Erster Einsatz seit August 2023
Abgefeuert von Kampfjets: Putin setzt im Ukraine-Krieg erneut auf „Kinschal“-Raketen
VonBedrettin Bölükbasischließen
Im Ukraine-Krieg setzt das russische Militär immer wieder kräftige Waffen ein, um sich einen militärischen Vorteil zu verschaffen. Jetzt ist die ballistische „Kinschal“-Rakete wieder aufgetaucht.
Moskau – Im Ukraine-Krieg kommen auf beiden Seiten ständig neue Waffen zum Einsatz. Dadurch versuchen beide Seiten, die Verteidigung des Feindes zu brechen und maximalen Verlust zuzufügen. Eine Waffe, die auf der russischen Seite durchaus bekannt ist und bereits vor Monaten zum Einsatz kam, dann verschwand, doch nun wieder gesichtet wurde, ist die sogenannte „Killjoy“ bzw. „Kinschal“-Rakete.
Putins Armee setzt wieder „Kinschal“ ein: Gehört zu den „Superwaffen“ des Kreml
Laut dem täglichen Lagebericht des britischen Verteidigungsministeriums vom Dienstag (19. Dezember) hat Russland die ballistische AS-24-„Killjoy“-Rakete – besser bekannt unter dem russischen Namen Kh-47M2 „Kinschal“ – am vergangenen Donnerstag (14. Dezember) auf ein Militärflughafen in der Zentralukraine abgefeuert. Dem Ministerium zufolge war dies der erste Einsatz seit August 2023.
Laut dem ukrainischen Verteidigungsportal Defense Express gehört die ballistische „Kinschal“-Rakete mit Überschallgeschwindigkeit zu den sechs „Superwaffen“, die der russische Machthaber Wladimir Putin schon 2018 verkündet hatte. Im Krieg in der Ukraine wird sie demnach gegen Ziele eingesetzt, die als sehr wertvoll und äußerst gut geschützt eingestuft werden.
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„Kinschal“ oder „Killjoy“: Putins „Superwaffe“ kann auch nuklearen Sprengkopf tragen
Die Rakete ist keineswegs unbekannt. Seit Beginn des Angriffskrieges wurde sie unzählige Male eingesetzt. Dass sie nun wieder auftaucht, ist kein Zufall, wenn es nach Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg geht. Laut der britischen Zeitung The Independent warnte er Ende November, Russland stocke Raketen auf, um eine lange Winterkampagne gegen die ukrainische Infrastruktur durchführen zu können. Die „Kinschal“-Raketen machen den Großteil des russischen Inventars aus, wenn es um Raketen mit Überschallgeschwindigkeit geht.
Die Raketen bewegen sich etwa 10-mal schneller als die Schallgeschwindigkeit und werden generell von russischen Kampfflugzeugen des Typs MiG-31K abgefeuert. Sie können Ziele in einer Entfernung von bis zu 2000 Kilometer treffen und sind dabei von Radarsystemen sehr schwer zu orten – dank ihrer Geschwindigkeit, Manövrierfähigkeit und geringen Flughöhe. Der möglicherweise gefährlichste Aspekt dieser Raketen: Sie können nukleare Sprengköpfe tragen. Die Furcht, dass Putin wegen der Pattsituation auf dem Schlachtfeld zu extremen Maßnahmen greifen könnte, ist nach wie vor frisch.
Dennoch dämpfte das britische Verteidigungsministerium den Mythos über die angeblich „unbesiegbare“ Natur der russischen Rakete. Das Ministerium sprach von einem „gemischten Kampf-Debüt“ der „Kinschal“. Viele der abgefeuerten Raketen hätten ihre Ziele sehr wahrscheinlich verfehlt und seien außerdem von der ukrainischen Luftverteidigung abgefangen worden. Klar ist jedoch, dass sich die Ukraine erneut auf russische Angriffe gegen ihre Energieversorgung vorbereiten muss. Dass ausgerechnet jetzt die Unterstützung aus den USA und der EU schwächer wird, dürfte dies erschweren. (bb)
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