Marine- und Luftwaffenübungen
Russland führt Hyperschallraketentest im Mittelmeer durch und warnt die USA
VonJekaterina Jaluninaschließen
Russlands Generalstabschef Gerasimov soll seinen US-amerikanischen Kollegen vor Raketentests gewarnt haben. Jetzt wurde das geheime Gespräch publik.
Moskau – Die russische Armee hat eigenen Angaben zufolge während Marine- und Luftwaffenübungen im östlichen Mittelmeer Hyperschallwaffen abgefeuert. Dabei habe es sich um schiffgestützte „Zirkon“-Präzisionsflugkörper sowie jeweils einen Marschflugkörper vom Typ Kalibr und vom Typ Onyx gehandelt, teilte das russische Verteidigungsministerium am Dienstag (5. Dezember) im Onlinedienst Telegram mit. Die Zahl der in der Region stationierten russischen Soldaten sei für die Teilnahme an den Übungen „erhöht“ worden, hieß es weiter.
In einem bislang geheim gehaltenen Telefonat hat der russische Generalstabschef Valery Gerassimow seinen US-amerikanischen Amtskollegen, General CQ Brown, über geplante Hyperschallraketentests im östlichen Mittelmeer informiert. Schiffe der USD-Marine sollten das Zielgebiet meiden, teilte er mit. Die New York Times hatte zuerst über das Telefonat berichtet. Ein US-Beamter bestätigte das Gespräch.
Laut einer Erklärung von General Browns Sprecher, Captain JD Dorsey, war dies das erste direkte Gespräch zwischen den beiden ranghöchsten Militärs, seit General Brown den Vorsitz der Stabschefs übernommen hat. Neben der Warnung zu den Raketentests diskutierten demnach der russische und der US-amerikanische General auch über den Ukraine-Konflikt und Möglichkeiten, Fehleinschätzungen und Eskalationen zwischen den beiden Ländern zu vermeiden.
Russland feuert während Marine- und Luftwaffenübungen im östlichen Mittelmeer Hyperschallwaffen ab
Den Angaben zufolge nahmen mehr als tausend Soldaten, zehn Schiffe und 24 Flugzeuge an dem russischen Manöver im östlichen Mittelmeer teil. Das Ministerium veröffentlichte Aufnahmen, die den Start mehrerer Flugkörper von Schiffen zeigten. Die Übungen seien bereits länger geplant gewesen, erklärte das Ministerium.
Russland ist einer der wichtigsten Unterstützer des syrischen Machthabers Baschar al-Assad und unterhält einen Marine- und Luftwaffenstützpunkt in Syrien. Seit 2015 hilft Russland Assad im Kampf gegen Rebellengruppen im Land.
Putins Zirkel der Macht im Kreml – die Vertrauten des russischen Präsidenten




Dschihadisten erobern Aleppo: Größte Offensive in Syrien seit Jahren
Am vergangenen Mittwoch hatten die Dschihadistengruppe Hajat Tahrir al-Scham (HTS) und verbündete Rebellengruppen im Norden Syriens eine überraschende Großoffensive gegen die syrischen Regierungstruppen gestartet. Dabei gelang es ihnen neben zahlreichen Ortschaften auch die Millionenstadt Aleppo nahezu vollständig unter ihre Kontrolle zu bringen.
Es sind die ersten Kämpfe dieser Größenordnung in Syrien seit mehreren Jahren. Zuvor waren die Feindseligkeiten zwischen den Kriegsparteien weitgehend eingestellt worden. Russland fliegt seit Tagen Luftangriffe, um gegen die Offensive vorzugehen. (jal/dpa)
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