukunft seiner Söldner, die seit dem gescheiterten Putschversuch vor zwei Monaten in Belarus stationiert sind, bleibt ungewiss. Allerdings deuten erste Berichte darauf hin, dass sie Vergeltung und Rache suchen könnten.

Suchen Prigoschins Männer nach Vergeltung: Berichte über Wagner-Aktivität in Belarus

Nach dem Absturz von Prigoschins Flugzeug und Spekulationen über seinen Tod, veröffentlichten ukrainische und osteuropäische Medien, einschließlich des Nachrichtenportals Visegrad 24, ein Video, das angeblich Wagner-Söldner in Belarus zeigt. Drei Wagner-Söldner posierten vor der Kamera, während im Hintergrund Fahrzeuge – vermutlich Teil eines Konvois – zu sehen sind. „Es wird jetzt viel darüber gesprochen, was die Wagner-Gruppe tun wird“, sagt einer der Kämpfer und fügt hinzu: „Wir beginnen, seid bereit für uns.“

Wagner-Söldner in Belarus haben Vergeltung nach dem Tod von Jewgeni Prigoschin angedeutet.

Die Aussage des Wagner-Söldners in der Aufnahme scheint eine klare Andeutung auf Vergeltung zu sein. Damit dürften auch die jüngsten Informationen des Nationalen Widerstandszentrums der Ukraine zusammenhängen. Das Widerstandszentrum berichtete in den Abendstunden von Aktivitäten in den Wagner-Lagern in Belarus. Demzufolge würden sich die Wagner-Kämpfer in Konvois formieren und in Richtung der russischen Grenze aufbrechen wollen. „Spezialeinheiten von Belarus hindern sie aber an der Abreise“, so das Widerstandszentrum. Es wurde weiter berichtet, dass Prigoschins Männer bereits einige Lager räumen würden. Zudem berichteten mehrere russische Medien, die Wagner-Gruppe habe bereits einen Mechanismus der „vollen Mobilisierung“ implementiert. Dieser sei zuvor für den Fall des Todes von Prigoschin vorbereitet worden.

Kreml könnte Kontrolle über Wagner erlangen: „Werden sehr besorgt darüber sein“

Allerdings sind nicht alle davon überzeugt, dass es zu einer Feindseligkeit zwischen dem russischen Staat und den Wagner-Söldnern kommen wird. Ilya Rozhdestvensky, ein russischer Investigativjournalist vom Oppositionsprojekt The Dossier Center, glaubt eher an eine enge Zusammenarbeit zwischen Wagner und dem russischen Verteidigungsministerium, sollte Prigoschin tatsächlich gestorben sein. Er erklärte gegenüber Current Time TV, dass das Ministerium in Russland schon seit längerem versuche, Wagner-Kämpfer für eigene Söldnerstrukturen zu rekrutieren.

Putins Zirkel der Macht im Kreml – die Vertrauten des russischen Präsidenten

Zu den Scharfmachern im Ukraine-Krieg gehört auch Ramsan Kadyrow.
Am 2. März 2007 wählte das tschetschenische Parlament ihn auf Putins Vorschlag zum Präsidenten des Landes
Der russische Außenminister Sergei Lawrow ist so etwas wie „Putins rechte Hand“.
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs wiederholt Lawrow seine Vorwürfe, der Westen führe in der Ukraine Krieg gegen Russland.
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Rozhdestvensky bezeichnete den vermeintlichen Tod von Prigoschin als einen „Schlüsselmoment“ in diesem Kontext. Die Söldner, die nun ohne Führung seien, müssten sich nach einem neuen „Arbeitgeber“ umsehen, so Rozhdestvensky: „Und in diesem Fall ist das Verteidigungsministerium der wahrscheinlichste Kandidat.“ Er glaubt, dass selbst diejenigen, die Prigoschin treu ergeben waren, ihn jetzt als „Verräter“ betrachten und sich von der Sache abwenden würden.

Leon Panetta, der ehemalige Chef der CIA, äußerte gegenüber dem US-Sender CNN die Vermutung, dass Moskau nun versuchen könnte, die Kontrolle über die Wagner-Söldner in Afrika, Asien und anderen Standorten zu übernehmen. „Ich denke, sie (russische Führung, Anm. d. Red.) werden sehr besorgt darüber sein, diesen Menschen (Wagner-Söldner, Anm. d. Red.) zu erlauben, selbstständig zu operieren“, so der ehemalige Leiter des US-Geheimdienstes. (bb)

Dieser Artikel wurde mithilfe maschineller Unterstützung erstellt und vor der Veröffentlichung vom Redakteur
Bedrettin Bölükbasi sorgfältig überprüft.

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