„Fettes Kälte-Ei genau hier“

Deutschland-Wetter: Arktis-Peitsche mit eisiger Polarluft – Schnee-Einbruch schon am Freitag

  • Felix Durach
    VonFelix Durach
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Der April zeigt sein anderes Gesicht und die Temperaturen in Deutschland rutschen in den Keller. Doch der Höhepunkt der Wetterwende steht noch bevor.

Update vom 18. April, 19.31 Uhr: Nach der unerwarteten Hitze rollt eine Kälte-Front auf Deutschland zu und bringt Schnee zum Wochenende. Schon in der Nacht auf Freitag (19. April) kann es ungemütlich werden – vor allem in der Alpenregion sind Frost und Glätte sind laut Deutschen Wetterdienst (DWD) möglich. Die Sturmböen und Regenschauer von Donnerstag halten vorerst an.

Im Laufe des Freitags fällt dann die Schneefallgrenze auf 600 bis 400 Meter. Vor allem im Bergland, aber auch im höheren Flachland wartet Schneeregen und Schnee bei Tiefstwerte bis -1 Grad. Im Allgäu werden bis zu 50 Zentimeter Neuschnee erwartet. In Thüringen, Sachsen und Nordbayern schneit es ebenfalls ab Nachmittag.

„Arktische Kältepeitsche“ sorgt für drastische Wetterwende in Deutschland

Erstmeldung vom 18. April, 12 Uhr:

München – Die Wetterlage hat sich drastisch verändert. Letztes Wochenende genossen die Menschen in vielen Teilen Deutschlands Temperaturen weit über 20 Grad. Sie nutzten die ersten Anzeichen des Sommers für Eiscreme, Sonnenbaden und Ausflüge. Doch nur wenige Tage später hat sich das Wetter komplett gewandelt. Am Donnerstag sank die Schneefallgrenze auf knapp 500 Meter. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte in Süddeutschland vor Glätte und Frost. Doch der größte Kälteschock steht wohl noch bevor.

Es wird ungemütlich am Wochenende: Vor allem im Süden Deutschlands wartet ab Freitagnachmittag (19. April) Schneeregen und Schnee. In der Nacht besteht Glättegefahr. (Symbolfoto)

„Am Sonntagabend kommt ein fettes Kälte-Ei genau hier zu uns nach Deutschland“, sagte Meteorologe Dominik Jung in einem Video für wetter.net. Die Höhenwetterkarte zeigt für Sonntag Temperaturen von bis zu -35 Grad – in einer Höhe von 5,5 Kilometern. Der Experte sprach weiter von einer „arktischen Kältepeitsche“ über Deutschland. Die Auswirkungen davon sind Schneeregen und Graupel bis in tiefere Lagen und „strammer Luftfrost“ am Sonntag und Montag. Letzterer dürfte vor allem Landwirte und Winzer beunruhigen, die um ihre Pflanzen bangen müssen.

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Wettervorhersage für die nächsten Tage – Regen, Graupel und Gewitter erwartet

Laut der Prognose des DWD könnten die Temperaturen am Sonntag auf bis zu -4 Grad sinken. Der Wetterdienst gibt die Höchstwerte zwischen 6 und 12 Grad an. Für das restliche Wochenende sind in weiten Teilen Deutschlands vor allem Regen, Graupel und vereinzelte Gewitter zu erwarten. Die Schneefallgrenze sinkt am Samstag bis auf 400 Meter. „Die nächsten Tage bis Anfang Mai bleiben ziemlich nass“, prognostiziert auch Jung.

DatumWetter-Vorhersage
Freitag, 19. April 2024 Wolkenreich Schauer un vereinzelt Gewitter mit Graupel. Höchstwerte 7 bis 12 Grad
Samstag, 20. April 2024 Wechselnd bewölkt mit Regen oder Schauern, vereinzelt Gewitter mit Graupel. Höchsttemperatur zwischen 7 und 13 Grad.
Sonntag, 21. April 2024 Im Norden Aufheiterungen und kaum Schauer, sonst wolkig. Temperaturen bei 7 bis 12 Grad.
Montag, 22. April 2024Im Norden und der Mitte teils Aufheiterungen, sonst wolkiger und im Süden Schauerneigung. Temperaturanstieg auf 7 bis 12 Grad
Dienstag 23. April, 2024Im Süden und Südosten wolkig mit gelegentlichen Niederschlägen. Temperaturen bei 8 bis 12 Grad

Wetter im April bleibt wohl kühl – Winterreifen statt Angrillen

Temperaturen über 20 Grad, wie am vergangenen Wochenende, werden für den Rest des Aprils wohl nicht mehr zu finden sein – neue Kälterekorde sind jedoch ebenfalls unwahrscheinlich. Die Wetterbedingungen in den kommenden Tagen seien „eigentlich völlig normal für diese Jahreszeit“, erklärte Meteorologe Jung weiter. Die erste Aprilhälfte war im Vergleich dazu deutlich wärmer als der Durchschnitt.

Der Höhepunkt der Wetterwende steht in Deutschland noch bevor. Am Wochenende hat die Kaltluft die Bundesrepublik im Griff.

Während viele Menschen in Deutschland das letzte Wochenende zum Grillen auf der heimischen Terrasse nutzten, könnten sich jetzt die Bewohner von höheren Lagen glücklich schätzen, wenn sie ihre Winterreifen nicht bereits an Ostern abgezogen haben. Denn in Bayern führte der leichte Schneefall am Donnerstagmorgen bereits zu mehreren Unfällen. (fd)

Rubriklistenbild: © Wolfgang Maria Weber/Imago

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