Homophobie

Russlands Kampf gegen Homosexualität: Angriffe auf LGBTQ-Bewegung häufen sich

Eine teilnehmende Person hält ein Plakat bei einem Marsch der LGBTQ+-Bewegung in Warschau, Polen im Juni 2022
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Eine teilnehmende Person hält ein Plakat bei einem Marsch der LGBTQ+-Bewegung in Warschau, Polen im Juni 2022. (Archivfoto)
  • Andreas Apetz
    VonAndreas Apetz
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Seit Beginn des Ukraine-Kriegs hat sich die Situation für die Menschen der LGBTQ-Bewegung in Russland drastisch verschlechtert.

Moskau – Seit dem 24. Februar 2022 führt Wladimir Putin einen an Angriffskrieg gegen die Ukraine. Seinen Krieg gegen die LGBTQ-Bewegung führt der russische Staatschef bereits seit mehr als zehn Jahren: Im März 2012 verabschiedete er ein Gesetz mit dem Ziel „Kinder vor Informationen zu schützen, welche die Ablehnung traditioneller Familienwerte fördern“. Der Paragraf soll „homosexuelle Propaganda“ verhindern und verbietet gleichgeschlechtliche Beziehungen unter Minderjährigen.

Seit dem Ukraine-Krieg hat sich die Situation für LGBTQ+-Personen in Russland noch weiter verschlechtert. Öffentliche Hetze über die staatsgelenkten Fernsehkanäle sind mittlerweile keine Ausnahme mehr. Viele enge Verbündete von Präsident Wladimir Putin haben in letzter Zeit den Ukraine-Konflikt als Vorwand genutzt, um die LGBTQ+-Gemeinschaft ins Visier zu nehmen.

Russland: Angriffe gegen LGBTQ-Szene im öffentliche Fernsehen

Ein aktuelles Beispiel sind die Formulierungen der Russia-1-Moderatorin Olga Skabejewa auf Twitter. Skabejewa gehört zu den bekanntesten Gesichtern des russischen Fernsehens. Wie der Nachrichtensender BBC berichtet, bezeichnete die Moderatorin im Internet LGBTQ+ Menschen als „Transfaschisten“, die es auch zu „entnazifizieren“ gelte. In einem kurzen Videoclip erklärte Skabejewa, dass Russland über die westlichen Mächte siegen könne, indem es darauf warte, dass dem Westen aufgrund mangelnder Fortpflanzung durch die LGBTQ+-Bewegung die Menschen ausgehen.

Wladimir Putin: Der Aufstieg von Russlands Machthaber in Bildern

Wladimir Putin ist seit dem 24. Februar 2022 auch Kriegsherr – auch wenn in Russland nach offizieller Lesart nur von einer militärischen „Spezialoperation“ in der Ukraine gesprochen wird.
Wladmir Putin mit Flottenchef Kurojedow
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Dieses Foto zeigt den russischen Präsidenten Wladimir Putin im Jahr 1994 in seinem Büro. Damals war er 42 Jahre alt und Vizebürgermeister von St. Petersburg.
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Über einen weiteren homophoben Vorfall in den russischen Medien berichtete das amerikanische Nachrichtenportal Newsweek. Während einer Live-Sendung auf Russia-1 soll Apit Alaudinow, Kommandeur des Militärs der Tschetschenischen Republik, zu Wort gekommen sein. Er habe Putins Kampf in der Ukraine öffentlich als „Heiligen Krieg gegen die LGBTQ+-Ideologie und die Antichristen“ bezeichnet. Ähnliches schrieb auch Ramzan Kadyrow auf seinem Telegram-Kanal. Der Tschetschenien-Machthaber ist ein langjähriger Vertrauter Putins und bezeichnete Transgender als „Geschlechterschande“ und „satanistische Idee“.

Homophobie in Russland: Putin ist ein „tiefgläubiger und orthodoxer Mann“

Laut dem Center for European policy Analysis (CEPA), seien die Rechte von LGBTQ+ in Russland schon vor dem Krieg schlecht gewesen. Allerdings habe sich die Situation seit dem Ukraine-Krieg deutlich verschlechtert. Man habe die „homophobe Propaganda von einer der tragenden Säulen der russischen Ideologie zu einer Rechtfertigung für seinen Angriffskrieg erweitert“.

Wie weit die Homphobie in Russland fortgeschritten ist, zeigt eine Predigt des Moskauer Kirchenoberhaupts, Kyrill I., in der der Patriarch davon sprach, dass der Angriff auf die Ukraine die Bevölkerung vor weiteren Gay-Pride-Paraden schützen solle. (aa)

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