„Engste Verbündete“

Seltene Reise: Putin umwirbt Kasachstan – es geht auch ums Militär

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Auslandsreisen von Wladimir Putin sind seit dem Angriffskrieg gegen die Ukraine und dem Haftbefehl gegen ihn selten geworden. Nun besuchte er die Ex-Sowjetrepublik Kasachstan.

Astana – Seit dem Ukraine-Krieg und dem im März vom Internationalen Strafgerichtshof gegen Wladimir Putin ausgestellten Haftbefehl, sind Auslandsreisen des russischen Machthabers eine Seltenheit geworden. Nun besuchte Russlands Staatspräsident das zentralasiatischen Nachbarland Kasachstan, um für eine verstärkte militärische Zusammenarbeit zu werben.

Wladimir Putin (M,l), Präsident von Russland, spricht mit Kassym-Jomart Tokajew, Präsident von Kasachstan, bei seiner Ankunft auf dem internationalen Flughafen außerhalb von Astana.

Seltene Reise: Putin umwirbt Kasachstan – es geht auch ums Militär

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem kasachischen Amtskollegen Kassym-Schomart Tokajew betonte Wladimir Putin am Donnerstag (9. November) die Bedeutung einer Festigung der militärischen und militärtechnischen Kooperation zwischen Russland und der Ex-Sowjetrepublik.

Auf einem Wirtschaftsgipfel in der Hauptstadt Astana erklärte der russische Präsident, dass beide Länder „nicht nur Verbündete, sondern engste Verbündete“ seien. Er schlug vor, die Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen wie Militär, Raumfahrt, Landwirtschaft und Atomenergie weiter auszubauen.

Putins Zirkel der Macht im Kreml – die Vertrauten des russischen Präsidenten

Zu den Scharfmachern im Ukraine-Krieg gehört auch Ramsan Kadyrow.
Am 2. März 2007 wählte das tschetschenische Parlament ihn auf Putins Vorschlag zum Präsidenten des Landes
Der russische Außenminister Sergei Lawrow ist so etwas wie „Putins rechte Hand“.
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs wiederholt Lawrow seine Vorwürfe, der Westen führe in der Ukraine Krieg gegen Russland.
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„Allianz einer reichen Vergangenheit und strahlenden Zukunft“: Putin macht Kasachstan den Hof

Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew sprach von einer „Allianz mit einer reichen Vergangenheit und einer strahlenden Zukunft“. Für Russland ist die ölreiche Ex-Sowjetrepublik Kasachstan angesichts des eigenen Angriffskriegs gegen die Ukraine und der daraus resultierenden westlichen Sanktionen von besonderer Bedeutung geworden.

Obwohl Kasachstan traditionell ein Partner Russlands ist, hat Präsident Tokajew in den letzten Monaten seine Zurückhaltung im Hinblick auf den Ukraine-Konflikt zum Ausdruck gebracht. Er betonte wiederholt, dass sein Land das Sanktionsregime der EU und anderer Staaten unterstütze. In westlichen Ländern gibt es dennoch Bedenken, dass Moskau ehemalige Sowjetrepubliken als Hintertür nutzen könnte, um verbotene Waren zu importieren.

Das nächste Treffen der beiden Staatschefs ist bereits für den 23. November geplant. Sie werden in der belarussischen Hauptstadt Minsk an einem Gipfel der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) teilnehmen, einem Militärbündnis von postsowjetischen Staaten.

(uha/mit Material von dpa und AFP)

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