Krieg in der Ukraine
Angriffe auf Belgorod „ganz beseitigen“: Kreml äußert sich zu ukrainischen Attacken
VonStefan Kriegerschließen
Die ukrainischen Angriffe auf Belgorod bringen den Ukraine-Konflikt näher an die russische Bevölkerung. Jetzt reagiert Moskau.
Belgorod – Immer wieder meldet in jüngster Zeit die russische Grenzregion Belgorod Angriffe durch ukrainische Truppen. Das hat jetzt auch den Kreml dazu veranlasst, zum Geschehen Stellung zu beziehen. Und wieder wird dem Westen eine gehörige Mitschuld am Kriegsgeschehen gegeben.
Die russische Armee tut nach Angaben Moskaus aber alles, um den ukrainischen Beschuss im Gebiet Belgorod zu stoppen. „Natürlich wird unser Militär weiterhin alles tun, um die Gefahr zunächst zu verringern und sie dann ganz zu beseitigen“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Dienstag (9. Januar) zu Reportern. Er warf der ukrainischen Armee vor, mit Waffen aus Lieferungen der europäischen Verbündeten zivile Ziele in der Stadt mit etwa 340.000 Bewohnern anzugreifen.
Luftangriffe auf Belgorod fordern Opfer
Moskau hat sich immer bemüht, im eigenen Land den Anschein von Normalität zu wahren, aber die kürzlichen Angriffe auf Belgorod rücken den Krieg in der Ukraine näher an die russische Bevölkerung heran. Im vergangenen Monat wurden bei Luftangriffen der ukrainischen Streitkräfte auf Belgorod 25 Menschen getötet. Etwa 300 Menschen wurden nach Angaben der regionalen Behörden zuletzt aus der Stadt evakuiert, auch wurde der Schulbeginn um zehn Tage auf den 19. Januar verschoben. Die Stadtverwaltung forderte die Bewohner Belgorods auf, ihre Fenster mit Klebeband zu sichern, damit diese nicht bei Angriffen zersplittern.
Der Gouverneur der Region Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, meldete am Dienstag, dass die russische Luftabwehr in der Stadt in der Nacht zehn Angriffe abgewehrt habe, mehrere Häuser seien beschädigt worden. Drei Menschen seien durch herabfallende Trümmer von abgeschossenen ukrainischen Waffen verletzt worden.
Ukraine-Krieg: Die Fronten sind verhärtet
Obwohl die Frontlinie in der Ukraine seit Herbst 2022 weitgehend an derselben Stelle verharrt, versicherte der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu am Dienstag, dass die Armee den ukrainischen Truppen schwere Verluste beibringe und sich in einer besseren Position als der Gegner befinde. Westliche Unterstützung für die Ukraine werde das Endergebnis nicht ändern, sondern lediglich die Kämpfe verlängern. Russland werde die Drohnenproduktion in diesem Jahr ankurbeln, sagte Schoigu überdies.
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Seit dem Scheitern der ukrainischen Gegenoffensive in diesem Jahr ist der Ton in Moskau deutlich optimistischer – trotz eigener schwerer Verluste in den Kämpfen, die von den USA mit 315.000 verletzten oder getöteten Soldaten angegeben werden. Die Amerikaner beziehen sich mit dieser Zahl weitestgehend auf ukrainische Quellen. Der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine gab die Zahl der russischen gefallenen oder schwer verletzten Soldaten aktuell am 10. Januar 2024 mit 366.790 an.
Unabhängig prüfen lassen sich diese Angaben allerdings nicht – die russische Seite schweigt sich über die Zahl ihrer eigenen Opfer im Ukraine-Krieg weiter aus. (skr/afp)
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