Nordkorea werde „Preis zahlen“
Kim und Putin planen angeblich Treffen: USA warnen Nordkorea vor Waffenlieferungen an Russland
VonChristian Störschließen
Russland verbraucht im Ukraine-Krieg Unmengen an Munition. Nun sucht Präsident Putin wohl die Hilfe von Nordkoreas Machthaber Kim. Steht ein Rüstungsdeal bevor?
Washington, D.C./Moskau - Die USA drohen Nordkorea für den Fall von Waffenlieferungen an Russland mit Konsequenzen. Falls der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un das Land im Ukraine-Krieg mit Rüstungsgeschäften unterstütze, werde dies „kein gutes Licht auf Nordkorea werfen“, sagte der nationale Sicherheitsberater der USA, Jake Sullivan, in Washington, D.C. Nordkorea werde in der internationalen Gemeinschaft „einen Preis dafür zahlen“.
Nach US-Angaben plant Kim ein Treffen mit Kreml-Chef Wladimir Putin in Russland, um mit ihm über Waffenlieferungen an Moskau zu verhandeln. Sullivan zufolge erwartet Kim, dass die Verhandlungen über Rüstungsgeschäfte zwischen Nordkorea und Russland fortgesetzt werden - auch auf der Ebene der Staatsoberhäupter und „vielleicht sogar persönlich“.
Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un will sich angeblich mit Wladimir Putin treffen
Nach Informationen der New York Times will Kim den russischen Präsidenten offenbar noch im September in Wladiwostok treffen. Dort findet vom 10. bis zum 13. September ein Wirtschaftsforum statt. Dem Bericht zufolge könnte Kim mit einem gepanzerten Zug in die Hafenstadt im Fernen Osten Russlands reisen, die nicht allzu weit von Nordkorea entfernt ist. Kim und Putin hatten sich schon 2019 in Wladiwostok getroffen.
Der NY Times zufolge hofft Putin auf die Belieferung mit nordkoreanischen Artilleriegeschossen und Panzerabwehrwaffen. Kim geht es demnach um moderne Technologie für Satelliten und U-Boote mit Atomantrieb sowie um Lebensmittelhilfen für die Bevölkerung. Außerdem bemühe er sich um Nahrungsmittelhilfe für sein verarmtes Land. Auch die Washington Post berichtete über das geplante Treffen.
Die russische Regierung wollte zu den Berichten nicht Stellung beziehen. Putins Sprecher Dmitri Peskow sagte, er könne entsprechende Planungen nicht bestätigen könne: „Es gibt nichts zu sagen.“ Die Reise wäre Kims erster Auslandsbesuch seit mehr als vier Jahren und der erste seit der Corona-Pandemie.
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Russland und Nordkorea wollen Zusammenarbeit ausbauen
„Wir werden Nordkorea weiterhin auffordern, sich an seine öffentlichen Zusagen zu halten und keine Waffen an Russland zu liefern“, kündigte Sullivan an. Nach seinen Angaben steht die russische Verteidigungsindustrie unter Druck, die russische Regierung suche nach Möglichkeiten zur Beschaffung von Munition.
Russland und Nordkorea hatten Mitte August angekündigt, ihre Zusammenarbeit auszubauen und unter anderem im Verteidigungsbereich enger zu kooperieren. Russlands Verteidigungsminister Sergei Schoigu, der Pjöngjang im Juli besucht hat, sprach zuletzt davon, dass beide Länder die Möglichkeit gemeinsamer Militärübungen diskutieren. (cs mit Agenturen)
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