„Ernsthaft festgefahren“
Lukaschenko will über Kriegsende verhandeln – Telefonat mit Putin soll bald folgen
VonMaximilian Kurzschließen
Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko will Verhandlungen über ein Kriegsende in der Ukraine - er hofft auf Gespräche.
Minsk – Russland und die Ukraine befinden sich dem belarussischen Diktator Alexander Lukaschenko zufolge in einer Pattsituation. Er fordert gemeinsame Gespräche und ein Ende des Kriegs. Das berichtet unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters.
Lukaschenko: Diktator will Kriegsende verhandeln
Der autoritäre Staatschef und Verbündete des russischen Präsidenten Wladimir Putin sorgte mit einem Statement für überraschende Reaktionen. Der belarussische Machthaber betonte seine Hoffnung, dass sich beide Seiten in Zukunft zusammensetzen und über ein Ende des Konflikts verhandeln würden.
Er erklärte demnach: „Es gibt genug Probleme auf beiden Seiten, und im Allgemeinen ist die Situation jetzt ernsthaft festgefahren. Niemand kann etwas tun und seine Position substantiell stärken oder vorantreiben.“
Ukraine-Krieg: Verluste nach russischer Offensive
Die russischen Streitkräfte sind diese Woche in der Nähe der zerstörten Donezk-Stadt Awdijiwka weiter vorgedrungen und mussten dabei schwere Verluste erleiden. Dies bestätigte unter anderem das Weiße Haus. Die breite Frontlinie in der Ukraine hat sich im vergangenen Jahr trotz der monatelangen zermürbenden Offensive der Ukrainer kaum bewegt.
Lukaschenko, der 2022 sein Land als Ausgangspunkt für Putins Invasion in der Ukraine zur Verfügung stellte, betonte, dass nun Verhandlungen nötig seien. Nur so können Forderungen nach einem Rückzug Russlands aus dem ukrainischen Territorium geklärt und auf beiden Seiten weitere Todesfälle verhindert werden. In einem auf BelTA, der staatlichen belarussischen Nachrichtenagentur, veröffentlichten Video sagte Lukaschenko: „Wir müssen uns an den Verhandlungstisch setzen und zu einer Einigung kommen.“
Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland




Bei Treffen mit Außenminister: Lukaschenko kündigt Telefonat an
Während eines Treffens mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow in Minsk gab Präsident Lukaschenko bekannt, dass er beabsichtigt, in wenigen Tagen ein Telefonat mit Putin zu führen. Lukaschenko und Putin verbindet eine lange politische Zusammenarbeit. Spätestens seit Putins Unterstützung im Zuge der Proteste in Belarus im Sommer 2020 ist Lukaschenko stark von Russland abhängig.
Trotz gelegentlicher Meinungsverschiedenheiten hat Lukaschenko oft Russlands Hilfe gesucht, besonders in Zeiten innenpolitischer Spannungen in Belarus. Die enge Beziehung zwischen den beiden Ländern wurde auch durch gemeinsame Militärübungen und politische Abkommen unterstrichen.
