Instandhaltung
Aufbau des „Arsenals der freien Welt“: Rheinmetall eröffnet Produktionsstätte in der Ukraine
- VonMax Schäferschließen
Gemeinsam mit der ukrainischen Regierung eröffnet Rheinmetall eine Produktionsstätte zur Wartung von Kampffahrzeugen. Ziel ist eine bessere Effizienz der Streitkräfte.
Kiew – Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall verstärkt sein Engagement in der Ukraine. Gemeinsam mit dem ukrainischen Staat hat das Unternehmen einen ersten Panzer-Reparaturbetrieb und eine Produktionsstätte eröffnet. Dort soll nach Angaben des ukrainischen Ministeriums für strategische Industriezweige die Reparatur und Wartung des Schützenpanzers Marder ablaufen.
„Die Eröffnung einer gemeinsamen Produktionsstätte mit Rheinmetall ist nicht nur ein Schritt zum Sieg der Ukraine, sondern auch eine wichtige Etappe beim Aufbau des Arsenals der freien Welt“, sagte Minister Olexandr Kamyschin laut einer Mitteilung des Ministeriums am Montag, 10. Juni. „Wir glauben, dass die ukrainische Verteidigungsindustrie, als Teil einer europäischen Verteidigungsindustrie, das System der kollektiven Sicherheit der Europäischen Union stärkt.“
Ukraine will durch Rheinmetall-Produktionsstätte die Verteidigungsfähigkeit stärken
Laut eines vom ukrainischen Ministerium veröffentlichten Foto war auch Rheinmetall-Chef Armin Papperger in schusssicherer Weste zu sehen. Er bezeichnete die „wirkungsvolle und verlässliche Unterstützung“ der Ukraine als „Herzensangelegenheit“. Bereits im Oktober 2023 hatte Rheinmetall eine Gemeinschaftsfirma mit dem staatlichen ukrainischen Rüstungskonzern Ukrainian Defense Industry JSC (vormals Ukroboronprom) gegründet.
Die gemeinsame Produktionsstätte im Westen des Landes ermögliche laut Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums eine schnelle Reparatur und Wartung von deutschem Gerät in der Ukraine. Dadurch könne das Land die Effizienz der Streitkräfte erheblich steigern und die Verteidigungsfähigkeit erheblich stärken.
Rheinmetall will Leopard-Panzer in der Ukraine instandsetzen lassen
In der Produktionsstätte arbeiten demnach ukrainische Fachleute, während Rheinmetall-Beschäftigte die technische Aufsicht übernehmen, teilte die ukrainische Seite mit. Bereits im vergangenen Jahr seien ukrainische Fachkräfte in Deutschland ausgebildet worden.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine




Perspektivisch sollen an anderen Standorten in der Ukraine Kampfpanzer vom Typ Leopard 1 und Leopard zwei und weitere Systeme instandgesetzt werden, erklärte Rheinmetall dazu am Dienstag, 11. Juni. Perspektivisch soll auch der Fuchs in der Ukraine produziert werden.
Rheinmetall erhöht Produktionskapazitäten seit Beginn des Ukraine-Krieges
Der deutsche Rüstungskonzern engagiert sich seit Beginn des Ukraine-Krieges für eine bessere Ausrüstung des angegriffenen Staates. Seit 2022 fährt Rheinmetall die Produktionskapazitäten hoch. Allein 2024 will Rheinmetall 700.000 155-mm-Artilleriegeschossen produzieren – zu großen Teilen für den Einsatz in der Ukraine. Bis 2027 sollen 1,1 Millionen Artilleriegranaten jährlich produziert werden können.
Für das Unternehmen ist das ein profitables Geschäft. Im ersten Quartal 2024 hat Rheinmetall seinen Umsatz und Gewinn erhöht. Letzterer ist um 60 Prozent nach oben gegangen. Der Umsatz ist um 16 Prozent auf insgesamt 1,58 Milliarden Euro gewachsen. (ms mit dpa)
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