Rentensystem
Pensionäre erhalten Inflationsprämie – Rentner gehen immer noch leer aus
VonLisa Mayerhoferschließen
Pensionäre des Bundes sollen eine Inflationsprämie von 3000 Euro erhalten. Der Sozialverband Deutschland fordert, dass auch Rentner einen Inflationsausgleich bekommen sollen.
Update vom 17. November: Der Bundestag hat am späten Donnerstagabend die Anpassung der Gehälter von Bundesbeamten beschlossen. Damit steht auch die Inflationsprämie für Pensionierte fest.
Erstmeldung vom 16. November: Berlin – Seit Monaten sorgt der Tarifbeschluss im Öffentlichen Dienst für Debatten. Dabei geht es besonders um einen Punkt: Pensionäre des Bundes können sich im erweiterten Rahmen dieses Tarifabschlusses auf die Auszahlung einer Inflationsprämie freuen – Rentner gehen dagegen leer aus. Heute, am Donnerstag, den 16. November, steht das Thema wieder an der Tagesordnung im Bundestag.
Inflationsprämie für Pensionäre vor Beschluss
Dabei wird beraten, die Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst vom April auf die Bundesbesoldung und -versorgung – und damit auch auf die Pensionäre des Bundes – zu übertragen. Damit wird auch eine Vereinbarung des Tarifabschlusses im öffentlichen Dienst für Bund und Kommunen übernommen, die eine steuerfreie Inflationsprämie in Höhe von 3000 Euro enthält.
In der davon betroffenen Bundesbesoldung und -versorgung befinden sich neben Soldaten und Richtern auch pensionierte Beamte des Bundes. Es handelt sich also um ein völlig anderes Versorgungssystem als das der Rentenkasse. Deshalb haben Pensionäre Anspruch auf die Inflationsprämie und Rentner nicht.
Sozialverband Deutschland fordert Inflationsausgleich für Rentner
Der Sozialverband Deutschland sieht in dem Vorgang allerdings eine Ungleichbehandlung. Gegenüber IPPEN MEDIA bekräftigte die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier ihre Forderung, dass auch Rentnerinnen und Rentner dringend einen Inflationsausgleich benötigen. „Alles andere wäre ein ungerechte Ungleichbehandlung. Denn auch sie leiden genauso unter den gestiegenen Verbraucherpreisen“, so Engelmeier.
Gleichzeitig weist der SoVD die Bundesregierung darauf hin, dass die Zeit zur Realisierung des zweiten Rentenpakets, das die Festschreibung des Rentenniveaus bei 48 Prozent vorsieht, drängt. „Besser noch wäre eine deutliche Anhebung des Rentenniveaus, denn das würde die Renten dauerhaft erhöhen – das beste Mittel gegen die anhaltende Inflation und für armutsfeste Renten“, sagt Engelmeier gegenüber IPPEN.MEDIA.
Rubriklistenbild: © Christin Klose/dpa

