Geilenkirchen

Alarm auf Nato-Stützpunkt: Geheimdienst hatte Hinweis auf russische Sabotage

  • Franziska Schwarz
    VonFranziska Schwarz
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Auf dem Nato-Luftwaffenstützpunkt Geilenkirchen galt jüngst die zweithöchste Sicherheitsstufe. Nun gibt es neue Geheimdiensterkenntnisse.

Berlin –  Knapp einen Tag lang galt kürzlich Terrorwarnung auf dem Nato-Stützpunkt Geilenkirchen. Aus Sicherheitskreisen gibt es nun neue Erkenntnisse zu der möglichen Bedrohung. Es habe einen ernstzunehmenden Hinweis eines ausländischen Nachrichtendienstes „auf Vorbereitungshandlungen für einen wahrscheinlich russischen Sabotageakt“ durch Einsatz einer Drohne gegeben, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus deutschen Sicherheitskreisen.

Nato: Die wichtigsten Kampfeinsätze des Verteidigungsbündnisses

Seit ihrer Gründung am 4. April 1949 hat sich die Rolle des Nordatlantik-Pakts Nato stark verändert. Aus dem Bündnis, das  vorrangig der Verteidigung diente, wurde in den 1990ern eine global eingreifende Ordnungsmacht. Ihren ersten Kampfeinsatz leistete die Nato, deren Hauptquartier sich seit 1967 in Brüssel befindet, im Jahr 1995.
Ihren ersten Kampfeinsatz startete die Nato am 30. August 1995 mit der Operation „Deliberate Force“ gegen serbische Freischärler im ehemaligen Jugoslawien. Offiziell trat die Nato dabei nur als eine Art bewaffneter Arm der UN-Mission im Land auf. Beteiligt waren 5000 Soldaten aus 15 Ländern mit 400 Flugzeugen, darunter 222 Kampfflugzeugen. 54 dieser Maschinen, die rund um die Uhr von drei Flugzeugträgern und 18 Luftwaffenstützpunkten in Europa losflogen, waren F-16 Fighting Falcon (im Bild).
Bei der Operation kam es zum ersten Kampfeinsatz der deutschen Luftwaffe seit dem Zweiten Weltkrieg. 14 deutsche Tornado-Kampfflugzeuge flogen von Piacenza aus 65 Einsätze. 
Nach dem Abzug der schweren Waffen durch die Serben und einer Garantie für die verbliebenen Schutzzonen wurde die Luftoperation am 21. September 1995 beendet. Nato-Befehlshaber Leighton Smith (Mitte) und UN-Balkankommandant Bernard Janvier (rechts) konnten sich schon am Tag davor am Flughafen von Sarajevo als Sieger fühlen.
Die Nato-Streitkräfte waren auch im Kosovo-Krieg im Einsatz. Anlass für den Angriff der Nato im Rahmen der Operation „Allied Force“ war die Nichtunterzeichnung des Vertrags von Rambouillet durch den serbischen Präsidenten Slobodan Milošević (rechts, hier mit dem damaligen deutschen Außenminister Joschka Fischer). Offizielles Hauptziel war, die Regierung Miloševićs zum Rückzug der Armee aus dem Kosovo zu zwingen.
Nato: Die wichtigsten Kampfeinsätze des Verteidigungsbündnisses

Aktuelle Erkenntnisse zu Geilenkirchen: Sabotage gegen Nato-Stützpunkt vermutet

Vergangene Woche hatte auf dem Nato-Stützpunkt in Geilenkirchen (NRW) knapp 24 Stunden lang die zweithöchste Sicherheitsstufe des Bündnisses gegolten. Die zweithöchste Sicherheitsstufe bedeutet, dass ein Zwischenfall eingetreten ist oder Erkenntnisse vorliegen, dass irgendeine Form von terroristischer Aktion gegen die Nato wahrscheinlich ist.

Blick auf die Nato-Militärbasis von Geilenkirchen.

Es habe sich um eine Vorsichtsmaßnahme gehandelt, um das potenzielle Risiko für das Personal zu minimieren, erklärte ein Sprecher. Zuvor waren wegen des Geheimdiensthinweises alle nicht unbedingt benötigten Mitarbeiter nach Hause geschickt worden. Der Flugverkehr wurde den Angaben zufolge aber nicht unterbrochen, sondern lief normal.

Geilenkirchen: Spezialflugzeuge zur Luftraum-Überwachung im Nato-Gebiet

In Geilenkirchen sind Spezialflugzeuge stationiert, die derzeit vor allem zur Überwachung des Luftraumes im östlichen Bündnisgebiet eingesetzt werden. Vor kurzem waren auch an mehreren Standorten der Bundeswehr Sabotagefälle befürchtet worden, etwa in Köln-Wahn. Nach der Überprüfung wurde aber Entwarnung gegeben.

Im Juli herrschte auf US-Militärstützpunkten in Deutschland und anderen europäischen Ländern Medienberichten zufolge erhöhte Alarmbereitschaft wegen Terrorgefahr. Das Pentagon habe auf den Stützpunkten die zweithöchste Sicherheitsstufe ausgerufen, berichtete der US-Sender CNN damals, und berief sich dabei auf zwei nicht namentliche genannte Regierungsvertreter. Unklar blieb die Art der angeblichen Bedrohung. (dpa/frs)

Rubriklistenbild: © AFP

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