Medwedews Atomterror
Medwedew droht Nato-Mitglied mit drittem Weltkrieg
VonMichael Kisterschließen
„Seinen Teil radioaktiver Asche“ versprach Dmitri Medwedew Polen, sollte es US-Atomwaffen aufnehmen. Er stellte einen dritten Weltkrieg in Aussicht.
Moskau – Dmitri Medwedew, stellvertretender Vorsitzender des Sicherheitsrats von Wladimir Putin, erzürnte sich über die jüngsten Äußerungen von Polens Außenminister Radosław Sikorski im Kontext des Ukraine-Kriegs. Der hatte gegenüber dem britischen Guardian gesagt, dass die Amerikaner den Russen mitgeteilt hätten, „wenn ihr eine Atombombe zündet, selbst wenn sie niemanden tötet, dann werden wir gegen alle eure Ziele in der Ukraine mit konventionellen Waffen losschlagen, wir werden sie alle zerstören.“
Medwedew zweifelte in einem Post auf X (früher Twitter) an, dass die USA eine solche Verpflichtung eingegangen seien und nannte drei Gründe für seine Einschätzung. Erstens hätten „die Yankees bisher nichts dergleichen gesagt, weil sie vorsichtiger“ seien als die Polen. Zweitens, so der Putin-Vertraute weiter, würde es einen Weltkrieg bedeuten, wenn Amerikaner russische Ziele angriffen. Das sollte ein Außenminister, „selbst eines Landes wie Polen“, verstehen. Drittens würde in Anbetracht der Willensäußerung des polnischen Präsidenten Andrzej Duda, thermonukleare Waffen in seinem Land zu stationieren, Warschau „sicherlich seinen Teil radioaktiver Asche bekommen.“
Putin-Vertrauter Medwedew: Warschau soll „seinen Teil radioaktiver Asche bekommen“
Medwedew bezog sich damit auf eine Äußerung Dudas vom 22. April. Damals sagte der Präsident, der der nationalkonservativen ehemaligen Regierungs-Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) nahesteht, der polnischen Boulevardzeitung Fakt: „Wenn unsere Verbündeten beschließen, im Rahmen der nuklearen Teilhabe Atomwaffen auf unserem Territorium zu stationieren, um die Ostflanke der Nato zu stärken, sind wir dazu bereit.“ Man diskutiere bereits „seit einiger Zeit“ mit den USA darüber, so Duda weiter.
Der polnische Premierminister Donald Tusk, der die PiS 2023 von der Regierung verdrängte, reagierte geradezu überrascht auf den Vorstoß seines Präsidenten. Über alle politischen Lager hinweg ist man in Polen aber fest davon überzeugt, dass Russland unmittelbar die größte Gefahr für das eigene Land, Europa und die NATO darstellt. Waren von der PiS im Hinblick auf die Ukraine-Unterstützung vorübergehend weniger enthusiastische Töne gekommen, so steht Tusks Regierung nun wieder voll hinter dem angegriffenen Nachbarstaat.
Greifen die USA russische Stellungen in der Ukraine an, gibt es einen dritten Weltkrieg
Vor diesem Hintergrund bekräftigte Außenminister Sikorski gegenüber dem Guardian außerdem, dass Polen die Ukraine in ihrem Recht unterstütze, militärische Ziele innerhalb von Russland anzugreifen. Andere westliche Verbündete, allen voran Deutschland und die USA, lehnen dieses Vorgehen unter Verwendung von Waffen, die sie geliefert haben, weiterhin strikt ab. Die Einheitsfront bröckelt allerdings, denn neben Polen äußerten sich auch Vertreter Lettlands, Großbritanniens und zuletzt nun Schwedens ähnlich wie Sikorski.
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Wenn sich ein Kurswechsel unter den Ukraine-Unterstützern abzeichnet, droht Dmitri Medwedew besonders gerne mit dem nuklearen Weltenbrand. Auch die Formulierung von der „radioaktiven Asche“ scheint es ihm angetan zu haben, wie seine jüngste Äußerung zum Attentat auf den slowakischen Premierminister Robert Fico illustriert. Putins persönlicher Atom-Scharfmacher schrieb dazu auf Telegram, Fico verkörpere den Teil des europäischen Establishments, „der den Kontakt zur Realität nicht verloren hat und nicht möchte, dass seine Bürger in graue radioaktive Asche verwandelt werden.“
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