„Chang‘e 5“-Mission

Chinesische Forscher finden Wasser in Bodenproben vom Mond

  • Tanja Banner
    VonTanja Banner
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Der Mond ist offenbar nicht so trocken, wie lange vermutet. Das zeigt eine neue Studie – eine wichtige Nachricht für künftige Mond-Missionen.

Peking – Im Jahr 2020 brachte die chinesische Mission „Chang’e 5“ Gesteinsproben vom Mond zur Erde. Seitdem forschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit diesen Bodenproben – und haben nun eine wichtige Entdeckung verkündet: In den Gesteinsproben vom Mond haben die Forscher Spuren von Wasser entdeckt. Die Mond-Proben „zeigten das Vorhandensein von Wasserspuren“, schreibt das Forschungsteam von verschiedenen chinesischen Universitäten im Fachjournal Nature Astronomy.

Wasserspuren wurden auf dem Mond bereits nachgewiesen – unter anderem durch spektrale Signale, aber auch in Bodenproben, die von den „Apollo“-Missionen zur Erde gebracht wurden. Das Gestein, das das chinesische Forschungsteam untersucht hat, stammt jedoch von einem „wesentlich höheren Breitengrad“ als die bisher auf der Erde untersuchten Proben, wie die Forscher betonen.

Der Mond – Ein Himmelskörper, viele Facetten

Kein Himmelskörper verändert sein Aussehen so häufig wie der Mond an unserem Himmel. Mal strahlt er als Vollmond so hell, dass die Nacht erleuchtet wird, mal scheint er nur eine schmale Sichel zu sein, die kaum noch sichtbar ist. Die Faszination Mond in Bildern.
Der Mond bewegt sich recht schnell am Himmel. Im Osten geht er auf und bewegt sich im Laufe der Zeit über den Himmel, bis er im Westen wieder untergeht.
Diese Aufnahme zeigt den Mond etwa zur Hälfte beleuchtet. Der Mond nimmt zu – in den kommenden Tagen wird er immer voller werden, bis er als heller Vollmond am Himmel strahlt.
In den Tagen rund um Vollmond kann man bei Mondauf- und -untergang ein eindrucksvolles Phänomen beobachten: die Mondtäuschung. Befindet sich der Mond tief am Horizont und in der Nähe von Objekten, erscheint er deutlich größer, als er tatsächlich ist.
Der Mond – Ein Himmelskörper, viele Facetten

Spuren von Wasser auf dem Mond gefunden

„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Wassermoleküle in sonnenbeschienenen Bereichen des Mondes als hydratisierte Salze überdauern können“, schreibt das Forschungsteam in der Arbeit und ergänzt: Das liefere „entscheidende Hinweise auf die Flüchtigkeit von Wasser- und Ammoniakdampf in vulkanischen Gasen des Mondes“.

Ein Forschungsteam hat in Mondgestein, das die chinesische Mission „Chang‘e 5“ zur Erde gebracht hat, Spuren von Wasser entdeckt. (Archivbild)

Bald wird die Forschung ganz andere Proben vom Mond untersuchen können: Erst kürzlich hat die chinesische Mission „Chang’e 6“ Mondgestein von der Rückseite des Mondes zur Erde gebracht. Das Material stammt vom Mond-Südpol – einer Region, in der größere Wasservorkommen vermutet werden und die von künftigen Missionen mit Crew anvisiert werden soll. Für die wäre Wasser auf dem Mond wichtig, denn das könnte man nicht nur in flüssiger Form nutzen, sondern auch in Sauerstoff und Raketentreibstoff umwandeln.

China brachte erstmals seit vielen Jahrzehnten Mondgestein zur Erde

„Chang’e 5“ war die erste Mondmission seit mehr als vier Jahrzehnten, die wieder Mondgestein zur Erde brachte. China hat eine schrittweise Mondstrategie, die in einer bemannten Mondlandung bis 2030 ihren vorläufigen Höhepunkt finden soll. Geplant ist außerdem, eine Basis auf dem Mond zu errichten. (tab)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Nicolas Economou

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